Die Liste von Salinen in Deutschland erfasst noch aktive und bereits stillgelegte Salinenbetriebe in Deutschland.

Liste Baden-Württemberg Name der Saline Kreis Ort Beginn Ende Salzarten Anmerkungen zur älteren Geschichte Heutiger Zustand Saline Bretten Karlsruhe Bretten etwa Mitte 13. Jahrhundert etwa Anfang 15. Jahrhundert Siedesalz keine näheren Überlieferungen. Spuren. Saline Bruchsal Karlsruhe Bruchsal 1721 1824 Siedesalz Siedehaus mit 3 Pfannen; 2,5%ige Sole wurde zunächst ungradiert versotten. Erst ab 1752 errichtete der Salinist Joachim Friedrich von Beust ein Dorngradierwerk von 2450 m Länge. Der abnehmende Salzgehalt der Solquelle führte zur Betriebseinstellung 1824. Heute erinnert in Bruchsal nur noch die „Salinenstraße“ an die ehemalige Salzproduktion. Die Saline musste nach Gründung der staatlich badischen Salinen Dürrheim und Rappenau geschlossen werden, welche gesättigte Sole verarbeiteten. Saline Dürrheim Schwarzwald-Baar-Kreis Bad Dürrheim 1822 1971 Siedesalz Im Jahre 1822 fand man bei Bohrungen ein unterirdisches Salzlager. Die Sole mit einem Salzgehalt von 27 % wurde seit 1823 gefördert und in der Saline in großen Siedepfannen zu Speisesalz gesiedet. Seit 1883 wird die Sole für Badekuren genutzt (darum Solbad). 1921 erhielt Dürrheim das Prädikat Bad. Die Dürrheimer Saline wurde in den 1920er Jahren mit der Saline Bad Rappenau vereinigt, in den 1960er Jahren Teil der Südwestdeutschen Salz AG, die 1971 mit dem Heilbronner Salzwerk zur Südwestdeutschen Salzwerke AG fusionierte, und daraufhin aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt. Heute erinnern u. a. die Solebohrtürme aus dem 19. Jahrhundert an die Salinenzeit. Saline Bad Friedrichshall Heilbronn Bad Friedrichshall 1817 bis dato Siedesalz Die Saline entstand 1817 als staatlich württembergische Gründung an der Stelle, wo bei einer von der Bergbehörde unternommenen Tiefbohrung am 1. September 1815 zum ersten Mal in Deutschland gesättigte Sole erbohrt worden war. Siedegebäude mit 14 Siedepfannen, 4 Bohrlöcher mit Solpumpenanlage. Jährliche Produktion von cs. 20.000 t Siedesalz. 1853–1858 wurde bei Jagstfeld die erste Schachtanlage zur Steinsalzgewinnung erstellt, welche 1895 infolge Wassereinbruchs zum Erliegen kam. Saline Gerabronn Schwäbisch Hall Gerabronn 1753 1792 Siedesalz 17 m Brunnenschacht, 1 Gradierhaus, mehrere Siedehütten. Die nur ca. 1%ige Sole erbrachte z. B. 1781 lediglich eine Jahresproduktion von ca. 14 t. Spuren. Saline Heilbronn Heilbronn Heilbronn 1887 1945 Siedesalz Rohsalzgewinnung unter Tage im Schacht Heilbronn. Produktion im Salzwerk Heilbronn i.J. 1888: 69.500 t Steinsalz und 25.000 t Siedesalz. Anfang des 20. Jahrhunderts waren 16 Siedepfannen im Betrieb. Spuren. Saline Jagstfeld Heilbronn OT von Bad Friedrichshall 1817 1869 Siedesalz 1816 in 148 m Teufe ein großes Steinsalzlager erbohrt. 1817 Errichtung des Salinengebäudes. 1 Solereservoir, im Siedehaus war eine Vorwärm- und eine Siedepfanne. Später kamen weitere Solebohrungen hinzu. Produktion. 1820 = 850 t, 1821 = 5.000 t, 1822 = 8.500 t. Die Kapazität lag bei 15.000 t. Spuren. Saline Mosbach Neckar-Odenwald-Kreis Mosbach 1764 1824 Siedesalz Sole nur knapp 1,5%ig. Dorngradierwerk von 280 m Länge. Jährliche Produktion nicht über 200 t. Spuren („Gutleutbrunnen“). Saline Offenau Heilbronn Offenau 1754 1929 Siedesalz, Viehsalz Sole weniger als 2%ig. Produktion von 1756 bis 1797 etwa 12.000 t Siedesalz und 3.000 t Viehsalz. 1810: Eine Solebohrung fand in 135 m Teufe höherprozentige, eine weitere später sogar gesättigte Sole. Spuren. Saline Rappenau Heilbronn Bad Rappenau 1823 1969 Siedesalz (Speise-, Vieh-, Bade- und Industriesalz) 6 Bohrlöcher, Solreservoir, 5 Siedehäuser mit 17 Siedepfannen. Produktion 1936: rund 20.000 t Siedesalz. Belegschaft. 79 Mann. Die zu Heilzwecken angewandten Solebäder begründeten den heutigen Rappenauer Kurbetrieb und den Bädertitel der Stadt. Das ehemalige Salinengelände ist heute Teil des Kurparks, Sole wird weiterhin zu Heilzwecken gewonnen. Saline Wilhelmshall bei Rottenmünster Rottweil Rottweil 1824 1969 Siedesalz 6 Siedehäuser mit 6 Siede- und 12 Trockenpfannen, Solereservoir, 3 Bohrlöcher mit Solepumpanlage. 1936: etwa 7.000 t Siedesalz, Belegschaft 50 Mann. Insgesamt wurden rund 800.000 t Siedesalz gewonnen. Der 1975 gegründete Solebadverein nahm sich auch der Aufgabe der musealen Nutzung dieses Bereichs an. Seine Mitglieder sammelten Geräte und Werkzeuge, Dokumente und Bildmaterial aus der Salinenzeit und richteten die maschinelle Ausstattung des „Unteren Bohrhauses“ wieder her.

