Adele Filene (geb. 14. Juni 1909 in Charlottenburg bei BerlinGeburtsregister Standesamt Charlottenburg I, Nr. 428/1909 als Adelheid Gabriela Bleichröder; gest. 8. August 2010 in Stamford, USA) war eine deutsch-amerikanische Modedesignerin jüdischer Herkunft.NYT: Paid Death Notices

Leben Adele Filene wurde 1909 als älteste Tochter des Arztes Fritz Bleichröder und seiner Frau Elisabeth ‚Elli‘, geb. Feig, (1882–1956) geboren.Charlotte Hamburger-Liepmann: Geschichte der Familien Liepmann und Bleichröder, Typoskript, Archiv des Jüdischen Museums Berlin, 1972, S. 132.Elisabeth Johanna Feig. in: Berlin, Germany, Marriages, 1874-1944 [database online]. Ancestry.com. Original data: Heiratsregister der Berliner Standesämter 1874–1936. Digital images. Landesarchiv, Berlin, Deutschland.Elizabeth Johanna Bleichroeder. In: England & Wales, National Probate Calendar (Index of Wills and Administrations), 1858-1995 [database online]. Ancestry.com. Original data: Principal Probate Registry. Calendar of the Grants of Probate and Letters of Administration made in the Probate Registries of the High Court of Justice in England. London, England © Crown copyright. Ihre Schwester Ursula Beate Margulies (1911–1954) studierte in Australien Medizin und war Ärztin. Ihr Bruder Rudolf Paul Julius (1913–2000) emigrierte 1932 nach London und arbeitete dort beim Bankhaus Samuel Montagu, zuletzt als Vizepräsident. Ihr Urgroßvater war Samuel Bleichröder, der Gründer des Bankhauses S. Bleichröder.

Mit sechs Jahren besuchte Adele Filene eine Privatschule und später das Lyzeum in der Görschstrasse (später Carl-von-Ossietzky-Gymnasium) in Berlin. Sie war Schneiderlehrling und verbrachte ein Jahr an einer Kunstgewerbeschule in Wien. Für eine Modezeitschrift des Ullstein-Verlags entwarf sie Schnittmuster. 1930 heiratete sie den Ingenieur Hans JuliusburgerHeiratsregister Standesamt Berlin-Pankow, Nr. 212/1930 und emigrierte mit ihrem Mann 1936 nach London, England. Ihre Zwillingssöhne Stephan (gest. 1952) und Thomas kamen später nach. In London entwarf Filene zunächst Badeanzüge für die Firma Jantzen. Bei Kriegsbeginn war sie als Designerin für Handtaschen bei Leopold Kahn angestellt und war dort dann auch für die Produktion von Fallschirmen verantwortlich. Außerdem betrieb sie in London für mehrere Jahrzehnte ihren eigenen Modesalon Adele Jay. 1951 wurde die Ehe mit Hans Juliusburger geschieden. 1968 heiratete sie Herman Filene (1906–1978) und zog zu ihrem Mann nach New York, USA.Inge Lammel (Hrsg.): Jüdische Lebenswege. Ein kulturhistorischer Streifzug durch Pankow und Niederschönhausen, Verlag Hentrich & Hentrich, 2007, S. 185. In New York arbeite sie unter anderem als Beraterin der Textilrestaurierung des Brooklyn Museums. Filene war ein bedeutendes Mitglied des Women’s City Club of New York; u. a. war sie dort eine von zehn Honorary Directors. (PDF; 167 kB)

Adele Filene entwarf insbesondere Sportbekleidung und Handtaschen. Darüber hinaus veröffentlichte sie verschiedene Fachartikel zum Thema Modedesign. 1973 war sie eine der sechs Gründungsmitglieder der Costume Society of America (CSA). Für die Gesellschaft war sie in den Gründungsjahren von 1973 bis 1979 als Schatzmeisterin tätig.

Seit 1996 vergibt die CSA ihr zu Ehren den Adele Filene Student Presenter Grant.

Publikationen Adele Filene: A Bibliography of recent books relating to costume, Costume Society of America, 1975. Adele Filene: Bibliography 1979, Costume Society of America, 1979. Adele Filene: The Costume Society of America bibliography, 1983, Costume Society of America, 1983.

Literatur Inge Lammel (Hrsg.): Jüdische Lebenswege. Ein kulturhistorischer Streifzug durch Pankow und Niederschönhausen, Verlag Hentrich & Hentrich, 2007, ISBN 3-938485-53-1 bzw. ISBN 978-3-938485-53-8.

Einzelnachweise

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