Unterensingen ist eine Gemeinde im Landkreis Esslingen. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur europäischen Metropolregion Stuttgart.
Geographie Geographische Lage mini|Unterensingen 1683/1685 im Kieserschen Forstlagerbuch mini|Unterensingen vom Nürtinger Säer aus gesehen Unterensingen liegt im Naturraum Nürtinger-Esslinger Neckartal auf der linken und westlichen Seite des oberen Neckars, in Luftlinie gut 3 km nordnordöstlich von Nürtingen und etwa 10 km südöstlich der Kreisstadt Esslingen am Neckar. Ursprünglich wurde am Talhang gesiedelt, in den letzten 50 Jahren ist auch die Talaue bebaut worden.
Nachbargemeinden Angrenzende Gemeinden sind Köngen im Norden, Wendlingen im Osten, Oberboihingen im Südosten, Nürtingen im Süden, Wolfschlugen und Neuhausen auf den Fildern im Westen und Denkendorf im Nordwesten (alle Landkreis Esslingen).
Gemeindegliederung Zu Unterensingen gehören das Dorf Unterensingen und das Gehöft Lindenhof.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 230
Flächenaufteilung
Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Unterensingen. Statistisches Landesamt.
Geschichte Überblick Ensingen wurde erstmals 1124 urkundlich erwähnt. Die Teilung in Oberensingen (heute Stadtteil von Nürtingen) und Unterensingen ist seit 1358 gesichert. Die beiden Ensingen gehörten ursprünglich zum Herrschaftsbereich der Herzöge von Teck und gingen im Spätmittelalter an die Grafschaft Württemberg, welche den Ort dem Amt Nürtingen zuordnete. Auch nach der Umsetzung der neuen Verwaltungsgliederung im 1806 gegründeten Königreich Württemberg blieb das altwürttembergische Unterensingen nunmehr beim Oberamt Nürtingen. Im Zuge der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Unterensingen 1938 zum neu umrissenen Landkreis Nürtingen, dem Rechtsnachfolger des bisherigen Oberamts. 1945 wurde der Ort Teil der Amerikanischen Besatzungszone und gehörte somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging. Durch die Kreisreform in Baden-Württemberg gelangte Unterensingen 1973 zum Landkreis Esslingen.
Religionen Seit der Reformation ist der Ort mit seiner Michaelskirche evangelisch geprägt. Seit der Ansiedlung von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg gibt es aber auch wieder Katholiken im Ort, die gemeinsam mit ihren Glaubensgeschwistern aus Köngen eine Gemeinde bilden.
Einwohnerentwicklung Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze). Stichtag Einwohner 3. Dezember 1834 ¹ 833 1. Dezember 1871 ¹ 821 1. Dezember 1900 ¹ 805 17. Mai 1939 ¹ 1.067 13. September 1950 ¹ 1.549 Stichtag Einwohner 6. Juni 1961 ¹ 2.101 27. Mai 1970 ¹ 3.303 25. Mai 1987 ¹ 3.927 31. Dezember 1991 4.194 31. Dezember 1995 4.366 Stichtag Einwohner 31. Dezember 2000 4.479 31. Dezember 2005 4.515 31. Dezember 2010 4.577 31. Dezember 2015 4.782 31. Dezember 2020 4.921
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Unterensingen besteht aus den gewählten 14 ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.
Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Endergebnis (mit Vergleich zu 2019):Wahlinformationen auf komm.one
Parteien und Wählergemeinschaften % 2024 Sitze 2024 % 2019 Sitze 2019 UBG Unabhängige Bürgergemeinschaft Unterensingen 30,23 4 30,7 4 CDU.FB CDU/Freie Bürger Unterensingen 21,39 3 20,4 3 proUE pro Unterensingen 19,33 3 18,4 3 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 11,67 2 14,2 2 BVU Bürgervereinigung Unterensingen 17,38 2 16,3 2 Gesamt 100 14 100 14 Wahlbeteiligung 67,57 % 64,19 %
Bürgermeister Bis 1930 wurden die Bürgermeister in Unterensingen als Schultheißen bezeichnet. +Schultheißen und Bürgermeister von Unterensingen im ZeitverlaufAmtszeitName des Bürgermeisters1475Werner Butz1492Ebenkonz1526Jörg Kraushaar1535Benz Deckelin1558–1564Michael Schmack1564–1569Benedikt Winther1570–1586Melchior Silberberg1586–1608Jacob Silberberg1610–1612Jacob Schmohl1613–1630Hanns Silberberger1632–1636Michel Mayer1636–1664Hanns Kraushaar1665–1682Hanns Mayer im Hof1682–1714Hanns Jerg Kraushaar1714–1716Jerg Hoß1717–1722Hanns Jerg Kraushaar1722–1740Matthäus SchmohlAmtszeitName des Bürgermeisters1740–1760Johann Georg Mayer1760–1778Johann Georg Ost1778–1786Matthäus Ost1787–1818Matthäus Siegle1818–1823Jakob Schmid1823–1846Michael Stumpp1846–1857Johann Adam Riempp1857–1867Christian Stumpp1867–1890Matthäus Gähr1890–1910Christian Kraushaar1911–1935Matthäus Link1936–1945Andreas Bauer1945–1946Hermann Schmid (kommissarisch)1946–1966Imanuel Pfisterer1966–1994Walter Straub1994–2026Sieghart Frizseit 2026Robin Schmitt
Verwaltungsgemeinschaft Unterensingen unterhält mit der Stadt Nürtingen eine vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft.