1983 wurde einer der Rundbehälter von der Höhe zwischen Prim- und Neckartal hierher versetzt, der heute als Ausstellungsraum dient. Nach Auflösung des Solebadvereins übernahm die Stadt Rottweil dieses Museum. Seit 1986 wird es vom Förderverein Saline-Museum Rottweil e.V. ehrenamtlich betrieben. Saline Schwäbisch Hall Schwäbisch Hall Schwäbisch Hall vor 1200 1924 Siedesalz 8%ige Sole. Die Saline gehörte ursprünglich dem König, doch bereits 1306 lagen die Eigentumsrechte überwiegend bei Haller Bürgerfamilien. Später erwarb der reichsstädtische Magistrat einen entscheidenden Einfluss auf die Salzgewinnung. 1924 schloss der württembergische Staat aus wirtschaftlichen Gründen die Saline, die zuletzt nur noch 30 bis 35 Menschen beschäftigt hatte. Die Bauten wurden in der Folge weitgehend abgerissen. Abgesehen vom Haalbrunnen auf dem als Parkplatz genutzten Haalplatz haben sich kaum sichtbare Spuren der Salzgewinnung erhalten.. Saline Wilhelmshall bei Schwenningen Schwarzwald-Baar-Kreis Villingen-Schwenningen 1824 1865 Siedesalz Nach einer geglückten Tiefbohrung im Jahre 1823 erfolgte das Hochpumpen der Sole mittels zweier so genannter Rosskünste. In fünf Siedehäusern mit je fünf Siede- und Dampfpfannen produzierte diese Saline in ihrer Betriebszeit insgesamt etwa 160.000 t Siedesalz. Spuren. Saline Stetten Zollernalbkreis Stetten bei Haigerloch 1854 1924 Siedesalz 1853 fand das Salzbergwerk Stetten in 123 m Teufe ein Steinsalzlager. Aufgelöstes Grubensalz wurde in einer einzigen, 70 m² großen Siedepfanne gesotten. Jahresproduktion stieg von anfangs 600 t auf fast 2000 t anno 1896. Die Saline wurde 1924 stillgelegt und die Gebäude später abgebrochen. Das Salzbergwerk Stetten wird heute noch betrieben. Saline Sulz am Neckar Rottweil Sulz am Neckar vor 1252 1924 Siedesalz 2-3%ige Sole. Anfangs 14 Siedehütten, später ein neues großes Siedehaus mit 4 Siedepfannen à 10 m² Grundfläche. Die seit 1571 bestehenden Strohgradierwerke wurden um 1750 abgerissen und an deren Stelle Dorngradierwerke errichtet. Die Jahresproduktion, welche jahrhundertelang nur 300 t betrug, erhöhte sich auf 1000 t. Spuren; in Erinnerung an die frühere Bedeutung der Salzgewinnung aus Sole wird seit dem Neubau des Freibads das Schwimmbecken mit Sole gefüllt und ist damit das einzige Solefreibad im Umkreis. Saline Weißbach Hohenlohekreis Weißbach (Hohenlohe) vor 1237 1827 Siedesalz Im ausgehenden Mittelalter beginnt die Salzgewinnung. In der Nachbargemeinde Niedernhall wurde 4%ige Sole gefördert, die dann durch hölzernen Röhren zu zwei Salinen nach Weißbach floss, wo durch Erhitzen das Salz gewonnen wurde. Jährliche Produktion < 100 t. Im 18. Jahrhundert wurde die Salzgewinnung jedoch unrentabel, da der Salzgehalt der Sole abgenommen hatte. Aus einer der Salinen wurde dann eine Mühle. Keine Spuren. Saline Wimpfen Heilbronn Bad Wimpfen 1763 1967 Siedesalz Knapp 2%ige Sole, welche sich zuweilen auf bis zu 0,75 % verdünnte. Sehr unrentabler Salinenbetrieb. Erst 1818 erbrachte eine 142 m tiefe Bohrung gesättigte Sole. 1821: Jahresproduktion 7500 t, 15 Jahre später bereits 13.000 t. Heute steht am Ort der alten Äußeren Saline das Werk der Solvay Fluor GmbH. Hinter dem Viadukt wird aus einem Bohrloch immer noch eine geringe Menge Sole für den Eigenbedarf des Werkes gewonnen. Die Salzproduktion wurde jedoch 1967 eingestellt..

Bayern