mini|Seat-Pavillon in der Autostadt Wolfsburg mini|Markus Haupt (2025)

Seat S.A. (Eigenschreibweise: SEAT) ist ein 1950 gegründetes Unternehmen zur Automobilherstellung mit Sitz in Martorell. Es gehört heute zur Volkswagen AG.

Seat hält in Spanien einen Marktanteil von 8,4 %. Es trägt 4,8 % zum Umsatz der Gruppe Volkswagen bei (Stand Juni 2026). Expansion "La marca SEAT se juega su fduturo con la regulacion y la demanda del mercado", von E Galian, C. Drake Seite 4 5/6/26

Seat wurde am 9. Mai 1950 als Sociedad Española de Automóviles de Turismo, S.A. („Spanische Gesellschaft für Tourenwagen“) im Industriepark Barcelonas, der Zona Franca, gegründet. Kapitalgeber der 600 Millionen Peseten waren zu 51 Prozent die staatliche Dachgesellschaft Instituto Nacional de Industria unter dem Franquismus, zu 42 Prozent spanische Banken und zu sieben Prozent Fiat. Nach der Werkseröffnung am 5. Juni 1953 lief am 13. November der erste Wagen, ein Seat 1400 auf Basis des Fiat 1400, vom Band des staatlichen Automobilwerks.

1982 begann eine Kooperation mit der Volkswagen AG, die sich bis 1986 schrittweise zu einer vollständigen Übernahme von Seat durch Volkswagen entwickelte. Seit 1986 gehört Seat zum Volkswagen-Konzern.

Sämtliche Fahrzeuge bis 1984 (außer dem Sportwagen 1200 / 1430) waren Lizenzfertigungen des Fiat-Konzerns und damit fast baugleich mit Modellen der Marken Fiat und Lancia. So waren auch Karosserien weitgehend identisch. Dieses Konzept verfolgte Seat mit der Produktion der Modelle Exeo (Audi A4), Toledo (Škoda Rapid) oder Alhambra (VW Sharan) auch später noch weitgehend.

In Seat-Werken werden auch für andere Marken Fahrzeuge hergestellt, so wird in Martorell für Cupra das Modell Raval und für Volkswagen das Modell ID. Polo produziert. Das Modell Ateca wurde bei Škoda Auto in Tschechien hergestellt und teilweise entwickelt.

Am 10. März 1983 begann die spanische Marke ihre Verkäufe in Deutschland unter eigenem Namen, zunächst über eine Importgesellschaft, bis Seat 1986 daraus ein eigenes Tochterunternehmen, die Seat Deutschland GmbH, gründete.

Geschichte 1950 bis 1982 – Gründung und Kooperation mit Fiat mini|Fabrikgebäude in der Zona Franca mini|Aktie über 1000 Pesetas der SEAT SA vom 6. Oktober 1978 Die Gründung der Sociedad Española de Automóviles de Turismo S.A. (SEAT) erfolgte am 9. Mai 1950 durch die Instituto Nacional de Industria (Industrieinstitut) mit einem Stammkapital von 600 Millionen Peseten (3,6 Millionen Euro). Das Industrieinstitut hielt eine Aktienmehrheit von 51 Prozent, weitere Aktionäre waren sechs spanische Banken mit 42 Prozent und Fiat mit sieben Prozent. Mit Gründung von Seat wurde auch der Grundstein für das erste Werk im Industriegebiet Zona Franca in Barcelona gelegt, das am 5. Juni 1953 eröffnet wurde. Vorstandsvorsitzender von der Gründung bis ins Jahr 1976 war José Ortiz Echagüe, Gründer des Flugzeugbauers CASA.

Das erste Modell war ein Seat 1400 A, wovon zu Beginn fünf Stück pro Tag gefertigt wurden. Mit dem Seat 600 präsentierte die junge Marke 1957 das spanische Pendant zum VW Käfer, bzw. zum baugleichen Fiat 600. Durch den Seat 600 konnten sich viele Spanier erstmals ein eigenes Fahrzeug leisten.

Im Jahr 1964 zog die Verwaltung von Barcelona in ein neues Verwaltungsgebäude in der spanischen Hauptstadt Madrid. Seat beschäftigte mittlerweile über 10.000 Mitarbeiter.

In dieser Phase war Seat als Staatsunternehmen weitgehend auf den heimischen, bis in die 1970er Jahre hinein durch hohe Importzölle geschützten Markt ausgerichtet, auf dem es unangefochtener Marktführer war. Aufgrund dieser Ausrichtung und der Lizenzauflagen von Fiat war das Exportgeschäft bis Anfang der 1970er Jahre unbedeutend, bevor erste Exporte vor allem in die Benelux-Länder und nach Finnland getätigt wurden. Bereits 1973 exportierte Seat mehr als 78.000 Einheiten ins europäische Ausland. Im selben Jahr begann Seat mit dem Bau des Centro Technico im spanischen Martorell und wurde Rallye-Meister in Spanien. Um die Fahrzeugproduktion weiter auszubauen, übernahm Seat im Jahr 1974 das Werk der Leyland Authi im spanischen Pamplona und verlegte die Produktion des Seat 124 dorthin.