Wappen Offizielle Blasonierung: „Im goldenen (gelben) Schildhaupt des Wappens liegt eine schwarze Hirschstange, darunter in Blau ein vierspeichiges achtschaufliges Mühlrad.“ Während das Mühlrad auf die Bedeutung Unterensingens als Mühlenstandort hinweist, zeigt die Hirschstange die jahrhundertealte Zugehörigkeit zu Württemberg an.
Partnerschaften Seit 1989 unterhält Unterensingen partnerschaftliche Beziehungen zu Mecseknádasd in Ungarn.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Unterensingen ist durch die Bundesstraße 313 (Plochingen–Tübingen) an das überregionale Straßennetz angeschlossen. Die Bundesautobahn 8 ist zwei Kilometer entfernt und über die Anschlussstelle Wendlingen erreichbar.
Es verkehrt die vom VVS betriebene Buslinie 184 nach Wendlingen sowie nach Nürtingen, wo jeweils Anschluss an die Regionalbahnlinie Stuttgart-Tübingen und in Wendlingen an die S1 von Kirchheim/Teck nach Herrenberg und den RE 200 über die Schnellfahrstrecke nach Ulm besteht.
Am Ortsrand verläuft der Neckartal-Radweg, ein Radfernweg von Villingen-Schwenningen nach Mannheim. Der Württemberger Weinradweg verläuft von Rottenburg am Neckar nach Niederstetten. In Unterensingen ist er mit dem Neckartal-Radweg identisch.
Ansässige Unternehmen International agierende mittelständische Unternehmen wie die Swarco Traffic Holding, Swarco Traffic Systems GmbH (bis 1. September 2010 Signalbau Huber GmbH) oder Zinco GmbH haben ihren Sitz in Unterensingen. Gerade die gute Anbindung an die B 313, die A 8 und die Nähe zum Flughafen Stuttgart macht Unterensingen zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort.
Bildung Unterensingen verfügt über eine Grundschule. Außerdem gibt es vier Kindergärten im Ort sowie das Blümchennest als Kooperation mit dem Tageselternverein.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Museen Im Gustav-Kemmner-Zimmer im Alten Schulhaus werden Werke des bekanntesten Unterensinger Künstlers ausgestellt.
Sport Der SKV Unterensingen wurde 1946 gegründet und ist vor allem durch seine Handballabteilung, die in der Württembergliga spielt, überregional bekannt. Nachdem die Fußballabteilung 1993 aufgelöst worden war, gründete sich im selben Jahr der FC Unterensingen, dieser zog den aktiven Spielbetrieb im Jahr 2018 allerdings wieder zurück.
Regelmäßig finden in Unterensingen die Europameisterschaften im Inlineskate-Slalom statt.
Söhne und Töchter der Gemeinde
Jakob Melchinger (1867–1946), Landwirt, Landtagsabgeordneter von 1920 bis 1928 (WBWB) Gustav Kemmner (1875–1941), MalerGustav Kemmner. Gemeinde Unterensingen; abgerufen am 3. Dezember 2015
Literatur Hans Schwenkel: Heimatbuch des Kreises Nürtingen. Band 2. Würzburg 1953, S. 1121–1143. Gerhard Hergenröder, Unterensingen: Geschichte einer Gemeinde. Gemeinde Unterensingen, 1995, ISBN 3-925589-13-9 Der Landkreis Esslingen. Hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg i. V. mit dem Landkreis Esslingen. Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, Band 2, S. 423
Weblinks
Unterensingen bei leo-bw, dem landeskundlichen Informationssystem Baden-Württemberg
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Esslingen
Kategorie:Ersterwähnung 1124 Kategorie:Ort am Neckar