Aurach () ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Ansbach und zählt zur Metropolregion Nürnberg.

Geografie Geografische Lage Die Gemeinde liegt zwischen Altmühl und Frankenhöhe etwa auf halbem Weg von Ansbach nach Feuchtwangen. Das Gemeindegebiet reicht im Osten teilweise bis ans Ufer der Altmühl und erstreckt sich westwärts übers Quellgebiet der Wieseth bis wenig jenseits der Sulzach.

Der namengebende Hauptort liegt etwa drei Kilometer westlich der Altmühl am Fuß des deren hier rechtsseits weite Talmulde vom Wieseth-Einzugsgebiet trennenden Hügelrückens. Die das Dorf durchfließende Kleine Aurach entwässert über den auch Große Aurach genannten Großen Aurachbach außerhalb der Gemeinde zur Altmühl. Der Kreissitz Ansbach liegt etwa 13 km nordöstlich des Dorfes.

Nachbargemeinden Herrieden Leutershausen Feuchtwangen Dombühl

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat zwölf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Außerdem gibt es die Einöden Elbleinsmühle und Schutzmühle, die beide keine amtlich benannten Gemeindeteile sind.

Auf dem Gemeindegebiet liegen die Gemarkungen Aurach, Büchelberg (Gemarkungsteil 0) und Weinberg. Die Gemarkung Aurach hat eine Fläche von 17,614 km². Sie ist in 1974 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8922,88 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hilsbach und Wahrberg.

Klima

In Aurach beträgt die durchschnittliche Niederschlagsmenge im Jahr 789 mm.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der Ort wurde 1123 als „Uraha“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom gleichlautenden Gewässernamen ab, dessen Bestimmungswort „ūr“ (mhd. für Auerochse) und dessen Grundwort „ahe“ ist (mhd. für Fluss). Es wurde damit also ein Fluss bezeichnet, an dem Auerochsen zur Tränke gingen.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 29.

Nach 1310 kam das heutige Gemeindegebiet in den Besitz des Hochstifts Eichstätt, das ab 1500 im Fränkischen Reichskreis lag. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort wie weite Teile Frankens zu Bayern (siehe auch Geschichte Frankens). (PDF-Datei; 179 kB)

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Aurach gebildet, zu dem die Orte Hilsbach, Stadel und Wahrberg gehörten. Wenig später wurde mit Hilsbach und Wahrberg die Ruralgemeinde formiert. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herrieden zugeordnet. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 13,644 km².

Der Ort gehörte gemäß einer Auflistung von 1830 zu einem „die Brünst“ oder „die Brunst“ genannten, seit dem Mittelalter stellenweise gerodeten umfangreichen Waldgebiet zwischen Leutershausen und Kloster Sulz mit dem Hauptort Brunst. Die Brünst war für ihre gute Rinderviehzucht bekannt; ihre 22 Ansiedelungen galten als reich. Friedrich Oechsle: Beiträge zur Geschichte des Bauernkrieges in den schwäbisch-fränkischen Grenzlanden, Heilbronn 1830, S. 320, Fußnote.Friedrich Benedict Weber: Bemerkungen und Notizen über verschiedene Gegenstände der Landwirthschaft, Leipzig 1815, S. 194.Heinrich Wilhelm Bensen: Kurze Beschreibung und Geschichte der Stadt Rotenburg ob der Tauber, Erlangen 1856, S. 29.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 ein Teil der ehemaligen Gemeinde Büchelberg eingegliedert. Am 1. Mai 1978 kam die Gemeinde Weinberg hinzu.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 2500 auf 2916 um 416 Einwohner bzw. um 16,6 %.

Gemeinde Aurach Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 1995 2005 2015Einwohner 797 789 785 746 742 742 782 773 797 768 756 721 741 790 810 740 758 722 975 1107 987 1097 2469 2804 3000 2902HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2015 als Wohngebäude. 149 153 153 158 159 156 161 172 198 681 900Quelle Für die Gemeinde Aurach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Hilsbach (S. 40) und Wahrberg (S. 98). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis 1953 hatte die Gemeinde 785 Einwohner.

