Meuchlein (fränkisch: MaiglaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 131.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Colmberg im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Meuchlein liegt in der Gemarkung Auerbach.

Geografie Das Dorf liegt am Weihergraben, einem linken Zufluss der Altmühl. Im Süden liegt die Au, 0,5 km nördlich Mühlfeld und Kreuzfeld, 0,5 km östlich der Dürnetsbuck, das Schlagfeld und der Bromberg. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Frommetsfelden (1,8 km westlich) bzw. zur Staatsstraße 2245 (0,6 km östlich), die nach Colmberg (1,3 km nördlich) bzw. an Bauzenweiler vorbei nach Leutershausen verläuft (4,5 km südlich).

Geschichte Der Ort wurde 1276 als „Altenmuchlowe“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet Zu der verborgen liegenden Aue.Siehe dazu auch: meucheln. (Wiktionary) Mittlerweile liegt der Ort nicht mehr verborgen, sondern frei und offen da, jedoch kann aus älteren Flurbezeichnungen wie dem Meuchleiner Löhlein geschlossen werden, dass dies ursprünglich der Fall war.

Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Oberamts Colmberg aus dem Jahr 1608 wurden für Meuchlein 14 Mannschaften verzeichnet. Sechs Anwesen unterstanden dem Kastenamt Colmberg, drei dem Reichen Almosen der Reichsstadt Nürnberg, eines einem Hans Wilhelm Schenk und eines dem Ansbacher Bürger Christoph Weber. Das Hochgericht übte das Vogtamt Colmberg aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/1, 5r, zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 704. Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Colmberg aus dem Jahr 1681 wurden für Meuchlein weiterhin 14 Mannschaften verzeichnet, wobei das Schenkische Anwesen nun dem Kastenamt Colmberg unterstand.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/2, 6. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 708.

Auch gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Meuchlein 14 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Vogtamt Colmberg aus. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Kastenamt Colmberg: 1 Gut, 8 Köblergüter; Pfarrpfründe Colmberg: 2 Köblergüter) und das Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg (3 Köblergüter).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 886f. (= J. K. Bundschuh, Bd. 3, Sp. 591). Danach unterstanden vier Anwesen Fremdherren.

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und dem Kammeramt Colmberg.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 977.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Meuchlein dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Auerbach und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Auerbach zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. Am 1. Januar 1972 wurde Meuchlein im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Colmberg eingemeindet.

Baudenkmäler Bauernhaus Nr. 3: eingeschossiger Bau, bezeichnet „1810“, mit zweigeschossigem Giebel und SchopfwalmG. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, S. 127. Mittlerweile abgerissen. Steinkreuz, mittelalterlich, Sandstein, am Ostausgang des Ortes

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2007 2020Einwohner 94 85 88 83 85 78 81 95 66 76 66 55 52HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als „Feuerstellen“ bezeichnet, 1840 als „Häuser“ und 1885 bis 1987 als „Wohngebäude“. 17 18 20 19 15 15 14 14 Quelle (Abgerufen am 5. September 2011). Die Einwohnerzahlen nennen im Abgleich mit der amtlichen Statistik vermutlich einen Einwohnerstand zwischen 2007 und 2008.

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Maria (Auerbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt, seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Colmberg) Kategorie:Ersterwähnung 1276 Kategorie:Ort an der Altmühl