Mit Ausnahme des Modells 1200 / 1430 Spot Coupe baute Seat in diesen Jahrzehnten ausschließlich Fahrzeuge in Lizenz von Fiat. Das Markenlogo war demjenigen von Fiat nachempfunden, mit dem Unterschied, dass statt schräggestellter Rauten Quadrate verwendet wurden. Die Konkurrenten auf dem heimischen Markt waren allesamt Lizenznehmer oder Joint-Ventures ausländischer Unternehmen, unter anderem von Renault (in Spanien Fasa), Citroën, Land Rover / Suzuki (in Spanien Santana (Metalúrgica de Santa Ana)). Der Grund hierfür lag in enormen Zöllen auf ausländische Neufahrzeuge während der Franco-Zeit und begrenzten Importkontingenten. Diese machten den Import ausländischer Neuwagen beinahe unmöglich. Der spanische Markt für eigenständig entwickelte Produktlinien wäre sehr klein gewesen. Populärstes Modell von Seat während dieser Epoche war der Seat 600, liebevoll Seiscientos oder im Katalanischen Siscents genannt. Fast alle spanischen Taxis in jener Zeit waren Seat 1500, kurz Milquinientos genannt.

1982 bis 2000 – Expansion und Übernahme durch Volkswagen mini|Barcelona (Zona Franca) mini|Werksgelände in Martorell Seat führte 1982, in den Jahren des politischen und ökonomischen Wandels nach dem Ende des Franquismus (Transición), mit dem blauen Unternehmenslogo eine neue Corporate Identity ein. Es kam zum Zerwürfnis mit Fiat, da Fiat sich nicht an einer Kapitalerhöhung zur Restrukturierung beteiligen wollte. Der Seat Ronda und der Seat Fura, die mit den italienischen Modellen Fiat Ritmo bzw. Fiat 127 weitgehend baugleich waren, wurden als eigenständige Modelle deklariert. Seat führte den Ibiza als erstes eigenständig entwickeltes Modell ein. Die Verwandtschaft beschränkte sich nur noch auf das Fahrwerk und einige Motoren, die aber unabhängig vom Lizenzgeber Fiat (mit Hilfe von Porsche) weiterentwickelt wurden. Seat und Volkswagen schlossen am 30. September 1982 ein Produktions- und Wirtschaftsabkommen. Seat begann die Markterschließung in Richtung Europa und gründete 1983 die Seat Deutschland GmbH als eigene Importgesellschaft für Deutschland.

1984 begann Seat mit der Produktion des VW Polo in Pamplona und des VW Passat im Werk Zona Franca, was ein Resultat des zwei Jahre zuvor vereinbarten Abkommens war. Außerdem übernahm Seat die Vermarktung und den Verkauf von Fahrzeugen der Marken Audi und Volkswagen in Spanien.

Die Kooperation mit Volkswagen entwickelte sich zu einer 75-%-Beteiligung. Seat Sport trat zum ersten Mal in der Motorsport-Szene auf. Volkswagen baute die Beteiligung an Seat auf 99,99 Prozent aus. Aus der Sociedad Española de Automóviles de Turismo wurde Seat S.A.

Zur Vergrößerung der Produktionskapazitäten legte Seat im Jahr 1989 den Grundstein für sein neues Werk in Martorell, das nach Fertigstellung das modernste Automobilwerk in Europa sein sollte. Nach 34 Monaten Bauzeit und einer Investition von 400 Milliarden Peseten eröffneten der damalige König Juan Carlos und der damalige Vorstandsvorsitzende des Volkswagenkonzerns, Ferdinand Piëch, das Werk am 22. Februar 1993. Im Geschäftsjahr 1993 wies Seat einen Verlust von 151 Milliarden Peseten (1,8 Milliarden DM) aus.

Die olympischen Sommerspiele 1992 in Barcelona unterstützte Seat als einer der Sponsoren. Außerdem wurde der Seat Toledo der ersten Generation zum offiziellen Olympia-Auto. Um den Exportanteil weiter zu erhöhen, begann Seat im Mai 1995 mit dem Seat Cordoba den Markteintritt in Brasilien. Aufgrund der finanziellen Probleme des Unternehmens erfolgte im selben Jahr eine Reduzierung der Belegschaft auf 12.600 Mitarbeiter.

Das erste Cupra-Modell (Cup Racing) der Marke wurde auf dem Pariser Auto Salon 1996 als Seat Ibiza Cupra vorgestellt. Der Ibiza Cupra sollte die Straßenversion des im selben Jahr vorgestellten Seat Ibiza Kit Car sein. Mit dem Ibiza Kit Car nahm Seat an der FIA Rallye-Weltmeisterschaft teil und holte den Sieg in der Zweiliter-Klasse. In den zwei folgenden Jahren konnte Seat die Siegesserie fortsetzen.

