miniatur|Südansicht Die Stadtpfarrkirche St. Martin ist die katholische Kirche in Meßkirch im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg.

Geschichte miniatur|hochkant|Die Stadtkirche St. Martin. Davor das Denkmal zu Ehren Conradin Kreutzers St. Martin war ursprünglich eine gotische Hallenkirche als fränkische Gründung um 750.Aufgelistet! Die 10 ältesten Sakralbauten… In: Südkurier vom 17. Juni 2011 Sie wurde 1526 als spätgotische Säulenbasilika von Lorenz Reder unter Gottfried Werner von Zimmern neu erbaut. Zwischen 1769 und 1773 wurde sie im Stil des Rokoko umgestaltet und mit Malereien von Andreas Meinrad von Ow und Stuck von Johann Jakob Schwarzmann aus Schnifis ausgestattet.

Die Kirche wurde um 2009/2010 durch das Erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg saniert.Gregor Moser (mos): Fürstenberger Angebot. In: Südkurier vom 6. Juni 2009Gregor Moser (mos): Fürstenberger wollen Nepomukkapelle verschenken - Ordinariat: Innensanierung hat Vorrang. Bauförderverein arbeitet an der Lösung. In: Südkurier vom 6. Juni 2009 Eine weitere Renovierung fand von 2019 bis 2022 statt. Die Kosten hierfür werden auf 2,7 Mio. Euro geschätzt. Ein Orgelneubau erfolgt bis 2025 durch die schweizerische Firma Kuhn in Männedorf.

Die barockisierte St.-Johannes-Nepomuk-Kapelle (Nepomukkapelle) wurde 1732–1739 als Anbau an die gotische Kirche unter dem Patronatsherrn Fürst Froben Ferdinand von Fürstenberg-Meßkirch und nach Plänen von Johann Caspar Bagnato von dem Baumeister und Stukkateur Johann Georg Brix erbaut und von den Münchner Gebrüdern Asam (Cosmas Damian und Egid Quirin Asam) rund um die Reliquien des heiligen Nepomuk ausgestattet. Im Juni 2010 wurde bekannt, dass der Dachstuhl der Nepomukkapelle komplett vom Hausschwamm durchsetzt ist, so dass die Dachhaube abgenommen und durch eine neue ersetzt werden muss. Die Kapelle befindet sich im Besitz der Fürstlich Fürstenbergischen Verwaltung.Dirk Thannheimer: Stiftungsgründung „St. Johannes-Nepomuk-Kapelle Meßkirch“. Kostenexplosion schockt Förderverein. In: Schwäbische Zeitung vom 12. Juni 2010

Ausstattung miniatur|hochkant|Dreikönigsbild des Meisters von Meßkirch Der herausragende sakrale Spätrokokoraum macht die Stadtpfarrkirche St. Martin zur letzten Spätrokokokirche Oberschwabens. Zur Ausstattung gehört das bedeutende Dreikönigsbild des Meisters von Meßkirch (um 1535), Teil eines um 1538 gestifteten Altars. Die Renaissance-Bronzegussepitaphen der Grafen von Zimmern aus dem 16. Jahrhundert und das 1775–1776 von Johann Joseph Christian gefertigte Fürstenberg-Stuckepitaph sind künstlerisch hochwertige Beispiele der deutschen Grabmalkunst.

Bronze-Arbeiten Epitaph für Graf Gottfried Werner von Zimmern (1484–1554), eine Arbeit von Pankraz Labenwolf aus Nürnberg, datiert auf 1551. Epitaph für Graf Wilhelm von Zimmern (1549–1594), eine Arbeit von Wolfgang Neidhardt d. Ä. aus Ulm, datiert auf 1599. Epitaph für Jacob Truchseß von Waldburg (1546–1589). Inschrift: „Anno domini 1589 uff den Hailigen Pfingstabend / starb der Wo(h)lgebor(e)n(e) Herr Jacob des Hailigen Römisch/en Reichs Erbtruchsäß Freyherr zu Waldtpurg Herr zuo / Wolffegg Waldtsee Zeill und Morstetten (der) Rhö(mischen) Kay(serlichen) May(estät) / Rath etc. dessen Eingewayd(e) al(l)da zu Mößkirch begraben und / der Leib hernach gehn Wolffegg gefüert und daselbst in i(h)rer / der Erbtruchsässen Begr(a)ebnus herzlich begraben word/en dem Gott gn(a)edig und barmherzig sein welle, Amen. / Gräuin zu Zimbern etc.“ Gießervermerk: „AVS DEM FEV(E)R BIN ICH GEFLOS(S)EN . JONAS GESVS ZV CO(N)STANTZ HATT MICH (GE)GOSSEN“. Zwei Wappenschilde für Jacob Truchseß von Waldburg und seine Frau, Johanna Gräfin von Zimmern (1548–1613). Das große Deckengemälde, das der Maler Andreas Meinrad von Ow 1773 malte, zeigt die Apotheose des hl. Martin (und u. a. den heiligen Heimrad von Meßkirch).Pilgermönch Heimrad. Ein Heiliger aus Meßkirch. In: Schwäbische Zeitung vom 9. April 2010 Am Chorscheitelbogen befindet sich ein großes Wappen für die Fürsten von Fürstenberg, Stammwappen Fürstenberg, belegt mit einem aus Werdenberg und Heiligenberg gevierten Herzschild. Dieses Wappen wurde im Zuge der Umgestaltung der Kirche im Stil des Rokoko angebracht.

Orgel mini|Orgel auf der Empore Die Orgelanlage mit der Hauptorgel auf der oberen Empore über der Fürstenloge und einer Chororgel in der oberen Sakristei wurde 2025 von der Orgelbaufirma Kuhn erbaut. Beide Instrumente können über einen dreimanualigen Spieltisch auf der Orgelempore und einem fahrbaren Zentralspieltisch im Kirchenraum angespielt werden.Informationen zur neuen Orgel

I Hauptwerk C–g3 1.Principal 8'2.Bourdon 8'3.Gamba 8'4.Octave 4'5.Flöte 4'6.Quinte '7.Superoctave 2'8.Mixtur IV '9.Trompete 8' II Schwellwerk C–g310.Bourdon 16'11.Cor de nuit 8'12.Salicional 8'13.Piffaro 8'14.Fugara 4'15.Holzflöte 4'16.Nasard ' 17.Piccolo 2'18.Tierce '19.Basson-Hautbois 8' Tremulant III Chororgelwerk C–g320.Gedeckt 8'21.Viola 8'22.Geigenprincipal 4'23.Rohrflöte 4'24.Quint '25.Octav 2'26.Terz'27.Cor anglais 8' Pedalwerk C–f1 Hauptorgel28.Subbass 16'29.Zartbass 16' 30.Principalbass 8'31.Violon 8' 32.Flötenbass 8'33.Posaune 16'34.Trompete 8' Chororgel35.Gedecktbass 16'36.Gedecktbass 8'37.Cello 8' 38.Cor Anglais 8'

Literatur Otto Beck: Katholische Stadtpfarrkirche Sankt Martin in Meßkirch. 5. Auflage. Schnell & Steiner, München 1994 (23 Seiten) Horst Sauer: Die Erneuerung der Stadtkirche zu Meßkirch in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 62. Jg. 1935, S. 15–58 (Digitalisat)

Weblinks

Beschreibung durch die Kirchengemeinde Farbdiaarchiv des Zentralinstitut für Kunstgeschichte

Einzelnachweise

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