Das Fußartillerie-Regiment „General-Feldzeugmeister“ (Brandenburgisches) Nr. 3 war von 1864 bis 1919 ein Artillerieverband der Preußischen Armee. mini|Siegelmarke des Regiments

Geschichte Die erste Einheit des späteren Regimentes wurde am 29. Februar 1816 gegründet. Der Name des Regimentes lautete damals noch Sächsische Artillerie-Brigade. Durch A.K.O. vom 16. Juni 1864 wurden die Artillerie-Brigaden in je ein Feldartillerie- und Festungsartillerie-Regiment geteilt. Der 16. Juni 1864 ist der Stiftungstag des Regimentes, das gemäß der A.K.O. die Bezeichnung „Brandenburgisches Festungsartillerie-Regiment Nr. 3“ erhielt. Feld- und Festungsartillerie-Regiment Nr. 3 „teilten“ sich die am 26. Mai 1816 verliehene Fahne.

Die Verleihung des Namenszusatzes „General-Feldzeugmeister“ geschah am 7. Dezember 1864: „Ich habe, um das Andenken der ruhmvollen Dienste zu ehren, welche die Artillerie in dem diesjährigen Feldzuge geleistet hat, an dem heutigen Tage, an welchem ich eine Abteilung derselben unter den vom Kriegsschauplatz zurückgekehrten, siegreichen Truppenteilen hier in meine Haupt- und Residenzstadt einrücken ließ, folgendes bestimmt: Der General-Feldzeugmeister Prinz Carl von Preußen, Königliche Hoheit, erhält die Auszeichnung, daß den beiden Regimentern der 3. Artillerie-Brigade der Beiname "General-Feldzeugmeister" verliehen wird, wonach das Brandenburgische Feldartillerie-Regiment Nr. 3 die Benennung: Brandenburgisches Feldartillerie-Regiment Nr. 3 (General-Feldzeugmeister) und das Brandenburgische Festungsartillerie-Regiment Nr. 3 die Bennung: Brandenburgisches Festungsartillerie-Regiment Nr. 3 (General-Feldzeugmeister) erhalten. Berlin, den 7. Dezember 1864. Wilhelm.“Allerhöchste Kabinettsorde vom 7. Dezember 1864, Berlin

Die Bezeichnung „General-Feldzeugmeister“ stammt aus der Zeit der Landsknechte. Unter „Zeug“ bzw. „Feldzeug“ verstand man seinerzeit die Artillerie und alles, was damit zusammenhing. Artilleristen wurden damals weniger als Soldaten, denn als Handwerker angesehen. So hatten sie auch keine Offiziere, sondern Meister als Vorgesetzte. Der Begriff „Feldzeugmeister“ als Oberster Inspekteur und später Befehlshaber der Artillerie bürgerte sich speziell in der preußischen Armee ein. Ab 1854 wurden in Preußen Generaloberste mit dem Rang eines Generalfeldmarschalls bei der Artillerie Generalfeldzeugmeister genannt.

1816 Das Regiment geht aus der 3. Artillerie-Brigade hervor. Diese wurde durch A.K.O. vom 29. Februar 1816 als Sächsische Artillerie-Brigade errichtet und erhielt bereits ab dem 21. April die Benennung: 3. Artillerie-Brigade.

Die 1. Kompanie wurde 1816 gebildet aus Einheiten der beiden Parkkolonnen der 6-Pfünder Fuß-Batterie Nr. 18 der 11. provisorischen Kompanie. Alle diese Einheiten hatten sich, trotz zum Teil gravierender Mängel in Ausbildung und Material, in den Befreiungskriegen 1813 und 1815 hervorragend bewährt. In den Berichten des kommandierenden Generals von Tauentzien sind mehrfach lobend die Namen von Offizieren und Mannschaften aus diesen Einheiten genannt.Oberleutnant Pulkowski: Kurzgefasste Geschichte des Fußartillerieregiments General-Feldzeugmeister (Brandenburgisches) Nr. 3, Verlag Ernst Siegfried Mittler & Sohn, Berlin 1901, Seite 5. Erwähnt sind Lt. Sannow, Lt. Thiele, Lt. v. Clausewitz und Feuerwerker Jänicke.

Die 2. Kompanie wurde als 11. Fuß-Kompanie aus der 2. Stamm-Kompanie der Schlesischen Artillerie-Brigade gebildet. 1815 wurde sie nach Torgau verlegt und der 3. Artillerie-Brigade zugeführt.

Die 3. Kompanie wurde als 9. Fuß-Kompanie aus der 7-Pfünder-Haubitz-Batterie Nr. 5 gebildet. Mangelhaft ausgebildet und schlecht ausgerüstet wurde sie 1815 in Glatz mobilgemacht und im Juni 1815 zu ihrem Korps kommandiert. Sie verlegte in die Gegend von Köthen und verblieb hier bis zu ihrer Demobilmachung im Mai 1816.

