Anabasis ist eine Pflanzengattung in der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae).

Beschreibung Anabasis-Arten sind einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen oder Halbsträucher. Die fleischigen Stängel sind deutlich gegliedert, ihre Oberfläche ist meist kahl bis auf Haarbüschel an den Knoten, seltener mit papillenartigen Trichomen oder wollig behaart. Die Laubblätter stehen gegenständig, sie können zu Schuppen reduziert oder deutlich entwickelt sein.

Die Blütenstände sind verlängerte oder gestauchte Ähren. Die zwittrigen Blüten stehen einzeln oder in Gruppen von bis zu vier eingesunken in den Achseln der Tragblätter, mit zwei seitlichen Vorblättern (Brakteolen). Die Blütenhülle besteht aus 5 etwas ungleich breiten, häutigen Tepalen. Es sind drei bis fünf Staubblätter vorhanden, die keine Anhängsel tragen. Zwischen den Staubblättern können sich Staminodien befinden. Der Fruchtknoten ist vertikal mit zwei bis drei kurzen, dicken Narben. Die reife Frucht kann beerenartig oder trocken sein, sie ist entweder hochkant und zusammengedrückt oder fast kugelig. Der Same steht vertikal und ist etwa linsenförmig. Er wird vom spiraligen Embryo ausgefüllt, ein Nährgewebe fehlt.

Zur Fruchtzeit bilden sich meist auf dem Rücken einiger oder aller Tepalen häutige, etwas ungleich breite Flügel. Selten bleiben die Tepalen ungeflügelt. Die Fruchtreife liegt sehr spät, meist erst im November.

Verbreitung und Habitat Die Gattung Anabasis ist von Südwest-Europa und Nord-Afrika über die Küste des Roten Meeres (Äthiopien) bis nach Südwest- und Zentral-Asien verbreitet. Asien ist das Gebiet mit der größten morphologischen Variation. Die Arten wachsen in Steppen und Halbwüsten.

Systematik Der Gattungsname Anabasis wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum S. 223 erstveröffentlicht.Erstveröffentlichung eingescannt bei Biodiversity Heritage Library Typusart ist Anabasis aphylla Synonyme sind Brachylepis und Esfandiaria sowie Fredolia

Die Gattung Anabasis gehört in die Tribus Salsoleae s. str. in der Unterfamilie der Salsoloideae innerhalb der Familie der Amaranthaceae. Sie enthält nach Akhani et al. 2007 29 Arten: mini|Anabasis aretioides mini|Anabasis setifera, Blütenstand Anabasis aphylla : Sie kommt im Iran, Irak, im europäischen Russland, im Kaukasusraum, in Kasachstan, Usbekistan und in China vor. Anabasis aretioides (Syn.: Fredolia aretioides ): Algerien bis Mali. Anabasis articulata : Nordafrika bis Irak und Arabischen Halbinsel, dazu Südspanien. Anabasis brachiata : Zentralasien. Anabasis brevifolia : Südwestliches Sibirien bis China. Anabasis calcarea : Iran. Anabasis cretacea (Syn.: Anabasis tianschanica ): Südöstliches europäisches Russland bis nördliches Xinjiang. Anabasis ebracteolata : Kasachstan und Usbekistan. Anabasis ehrenbergii : Nordöstlicher Sudan bis Somalia, Sokotra und Arabische Halbinsel. Anabasis elatior : Kasachstan, Xinjiang und Mongolei. Anabasis eriopoda : Iran bis Mongolei und nördliches Xinjiang. Anabasis eugeniae : Transkaukasien bis nördlicher Iran. Anabasis ferganica : Zentralasien. Anabasis gypsicola : Kasachstan. Anabasis haussknechtii (Syn.: Anabasis iranica : ): Iran bis westliches Pakistan. Anabasis jaxartica : Zentralasien bis Iran. Anabasis lachnantha : Südlicher Irak bis Pakistan. Anabasis macroptera : Zentrales Afghanistan. Anabasis oropediorum : Sie kommt in Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, auf der Sinaihalbinsel und in Israel vor. Anabasis paucifolia Anabasis pelliotii : Zentralasien bis südwestliches Xinjiang. Anabasis prostrata : Marokko und Algerien. Anabasis salsa : Sie kommt in europäischen Russland, in West-Sibirien, in Aserbaidschan, im Iran, in Kasachstan, Usbekistan, in Xinjiang und in der Mongolei vor. Anabasis setifera : Ägypten und Sudan bis nordwestliches Indien. Anabasis syriaca : Marokko, Algerien, Tunesien, Sinai bis Syrien. Anabasis truncata : Zentralasien bis nordwestliches China. Anabasis turgaica : Kasachstan. Anabasis turkestanica : Zentralasien bis nördliches Afghanistan.

Literatur I.C. Hedge: Anabasis. – In: Karl Heinz Rechinger et al. (Hrsg.): Flora Iranica, Band 172 – Chenopodiaceae. Graz, Akad. Druck, 1997, S. 305–306. (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung).

Einzelnachweise Hossein Akhani, Gerald Edwards & Eric H. Roalson: Diversification Of The Old World Salsoleae S.L. (Chenopodiaceae): Molecular Phylogenetic Analysis Of Nuclear And Chloroplast Data Sets And A Revised Classification, in: International Journal of Plant Sciences, 168 (6), 2007, S. 931–956.

Datenblatt Anabasis bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.

Weblinks

Anabasis-Fotos bei Flowers in Israel

Kategorie:Fuchsschwanzgewächse Kategorie:Amaranthaceae