mini|Lubna Azabal (2011) Lubna Azabal (* 1973 in Brüssel, Belgien) ist eine belgisch-marokkanisch-spanische Schauspielerin.

Leben Azabal ist die Tochter eines Marokkaners und einer Spanierin. Sie wurde dreisprachig erzogen (Französisch, Spanisch und Berberisch). Außerdem spricht sie Englisch, Flämisch und Arabisch.

Lubna Azabal besuchte in Brüssel sowohl die private Schauspielschule „de Kleine Academie“ als auch das Königliche Konservatorium Brüssel (Conservatoire Royal de Bruxelles). Sie begann ihre Schauspielkarriere zunächst am Theater. 1996 erhielt sie ihre erste Rolle in einem Film. 1997 wurde sie vom belgischen Filmemacher Vincent Lannoo in seinem Kurzfilm J’adore le Cinéma besetzt. Anschließend zog sie nach Paris und spielte vorwiegend in französischen Kino- und Fernsehproduktionen.

Bekannt wurde sie vor allem mit ihrer Rolle im palästinensischen Politdrama Paradise Now, das 2005 den Publikumspreis bei der Berlinale und 2006 den Golden Globe gewann und 2006 für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert war. Nach dem großen Erfolg von Paradise Now wurden ihr auch Rollen in englischsprachigen Big-Budget-Kinoproduktionen angeboten. 2008 erhielt sie zunächst eine kleinere Rolle neben Leonardo DiCaprio und Russell Crowe im US-amerikanischen Thriller Der Mann, der niemals lebte, 2011 spielte sie dann an der Seite von Gerard Butler, Ralph Fiennes und Vanessa Redgrave im britischen Historiendrama Coriolanus.

2011 erlangte sie erneut internationale Beachtung, als sie bei den Genie Awards, dem kanadischen Pendant zur Oscar-Verleihung, als beste Hauptdarstellerin für Die Frau, die singt ausgezeichnet wurde. Das Drama erhielt insgesamt acht Genie Awards, unter anderem als bester Film und für die beste Regie, und war im gleichen Jahr auch für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert. Für ihre Darstellung in Tueurs (2017) wurde sie 2019 mit dem belgischen Filmpreis Magritte als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

Im Jahr 2009 zog sie von Paris wieder zurück nach Belgien.

Im Jahr 2024 wurde Azabal beim 77. Filmfestival von Cannes als Jurypräsidentin des Kurzfilmwettbewerbs und der Sektion La Cinéf bestimmt. Short films and La Cinef Jury and selections of the 77th Festival de Cannes. In: festival-cannes.com, 23. April 2024 (abgerufen am 23. April 2024).

Filmografie (Auswahl) Kino

Fernsehen 2002: La source des Sarrazins (Fernsehfilm) – Regie: Denis Malleval 2008: Bajo el mismo cielo (Fernsehfilm) – Regie: Sílvia Munt 2009: Serie in Schwarz (Suite Noire; Fernsehreihe, Folge: On achève bien les disc-jockeys) – Regie: Orso Miret 2009: Occupation (Fernsehserie) 2010: I Am Slave (Fernsehfilm) – Regie: Gabriel Range 2011: Le Repaire de la vouivre (Fernsehfilm) – Regie: Edwin Baily 2011: Tout le monde descend (Fernsehfilm) – Regie: Renaud Bertrand 2014: The Honourable Woman (Fernsehserie) 2015: Stadt ohne Namen (Trepalium, Fernsehserie) 2016–2017: Glacé – Ein eiskalter Fund (Glacé, Fernsehserie) 2017: On l’appelait Ruby (Fernsehfilm) – Regie: Laurent Tuel 2018: Nox (Fernsehserie) 2018: The Break (Fernsehserie) 2018: Die purpurnen Flüsse (Les rivières pourpres, Fernsehserie) 2018: Die Libelle (The Little Drummer Girl, Fernsehserie) 2019: The Collapse (L’Effondrement, Fernsehserie) 2020: Le Voyageur (Fernsehserie) 2020–2021: Cheyenne & Lola (Fernsehserie) 2021: Braqueurs: Im Auge des Wolfes – Die Serie (Braqueurs, Fernsehserie) 2022: Champion – Regie: Mona Achache 2023: Alphonse (Fernsehserie) 2024: Des blessures invisibles 2024: L'école des espions

Theater 1999: Dona Rosita (Doña Rosita bleibt ledig oder Die Sprache der Blumen) von Federico García Lorca 2000: L’Horloge et le désert (Was Euch bleibt) von Ghassan Kanafani 2002: Une nuit arabe (Die arabische Nacht) von Roland Schimmelpfennig 2003: Le Tampon vert von Aziz Chouaki 2006: L’Île des esclaves (Die Sklaveninsel) von Pierre Carlet de Marivaux

Auszeichnungen 2010: Black Pearl Award (Middle East International Film Festival – Abu Dhabi) als beste Hauptdarstellerin für Die Frau, die singt – Incendies 2011: Genie Award als beste Hauptdarstellerin für Incendies 2019: Magritte als beste Hauptdarstellerin für Tueurs

Weblinks

Video-Interview (englisch) aus dem Jahr 2004

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Belgier Kategorie:Marokkaner Kategorie:Geboren 1973 Kategorie:Frau