Das Otto-von-Taube-Gymnasium ist ein 1967 gegründetes naturwissenschaftlich-technologisches und sprachliches Gymnasium in Gauting im oberbayerischen Landkreis Starnberg. Bekannt ist die Schule vor allem durch eine Förderklasse für hochbegabte Kinder und ein bisher einmaliges Kooperationsprogramm mit der TU München.TUMKolleg bei der TU München, abgerufen am 20. Februar 2014.
Geschichte
Gründung Bis in die 1930er Jahre besuchten nur wenige Gautinger Kinder eine weiterführende Schule. Dies änderte sich gravierend mit der Bildungsreform der 1960er Jahre, wodurch immer mehr Kinder höhere Schulen in den umliegenden Gemeinden besuchten. Um deren Überfüllung zu verhindern und eine eigene Schule zu erhalten, engagierten sich Gautinger Eltern ab 1965 für die Gründung eines eigenen Gymnasiums in Gauting. Hierauf trat die Gemeinde in Verhandlungen mit dem Bayerischen Kultusministerium, die am 27. April 1967 zum Beschluss des Gemeinderats über die Gründung eines Gymnasiums führte.
Neubau Noch im selben Jahr wurde die Schule mit zwei Klassen gegründet und Winfried Zehetmeier wurde erster Direktor. Zunächst fand der Unterricht noch in der Realschule Gauting, der Volksschule Gauting und der Volksschule Stockdorf statt. Bereits seit der Gründung gab es Forderungen zur Errichtung eines Neubaus. Hierfür wurde eine Waldfläche am Siedlungsrand an der Germeringer Straße ausgewählt. Der Architektenwettbewerb 1968 wurde von Wilke Troebst gewonnen, allerdings erhielt der Viertplatzierte Wilhelm Kücker den Bauauftrag. Im Dezember 1969 begannen die Bauarbeiten, die erst im Juli 1972 abgeschlossen wurden. Die Baukosten betrugen 10,5 Millionen DM und die Schule wurde nach dem kürzlich verstorbenen Gautinger Künstler Otto von Taube benannt.
Erweiterung Weil zum Schuljahr 1973/74 bereits 26 statt der geplanten 24 Klassen die Schule besuchten und ein Jahr später 31 Klassen, musste das Gebäude erweitert werden. Den 1973 ausgeschriebenen Architektenwettbewerb gewannen Lothar-Maria Keiner und Rainer Köhler und erhielten auch den Bauauftrag. Die Bauarbeiten wurden zum Schuljahr 1975/76 mit Gesamtkosten von 4,6 Millionen DM abgeschlossen. Zum Schuljahr 1977/78 wurde die Kollegstufe statt der bisherigen Klassen eingeführt. Die Schülerzahlen stiegen 1978 bis auf 1409 Schüler und gingen erst mit dem Bau des Feodor-Lynen-Gymnasium Planegg langsam wieder zurück.
Die Baseball-Mannschaft Gauting Indians ging 1991 aus einem Schulprojekt während der Projekttage hervor, das der spätere Bundesligaspieler Florian Deisenhofer geleitet hatte. Seit 2016 ist ein Abriss der veralteten Zweifach- und der Neubau einer Dreifachturnhalle geplant. Aufgrund von Sparmaßnahmen der Gemeinde wurde das Projekt zuletzt 2023 aufgeschoben.
Aufgrund der ursprünglich geplanten Schülerzahl von 1260 beantragte die Schulleitung einen Container-Erweiterungsbau, um die zusätzlichen G9-Schulanfänger unterzubringen. Die Gemeinde überlegt aufgrund von Sparmaßnahmen den Antrag abzulehnen. Im Sommer 2024 ging Sylke Wischnevsky nach 21 Jahren als Schulleiterin in den Ruhestand. Ihr Nachfolger ist Alexander Schröder. Im Jahr 2024 wurde das Gymnasium für seine MINT-Fächer als „Bayerische Forscherschule“ ausgezeichnet, was mit 1500 Euro Preisgeld verbunden ist. Das Gymnasium als MINT-EC-Schule berechtigt, Schülern das MINT-EC-Zertifikat zu erteilen. Seit August 2025 hat die Schule zur Stärkung der Personalentwicklung eine erweiterte Schulleitung.
Ausbildungsrichtungen Das Gymnasium bietet zwei verschiedene Zweige an: Sprachliches Gymnasium mit drei Fremdsprachen in der Reihenfolge Latein, Englisch und Französisch Naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium, mit der Sprachenkombination Englisch-Französisch oder Latein-Englisch
Bei beiden Zweigen kann für die letzten drei Schuljahre als spätbeginnende Fremdsprache Italienisch anstelle der ersten Fremdsprache gewählt werden.
Seit dem Schuljahr 2001/2002 können Schüler in der fünften und sechsten Jahrgangsstufe in einer Bläserklasse ein Instrument erlernen.Die am Otto-von-Taube-Gymnasium, zuletzt abgerufen am 20. Februar 2014. Daneben existiert seit dem Schuljahr 2003/2004 eine Begabtenförderung.
TUMKolleg Seit dem Schuljahr 2009/10 betreibt das Gymnasium ein Kooperationsprojekt zwischen Schule und Universität, das sogenannte TUMKolleg. Pro Jahrgang können bis zu 15 naturwissenschaftlich interessierte Schüler der Oberstufe teilnehmen. Diese werden als eigener Oberstufenzug geführt, verbringen einen Tag pro Woche an der Technischen Universität München und werden dort von Mentoren betreut. Zudem wird die W-Seminararbeit der Schüler als Forschungsprojekt angelegt und großteils an einem Lehrstuhl der Universität erstellt. Das Projekt gewann 2012 den zweiten Platz beim Wettbewerb „Schule trifft Wissenschaft“ der Robert-Bosch-Stiftung.
Ausstattung Im März 2023 wurden 90 IPads für insgesamt 45.000 € angeschafft, die in Kontingenten von zehn Stück für den Unterricht eingesetzt werden können.
Schülerzahlen Bis 1980 nach Karl Mayr:
1970: 400 1973: 917 1974: 1084 1975: 1210 1976: 1344 1977: 1422 1978: 1409 1980: 1353 2021: 1049 2023/2024: 982 2024/2025: 919 2025/2026: 1036
Bekannte Absolventen Vinzenz Brinkmann (* 1958), Archäologe Martin Odersky (* 1958), Informatiker Alexander Dibelius (* 1959), Banker Gerry Hungbauer (* 1961), Schauspieler Michael Hornstein (* 1962), Musiker Matthias von Stegmann (* 1968), Schauspieler Ulrich Wangenheim (* 1973), Musiker Julia Fischer (* 1983), Geigerin Maximilian Platzer (* 1987), Bürgermeister von Gauting Marie Nasemann (* 1989), Model und Autorin Manuel Scheuernstuhl (* 1999), Synchronsprecher
Weblinks Offizielle Webpräsenz des Gymnasiums TUMKolleg des Otto-von-Taube-Gymnasiums
Einzelnachweise
Kategorie:Gymnasium in Oberbayern Kategorie:MINT-EC-Schule Kategorie:Gauting Kategorie:Schule im Landkreis Starnberg Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1967