Die 4. Kompanie ging als 12. Fuß-Kompanie aus der 15. provisorischen Kompanie der Schlesischen Artillerie-Brigade hervor.

1819 Es zeigt sich, dass eine gleichzeitige Ausbildung der Fußkompanien als Feld- und Festungsartillerie nicht möglich ist. Deshalb wird ab 1819 von jeder Abteilung eine Fuß-Kompanie zur besonderen Ausbildung im Festungsdienst bestimmt. Die letzten drei Kompanien sollten dabei so rollieren, dass jede jeweils ein Jahr als Festungskompanie und zwei Jahre als Feldkompanie ausgebildet wird. Die jeweilige Festungskompanie gab dazu dann ihre Bespannung an die 12-Pfünder-Kompanie ab.

Ab September 1819 änderte sich die Nummerierung der Kompanien. Zur I. Abteilung gehörten die Kompanien 1 bis 4, zur II. Abteilung die Kompanien 5 bis 8 und zur III. Abteilung die Kompanien 9 bis 12.

1831 Im Juli 1831 gaben sämtliche Brigaden Mannschaften zur Neubildung von fünf Festung-Reserve-Artillerie-Kompanien ab. Davon waren je zwei für die Garnisonen Mainz und Luxemburg und eine für die Festung Saarlouis bestimmt. Aus der 2. Mainzer Festung-Reserve-Artillerie-Kompanie ging die fünfte Kompanie des FuAR Nr. 3 hervor. Im November wurden die Mannschaftsstärken der Kompanien auf 15 Unteroffiziere, 21 Bombardiere, 2 Hornisten und 77 Kanoniere erhöht.

Deutsch-Dänischen Krieg 1848 Am Deutsch-Dänischen Krieg 1848 nahm vom Regiment lediglich die 3. Kompanie teil. Unter Führung von Hauptmann Decker als 6-Pfünder-Batterie Nr. 11 beteiligte sie sich an folgenden Gefechten:

Schlacht bei Schleswig am 23. April Gefecht bei Apenrade am 28. April Gefecht bei Fredericia am 6. und 8. Mai Schlacht bei Düppel am 5. Juni Gefecht bei Alnoer am 14. Juni

Feldzug in Baden 1849 Der 2. Division des I. Korps (linkes Rhein-Ufer) war die 6-Pfünder Fuß-Batterie Nr. 11 unter Hauptmann Decker zugeteilt. Vier Divisionen waren am 12. Juni in der Linie Kreuznach-Neunkirchen aufgestellt. Die Aufständischen waren in der Gegend um Kaiserslautern versammelt. Die Batterie nahm im Verlauf des Feldzuges an folgenden Gefechten teil:

Gefecht bei Homburg am 13. Juni Beschießung eines Eisenbahnzuges bei Stettfeld am 21. Juni Gefecht bei Bischweier und Kuppenheim am 29. Juni Gefecht bei Kuppenheim am 30. Juni

1850 Durch A.K.O. vom 19. März 1850 erhielten die Artillerie-Brigaden die Benennung „Artillerie-Regiment“.

1851 Durch A.K.O. vom 27. März wird bestimmt, dass von jedem Feldartillerie-Regiment eine 6-Pfündige Batterie in eine Festungs-Kompanie umgewandelt werden muss. Dadurch wird die Kriegsstärke der Feldartillerie-Regimenter von fünf auf vier 6-Pfünder-Batterien reduziert.

Der 20. November ist der Gründungstag des I. Bataillons.

1860 Der 31. Juli ist der Gründungstag des II. Bataillons.

1861 Die Fahne des Regimentes wird zu der Krönung König Wilhelms I. am 18. Oktober 1861 nach Königsberg in Preußen befohlen.

Krieg gegen Dänemark 1864 Am Krieg gegen Dänemark nahm die 3. Festungs-Kompanie der Brandenburgischen Artillerie-Brigade teil. Sie erhielt am 3. März den Mobilmachungsbefehl und verließ am 7. März Torgau unter dem Kommando von Hauptmann Schäffer. In Magdeburg empfing sie am 8. März zwölf 25-pfündige Mörser nebst Bomben und Brandbomben und traf am 11. März am Kriegsschauplatz ein.

Beim Sturm auf die Düppeler Schanzen am 18. April hielt die 3. Kompanie die Batterien 5, 9, 18 und 19 besetzt. Als Ziele hatte die 5. Batterie: Schiffe, die eventuell im Wenningbund einlaufen sollten (die Batterie kam nicht zum Schuss) die 9. Batterie: die Schanzen IV und V die 18. Batterie: die Schanzen II und III und das Gelände zwischen ihnen bis auf ca. 300 m dahinter die 19. Batterie: das Retranchement, das in südöstlicher Richtung von Schanze IV zum Strand hin zog und das Gelände zwischen Schanze III und IV bis auf ca. 300 m dahinter.

