Fritz Diedering (* 24. November 1931 in Halle (Saale); † vor 28. März 2025Traueranzeige, in: Freie Presse, Chemnitzer Zeitung vom 29. März 2025, S. 22.) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben und Werk Diedering absolvierte von 1950 bis 1951 eine Schriftsetzerlehre mit Abitur. Anschließend begann er ein Studium in der Fachrichtung Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Elisabeth Voigt. Krankheitsbedingt unterbrach er das Studium von 1953 bis 1956 und setzte von 1957 bis 1961 sein Studium an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle-Giebichenstein bei Kurt Bunge, Willi Sitte, Meinolf Splett und Lothar Zitzmann fort, welches er 1961 mit dem Diplom abschloss. Er lernte dabei Brigitte Kipper kennen, die er 1957 heiratete. Gemeinsam hatten sie drei Kinder. Die Ehe ging später wieder auseinander. Von 1961 bis 1963 war Diedering Werbegrafiker im Klubhaus der Chemischen Werke Buna. Danach arbeitete er bis 1965 als Grafiker im Büro für Städtebau des Bezirkes Karl-Marx-Stadt, danach war er in Karl-Marx-Stadt bzw. Chemnitz freischaffend tätig. Von 1992 bis 1997 hatte er eine Professur für Naturstudium im FB Angewandte Kunst Schneeberg der Westsächsischen Hochschule Zwickau.

Diedering war von 1965 bis 1990 Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR, 1971 war er amtierender Vorsitzender der Bezirksverbands Karl-Marx-Stadt und 1974 dessen Vorsitzender. Studienreisen führten ihn in die BRD, nach Bulgarien, CSSR, Irak, Italien, Jugoslawien, Polen, UdSSR, Ungarn und Westberlin.

Fotografische Darstellung Dieterings

Christine Stephan-Brosch: Porträt Fritz Dietering (1973–1976)

Werkbeispiele Architekturbezogene Werke Wandgestaltung (1964, Schleiflackmalerei; Karl-Marx-Stadt, Kindergarten Lohstraße) Post und Umwelt (1967, Wandgestaltung, Emulsionsfarben auf Stuck; Karl-Marx-Stadt, Straße der Nationen, damaliges Hauptpostamt Karl-Marx-Stadt)

Nachrichtenübermittlung (1967; Wandbild, Harzwachsfarbe auf Gips, 1,60 × 10,50 m; damaligens Hauptpostamts Karl-Marx-Stadt)Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 3, Karl-Marx-Stadt, Gera, Erfurt, Suhl. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, S. 14/15 Luftfahrt (1968; Wandbild, Ölmalerei auf Gipsgrund, 3,00 × 5,60 m; Karl-Marx-Stadt, Straße der Nationen, Tagesgaststätte im Erdgeschoß des damaligen Hauses der Industrieverwaltung)Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 3, Karl-Marx-Stadt, Gera, Erfurt, Suhl. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, S. 18/19 Wandgestaltung (1969, Reliefs, Fayence; Kieferorthopädisches Zentrum Karl-Marx-Stadt)

Vier Elemente (1970, Glasfenster; mit Michael Morgner; Karl-Marx-Stadt Museum am Theaterplatz) Mensch und Technik (1971, Wandbild, Alkydharzlack auf Aluminium. 3,50 × 6,50 m; Karl-Marx-Stadt, heutige Reitbahnstraße, Eingangshalle des Großforschungszentrums Robotron)Ruth Pape et al. (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1973 Jugend (1978, Stele, Keramikspaltplatten, Beton gegossen, Karl-Marx-Stadt, Wohngebiet „Fritz Heckert“)

Entwürfe für Bildteppiche

1965 bis 1967 Lob der Arbeit (300 × 450 cm; Städtische Textil- und Kunstgewerbesammlung Karl-Marx-Stadt)Abbildungen in Bildende Kunst, Berlin, 6/1968, S. 308/309

1971 bis 1972 Unser sozialistisches Leben (vormals im Rat des Bezirkes Karl-Marx-Stadt) 1974 Lebensfreude (200 × 305 cm; Kunstgewerbemuseum Berlin im Schloss Köpenick) 1974/1975 Herbst – Zeit der reifen Früchte (1,99 × 3,40 m; vormals im Linden-Restaurant des Palast der Republik, Berlin)Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 2/1977, S. 61 1977 Reigen (340 × 200 cm; Konzerthalle „Georg Philipp Telemann“, Magdeburg) 1979 bis 1981 Lebensfreude (vormals im FDGB-Ferienheim „Karl Marx“, Schöneck)

Tafelbilder Furche im Schnee (1978, Mischtechnik; Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst, Oelsnitz) Stillleben mit Fruchtschale (1978, Öl, 62 × 75 cm) In Gursuf (1984; Mischtechnik, 56 × 77 cm; auf der X. Kunstausstellung der DDR)

Ehrungen (Auswahl) 1972 Kunstpreis des Rates des Bezirkes Karl-Marx-Stadt 1974 Verdienstmedaille der DDR 1976 Banner der Arbeit Stufe 1, im Kollektiv 1981 Johannes-R.-Becher-Medaille in Gold 1983 Vaterländischer Verdienstorden Silber 1988 Hans-Grundig-Medaille

Ausstellungen (unvollständig) Einzelausstellungen Leipzig, Karl-Marx-Stadt, Freiberg, Plauen, Meerane, Hainichen, Aue, Schneeberg und Warschau

Ausstellungsbeteiligungen 1967 bis 1988: Dresden, VI. Deutsche Kunstausstellung bis X. Kunstausstellung der DDR 1974, 1979 und 1985 Bezirkskunstausstellung Karl-Marx-Stadt 1982 Bildnis + Gruppe, Ausstellung der Sektion Maler und Grafiker des VBK/DDR, Karl-Marx-Stadt 1984/1985 Karl-Marx-Stadt, Städtisches Museum am Theaterplatz („Retrospektive 1945 – 1984. Bildende Kunst im Bezirk Karl-Marx-Stadt“) 1986: Cottbus, Staatliche Kunstsammlungen („Soldaten des Volkes - dem Frieden verpflichtet. Kunstausstellung zum 30. Jahrestag der Na- tionalen Volksarmee“) 2024 Die gespaltene Generation, Neue Sächsische Galerie, Chemnitz ferner Berlin, Moskau, Pasardschik, Oslo, Stockholm, Ústí nad Labem, Westberlin, Ljubljana, Bukarest, Prag, Bratislava und Wien

Literatur (chronologisch) Karl Brix: „Lob der Arbeit“. Ein Gobelin von Fritz Dietering. In: Bildende Kunst, Berlin, 6/1968, S. 308/309 Walter Funkat: Kunsthandwerk in der Deutschen Demokratischen Republik. Verlag der Nation, Berlin, 1970, S. 272 Paul Jung (Hrsg.): Textilkunst aus dem VEB Haweba. Hallesche Werkstätten für Webereierzeugnisse. Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle, 1979, S. 11 passim

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Grafiker (Deutschland) Kategorie:Maler (Chemnitz) Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Silber Kategorie:Träger des Banners der Arbeit Kategorie:Träger der Johannes-R.-Becher-Medaille in Gold Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1931 Kategorie:Gestorben 2025 Kategorie:Mann