Der Liberal-Islamische Bund e. V. (LIB) ist eine als gemeinnütziger, eingetragener Verein organisierte Religionsgemeinschaft mit Sitz und Verwaltung in Hamburg, die eine liberale Praxis des Islams vertritt.

Geschichte Der Liberal-Islamische Bund wurde im Sommer 2010 gegründet. Der LIB will muslimische Bürger in Deutschland vertreten, die sich mit ihren liberalen Auffassungen des Islams in öffentlichen Debatten, anderen islamischen Organisationen und politischen Prozessen nicht angemessen vertreten sehen.www.lib-ev.de Ordentliches Mitglied können nur Muslime werden, die keinem anderen Islamverband angehören.www.lib-ev.de Erste Vorsitzende des LIB ist Odette Yılmaz als Nachfolgerin der Islamwissenschaftlerin Nushin Atmaca. Gründungsvorsitzende seit 2010 war die Islamwissenschaftlerin und nunmehrige (Stand: Mai 2026) Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen Lamya Kaddor.Liberal-Islamischer Bund: Der Vorstand Weitere bekannte Mitglieder sind die Imamin Rabeya Müller (Gründungsmitglied, verstorben)https://www.ksta.de/koran--zum-nachteil-der-frauen-ausgelegt--13639590https://de.qantara.de/inhalt/portraet-der-theologin-rabeya-mueller-gleichberechtigung-im-namen-des-islamshttps://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr3/wdr3-kultur-am-mittag/audio-auszeichnung-fuer-koelner-imamin-rabeya-mueller-102.html Der Vorstand. Liberal-Islamischer Bund e. V., abgerufen am 17. Januar 2023., Siham Zaajwww.lib-ev.de und die Schriftstellerin Hilal Sezgin.

In Köln, Frankfurt am Main, Berlin, Hamburg und Hannover bestehen Gemeinden. Ludger Fittkau: Liberale Muslime wollen gehört werden. Deutschlandfunk, abgerufen am 1. Juni 2016. Weitere Gemeinden in Stuttgart und im Rhein-Neckar-Kreis sind nach Angaben des LIB im Aufbau.

Der Verein bietet unter anderem gemischt-geschlechtliche Gebete, erlaubt es Menschen aller Geschlechter vorzubeten, führt interreligiöse und queere islamische Eheschließungen (nikah) durch und bietet seit März 2022 auch eine queer-muslimische Beratung an.

Rolle in der Islamdebatte Der Journalist Patrick Bahners kritisierte 2011 in einem Beitrag der FAZ den liberalen Islam, der gegen das „Phantombild der jungen Konservativen“ gesetzt sei und keine sachliche Position umreiße, sondern nur eine Funktionsstelle einnehme; demnach gebe es Muslime, die als „Vermittlungstheologen nach dem Geschmack von Annette Schavan“ zur Verfügung stünden. Die Journalistin Hilal Sezgin, Mitglied des Liberal-Islamischen Bundes, bezeichnete sich daraufhin selbst als eine solche „Vermittlungstheologin“ und verteidigte diese Position. Der Liberal-Islamische Bund kritisiert, dass von ihm als konservativ angesehene Organisationen wie der Zentralrat der Muslime in Deutschland über sogenannte Ehrenmorde und andere Straftaten, die in Deutschland von Muslimen begangen würden, kein kritisches Wort verlören.

Die ehemalige Vorsitzende des LIB, Lamya Kaddor, lehnte ein von der deutschen Bundesregierung geprüftes Aufführungsverbot Abgerufen am 18. September 2012 des umstrittenen islamfeindlichen Filmes Innocence of Muslims mit der Begründung ab: „Je mehr man über ein Verbot redet und die Tabuisierung solcher Inhalte vorantreibt, desto mehr Schaden richtet man an.“ Diskussionen über Sonderregelungen für Muslime würden die Islamfeindlichkeit in Deutschland vorantreiben.

Siehe auch Liberale Bewegungen im Islam Islam in Deutschland

Weblinks Liberal-Islamischer Bund e. V. Gemeinden des Liberal-Islamischen Bundes e. V. Youtube-Kanal des Liberal-Islamischen Bundes e. V.

Belege

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