Nach einem Rekordverlust im Jahre 1993 erreichte Seat 1997 wieder einen Gewinn von 11,051 Milliarden Peseten nach Steuern.

2000 bis 2009 – Markengruppe Audi Mit neuem Design und sportlichen Modellen nimmt Seat einen Platz in der Markengruppe Audi ein. 2001 verabschiedete sich Seat mit einem Sieg bei der Drei-Städte-Rallye der Deutschen Rallye-Meisterschaft aus dem Motorsport.

58.997 Seat-Neufahrzeuge wurden 2003 in Deutschland neu zugelassen, ein Marktanteil von 1,76 Prozent. Die höchsten Export-Zuwächse erzielte Seat neben Deutschland auch in Großbritannien, wo mit 35.000 Neuzulassungen (+ 21 Prozent) ein Rekordergebnis erreicht wurde. In Spanien wuchs Seat mit 148.100 Neuzulassungen um 3,2 Prozent. Erhebliche Zuwächse verzeichnet Seat auch in Kroatien, der Slowakei sowie in Ungarn. Insgesamt produzierte das Unternehmen im Werk Martorell und anderen Produktionsstätten des Volkswagen-Konzerns 460.040 Seat-Fahrzeuge, das sind 2,1 Prozent mehr als 2002. An Endkunden wurden 460.151 Fahrzeuge verkauft.

Seat kehrte mit dem Toledo Cupra bei den europäischen Tourenwagen-Meisterschaften (ETCC) der FIA zurück in den internationalen Motorsport. Im selben Jahr startete Seat ein neues Markenpokal-Konzept. Die Leon-Supercopa-Meisterschaft wird nicht nur im Rundstreckenrennen entschieden, sondern beinhaltet auch Langstreckenrennen und eine Berg-Meisterschaft. Seat erzielte im Geschäftsjahr 2003 einen Gewinn in Höhe von 135 Millionen Euro. Der Altea ist der erste Seat, der seit der Integration der spanischen Marke in die neue Audi-Markengruppe im Jahr 2002 entwickelt wurde.

Mit 61.405 Neuzulassungen im Jahr 2004 lag die spanische Marke auf Niveau des Vorjahres und erreichte in Deutschland einen Marktanteil von 1,81 Prozent. Seit dem 4. Dezember 2004 war der Seat Toledo in Deutschland erhältlich, der wie der Altea auf der Plattform des VW Golf V basiert.

Am 1. März 2005 wurde am Automobilsalon in Genf der Prototyp des neuen Seat Leon mit 147-kW-Motorisierung (200 PS) vorgestellt. Besonderheiten des Prototyps sind vier Kameras, deren Bilder auf zwei Monitoren im Fahrzeug die Rückspiegel ergänzen und die Rundumsicht verbessern sollen.

Im Mai erzielte die spanische Marke in Deutschland einen Marktanteil von 2,1 Prozent. 6421 Fahrzeuge wurden neu zugelassen, 6,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Von Januar bis Mai verzeichnet das KBA insgesamt 24.459 Seat-Neuzulassungen. Der Seat-Marktanteil 2005 lag bei 1,8 Prozent.

Nach Kritik von Seat-Händlern in Deutschland gibt es Änderungen an der Firmenpolitik: Die Spanier sollen künftig kleinere, sparsamere Modelle bauen; das Jahresziel wurde von 446.000 auf 390.000 Autos gesenkt.

Im Jahr 2007 stellte Seat auf dem Genfer Automobilsalon eine Studie vor, einen Geländewagen namens Altea Freetrack mit Allrad-Antrieb. Laut Financial Times Deutschland sollte noch im selben Jahr das Serienfahrzeug und in spätestens 36 Monaten eine Limousine oberhalb des Seat Toledo eingeführt werden, die auf dem Audi A4 basieren sollte. Zudem investierte der Mutterkonzern VW 4,5 Milliarden Euro in seine Tochter Seat. Damit begegnete VW Gerüchten, die besagten, VW wolle die Tochter Seat an chinesische Investoren abstoßen. Zum Verkauf kam es letztlich nicht.

Seat stellte am 22. Mai 2008 den neuen Seat Ibiza (intern 6J) der Öffentlichkeit vor. Er basiert als erstes Fahrzeug im Volkswagen-Konzern auf der neuen Kleinwagen-Plattform des damals kommenden Polo.

Mit dem Seat Exeo führte Seat im Jahr 2009 die bereits 2007 angekündigte Limousine auf Basis des von 2004 bis 2008 gebauten Audi A4 ein. Ein Kombi-Modell ist seit Sommer 2009 auf dem Markt. Auf der IAA in Frankfurt stand der erste Prototyp des Ibiza ST namens IBZ, der Mini-Kombi kam 2010 auf den Markt.

2010 bis 2020 – Neue Modelle und Umstrukturierung zur Holding