mini|Südansicht des Schlösschens, rechts Ökonomiegebäude Schloss Luisenruh (Louisenruh) ist ein zweigeschossiges Bauwerk mit einem französischen Mansardwalmdach. Es liegt in der Gemeinde Aystetten mit Blick auf Schloss Aystetten. Das Schloss ist heute im Besitz eines Unternehmers und dient diesem als Wohn- und Arbeitssitz. Es ist nicht der Öffentlichkeit zugänglich. Die Schlossanlage stellt einen eigenen Gemeindeteil der Gemeinde Aystetten dar.

Geschichte Auf der Wiese Zu den drei Pappeln bei Aystetten errichtete Sebastian Andreas Balthasar von Hößlin (1759–1845), späterer Baudirektor der Stadt Augsburg – kurz nach seiner Heirat mit Louise Freiin von Schnurbein am 18. Juni 1792 – ein stattliches Sommerhaus. Zuvor befand sich auf dem Grundstück eine kleine Schutzhütte aus Holz, die vermodert in sich zusammenfiel. Fortan diente das Schlösschen, benannt nach der jungen Ehefrau des adeligen Bauherrn, als vielgeliebter Ferientreffpunkt derer von Hößlin. Im Laufe der Jahre legte der Schlossherr, dessen Frau fünf Jahre nach der Hochzeit verstarb, einen kleinen Park an, der in den nahegelegenen Wald überging. Direkt neben dem Schloss und imposanter als dieses wurde ein Ökonomiegebäude errichtet, „das der Baumeister mit großem Portal, Eckquaderung und Giebelfeld zu einem regelrechten Agrarschloss machte“.Metzger 2005, S. 60.

mini|Grundriss von Schloss und Manufaktur Louisenruh (rechts) von G. Haevel, 1813

Einen gesellschaftlichen Höhepunkt erlebte das Landschlösschen zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Hortense de Beauharnais lebte fünf Jahre lang in Augsburg. Während dieser Zeit besuchte sie zusammen mit ihrem Sohn Louis Napoleon, dem späteren Kaiser Napoleon III., mehrmals Louisenruh: „In den Erinnerungen der Familie Hößlin ranken sich noch heute um die Aufenthalte des jungen Louis Napoleon Geschichten und Geschichten: Mal warf der vornehme Herr mit einem Apfel eine Fensterscheibe ein, mal zitterte er vor schaurig erzählten Gespenstergeschichten“.Metzger 2005, S. 57.

Im Schlösschen befindet sich noch viel zeitgenössisches Meublement aus Tischen, halbhohen Vitrinen, Kommoden und Betten.

Umfangreiche Restauration (2015–2020) Über die letzten Jahrzehnte wurden die Zimmer des Schlosses einzeln an Personen vermietet. Insbesondere Schausteller und Künstler nutzten die Räumlichkeiten. Im Gebäude befand sich keine Heizung, und es standen nur sehr beschränkt sanitäre Anlagen zur Verfügung. Der Zustand des Schlosses verschlechterte sich im Laufe der Jahre immer weiter.

Im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts wurde das Schloss von einem Unternehmer erworben. Er ließ ab 2015 umfangreiche Restaurations Maßnahmen durchführen. Ziel war es, den historischen Zustand des Schlosses von 1813 wiederherzustellen. Neben umfangreichen Arbeiten im Innenraum des Haupt- sowie des Ökonomiegebäudes wurde der nicht mehr vorhandene rechte Flügel des Hauptgebäudes komplett neu errichtet. Außerdem wurde eine größere Parkanlage nach historischem Vorbild angelegt.

Die Restauration wurde mit 100.000 € von der Stiftung Denkmalschutz und Lotto Bayern gefördert.

Der Eigentümer des Schlosses erhielt 2022 den Schwäbischen Denkmalpreis für die Sanierung und den Umbau des Schlosses.

Literatur Barbara Zieser: 200 Jahre Luisenruh, Aystetten 1987. Gustav Guisez: Der Glanz des verlorenen Paradies. Balthasar von Hößlin und sein Refugium Louisenruh. Geschichte eines imposanten Landschlosses und seiner Besucher, in: Ebbes 1990/H. 1, S. 26–29. Christof Metzger: Landsitze Augsburger Patrizier. München/Berlin 2005. Wolfgang Czysz: Steinguthfabrique Louisensruh. Archäologie und Geschichte einer Steinzeugmanufaktur des 19. Jahrhunderts bei Aystetten in Bayerisch-Schwaben. Neusäß 1992, ISBN 3-8242-9970-4 (=Neusäßer Schriften 7).

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Einzelnachweise

Luisenruh Kategorie:Ort im Landkreis Augsburg Kategorie:Bauwerk in Aystetten Kategorie:Baudenkmal in Aystetten