Artilleristen der 3. Kompanie folgten den stürmenden Infanteristen nach und gaben mit vier aufgefundenen funktionsfähigen dänischen Geschützen einige Schüsse auf das Panzerschiff Rolf Krake ab. Am 21. April paradierten auch Einheiten des Regimentes im Sturmanzug vor König Wilhelm I.

Die 3. Kompanie nahm ebenfalls an der Belagerung von Alsen teil. Sie besetzte dazu die Batterien 27 und 31. Batterie 27 beschoss im Verlauf der Belagerung am 26. und 27. Juni dänische Batterien vor Alsen.

Nach dem Frieden von Wien wurde am 12. November der Rückmarsch befohlen und am 2. Dezember wurde die 3. Kompanie in Torgau demobilisiert.

Sie wurde mit drei Rote Adler-Orden IV. Klasse mit Schwertern, einem Militär-Ehrenzeichen I. Klasse, zwölf Militär-Ehrenzeichen II. Klasse, einer Österreichischen Tapferkeitsmedaille der I. und II. Klasse ausgezeichnet.

1865 Durch A.K.O. vom 30. März wird der Regimentsstab nach Mainz und die I. Abteilung nach Luxemburg verlegt. Im Juli verlegt die 8. Kompanie nach Mainz und ab dem 11. November ist das ganze Regiment in Mainz vereinigt.

Deutscher Krieg 1866 Noch vor Beginn des Deutschen Krieges bekam das Regiment am 14. Mai 1866 die Order aus der 4., 5. und 6. Kompanie jeweils die 12., 13. und 14. Kriegskompanie zu formieren. Auf Bundesbeschluss mussten preußische und österreichische Truppen die gemeinsamen Bundesfestungen verlassen. Deshalb verließen der Regimentsstab und die II. Abteilung Mainz und verlegten nach Koblenz. Sie bildeten ab dem 13. Juni einen Teil der Festungsbesatzung. Dabei besetzte die 5. Kompanie den Ehrenbreitstein die 7. Kompanie die Feste Alexander die 7. und die 14. Kompanie zusammen das Fort Konstantin die 8. Kompanie die Pfaffendorfer Höhe die 8. und die 13. Kompanie den Ehrenbreitstein die 6. Kompanie mit glatten 12-Pfündern eine Ausfallbatterie Lediglich die 6. Kompanie gab 7 Schuss im Verlauf des Krieges in der Nähe des Dorfes Zorn ab. Am 15. September wurden die 13. und 14. Kriegskompanie in Mainz aufgelöst, die 12. war bereits am 11. September in Saarlouis aufgelöst worden.

Deutsch-Französischer Krieg 1870/71 miniatur|Topographisch-militärischer Plan der Stadt und Festung Mainz von 1815. Stich von Johann Conrad Felsing, Herausgeber Dr. B. Hundeshagen mini|Eisenbahnbrückenpfeiler Südbrücke mini|Reduit-Kastel Die Kriegserklärung erreichte das Regiment während einer Schießübung auf dem Großen Sand bei Mainz. Sofort ging man gemäß den erhaltenen Ordern daran, die Festung zu armieren und kriegstüchtig zu machen. Zum Kommandeur der Artillerie-Kriegsbesatzung der Festung wurde Oberst Bartsch ernannt.

Die Kompanien befestigten und besetzten folgende Festungswerke: 1. Kompanie: Rheinkehlbefestigungen, Bastione Nikolaus, Katharina, Albani 2. Kompanie: Bastione Johann bis Georg 3. Kompanie: Fort Weisenau und Eisenbahnbrückenpfeiler 4. Kompanie: Forts Mariaborn, Zahlbach, Stahlberg, Bretzenheimer Turm 5. Kompanie: Forts Hauptstein und Judensand 6. Kompanie: Fort Gonsenheim 7. Kompanie: Hauptwall von Kastel und Reduitkaserne 8. Kompanie: Forts Alte und Neue Mainspitze 9. Kompanie: Zitadelle, Kontregarde Drusus, Raveline Drusus-Albani und Drusus-Johann, Anschlusskasematten Albani und Johann 10. Kompanie: Bastione Paul bis Raimundi, Blockhaus und Tambour vor dem Raimunditor und Inundationsschanze 11. Kompanie: Forts Karthaus, Karl, Welsch, Heiligkreuz und Hechtsheim 12. Kompanie: Dalheimer Schanze, Forts Joseph, Philipp und Elisabeth 13. Kompanie: Fort Bingen 14. Kompanie: Fort Hartenberg, Fort Hartmühl, Inundationsretranchement 15. Kompanie: Lünetten Wiesbaden, Erbenheim, Hochheim, Frankfurt, Anschluss an Blockhaus an der Mainachse und die drei Rheinschanzen 16. Kompanie: Fort Großherzog von Hessen und Turm auf der Petersaue

Am 26. August wurden der Stab der II. Abteilung sowie die 4. und 6. Kompanie telegrafisch mobilgemacht. Sie verlegten nach Marsal, übernahmen dort das Geschützmaterial und rückten dann als Belagerungs-Artillerie nach Toul vor.