Ort Aurach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 639 647 617 601 643 601 605 944 880 1007 1145Häuser 129 125 134 132 143 152 177 333 Quelle

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Aurach hat 14 Mitglieder. CSU UWG FWV UBW Gesamt 2002 4 4 6 14 Sitze 2008 8 6 14 Sitze 2014 8 6 14 Sitze 2020 8 6 14 Sitze Bei der Kommunalwahl 2002 errang eine Vereinigung aus CSU und der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) vier Sitze, die Freie Wählervereinigung (FWV) vier Sitze sowie die Unabhängigen Bürger Weinberg (UBW) sechs Sitze. Bei der Kommunalwahl 2008 errang das Zukunfts-Bündnis Gemeinde Aurach, eine Vereinigung der CSU, UWG und FWV acht Sitze, die UBW konnte ihre sechs Sitze verteidigen.

Bürgermeister Bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 wurde Simon Göttfert (Zukunfts-Bündnis Gemeinde Aurach) mit 58,8 % der Stimmen zum Bürgermeister von Aurach gewählt. Vorgänger war seit 2008 Manfred Merz (ZBG), davor Klaus Köhle (CSU).

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist rot-gelb-schwarz.

Partnergemeinden Dorfhain in Sachsen Aurach bei Kitzbühel (Österreich) Aurach am Hongar (Österreich) Velké Karlovice in Ostmähren (Tschechien)

Patenschaft 1985 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus der Gemeinde Blumenau im Kreis Zwittau (Schönhengstgau) übernommen.Patengemeinde für Blumenau auf Aurach.de, abgerufen am 19. Juli 2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Kirche St. Peter und Paul Museen Vogteimuseumhttps://www.aurach.de/seite/de/gemeinde/036:0339:340/-/Vogteimuseum.html

Baudenkmäler

Historisches Rathaus von 1375 bzw. 1510 Burg Wahrberg Pfarrkirche St. Peter und Paul in Aurach Pfarrkirche Sieben Schmerzen Mariä in Weinberg Filialkirche Mater dolo rosa in Windshofen Kapelle Zu unserer lieben Frau in Hilsbach Kapelle St. Vitus in Eyerlohe Burg Aurach, Vogtei, heute Rathaus

Bodendenkmäler

Verkehr Die Staatsstraße 1066 führt zur Anschlussstelle 50 der Bundesautobahn 6 (2,1 km nordöstlich) bzw. nach Weinberg (4 km südwestlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Elbersroth (3,8 km südlich), nach Stadel (2,8 km südöstlich), nach Dietenbronn (1,5 km nordwestlich) und nach Eyerlohe (1,9 km nördlich).

Aurach ist mit den Buslinien 804 und 805 an die Kreisstadt Ansbach, die Große Kreisstadt Dinkelsbühl und die Nachbargemeinden angebunden. Abends und am Wochenende verkehrt ein Anrufsammeltaxi zum Bahnhof in Ansbach.

Persönlichkeiten Johann Anton von Zehmen (1715–1790) war von 1781 bis 1790 Bischof des Bistums Eichstätt und Fürstbischof des Hochstifts Eichstätt. Die frühere Grund- und Teilhauptschule (1.–6. Klasse) und heutige Grundschule (1.–4. Klasse) trägt heute den Namen Johann-Anton-von-Zehmen-Grundschule. Franz Dauer (1873–1937), geboren in Weinberg, Eisenbahner und Politiker (BVP), Reichstagsabgeordneter Olga Wiedecke (1913–1994), Malerin Pater Reinhold Brumberger, langjähriger Franziskanermissionar in Bolivien (Südamerika), geboren in Dietenbronn

Literatur

Weblinks

Gemeinde Aurach

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1123 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)

Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach