Kohlgrund ist ein Stadtteil der Kleinstadt Bad Arolsen im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.
Geographische Lage Kohlgrund liegt direkt an der Grenze zu Westfalen im Norden des Stadtgebietes und ist eines von vier Dörfern im Roten Land. Im Ort treffen sich die Landesstraße 3198 und die Kreisstraße 66.
Geschichte Ortsgeschichte Der Ort wurde erstmals im Jahre 1537 erwähnt und gehörte zum Amt Eilhausen der Grafschaft Waldeck. Der Ortsname wird von einer Köhlersiedlung abgeleitet. Bei Kohlgrund wurde Holzkohle zur Verhüttung von Eisenerz im Orpetal produziert. Unterhalb des nahegelegenen Gutes Eilhausen arbeitete bis ins 19. Jahrhundert die größte Hütte der Gegend mit vier Öfen.
Die alte Kirche von Kohlgrund wurde im Hessenpark als Kirche aus Kohlgrund wiederaufgebaut. Die neue Kirche wurde bis 1971 errichtet. Aus der alten Kirche wurde in diese ein barocker, vor 1690 entstandener, Altaraufsatz übernommen, der dem Bildhauer Josias Wolrad Brützel zugeschrieben wird.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Zum 1. Juli 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Kohlgrund im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Arolsen eingegliedert. Für Kohlgrund, wie für alle durch die Gebietsreform eingegliederten Gemeinden von Bad Arolsen, wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Kohlgrund angehört(e):
vor 1712: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Waldeck, Amt Eilhausen ab 1712: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Waldeck, Amt Eilhausen ab 1807: Fürstentum Waldeck, Amt Eilhausen ab 1815: Fürstentum Waldeck, Oberamt der Diemel ab 1816: Fürstentum Waldeck, Oberjustizamt der Diemel ab 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (seit 1849), Kreis der TwisteTrennung zwischen Justiz (Kreisgericht Arolsen) und Verwaltung. ab 1867: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (Akzessionsvertrag mit Preußen), Kreis der Twiste ab 1871: Deutsches Reich, Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste ab 1919: Deutsches Reich, Freistaat Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste ab 1929: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis der Twiste ab 1942: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck, Stadt Bad Arolsen ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Stadt Bad Arolsen
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Kohlgrund 204 Einwohner. Darunter waren 6 (2,9 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 36 Einwohner unter 18 Jahren, 78 waren zwischen 18 und 49, 57 zwischen 50 und 64 und 33 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 87 Haushalten. Davon waren 24 Singlehaushalte, 27 Paare ohne Kinder und 33 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 21 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 57 Haushaltungen leben keine Senioren.
Einwohnerentwicklung
Quelle: Historisches Ortslexikon 1541: 16 Häuser 1620: 27 Häuser 1650: 19 Häuser 1738: 28 Häuser 1770: 59 Häuser, 242 Einwohner
Historische Religionszugehörigkeit • 1895: 372 evangelische (= 99,47 %), zwei katholische (= 0,53 %) Einwohner • 1961: 301 evangelische (= 92,20 %), 15 katholische (= 4,63 %) Einwohner
Persönlichkeiten Carl Beck (1822–1884), Politiker und Pfarrer Christian Heine (1867–1944), deutscher Landwirt und Politiker, 1900 bis 1933 Bürgermeister von Kohlgrund
Literatur Heinrich Bodenhausen und Friedrich Hübel: Das Rote Land. Helmighausen – Hesperinghausen – Kohlgrund – Neudorf. Arolsen: Waldeckischer Geschichtsverein 2014 (= Waldeckische Ortssippenbücher 88)
Weblinks Stadtteil Kohlgrund. In: Webauftritt der Stadt Bad Arolsen.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg Kategorie:Geographie (Bad Arolsen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Waldeck-Frankenberg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung 1537