Stockheim (fränkisch: „Schdougum“E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 178.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Rügland im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Stockheim liegt in der Gemarkung Unternbibert.
Geografie Der Weiler liegt am Stockheimer Bach, einem rechten Zufluss der Bibert. Im Südwesten grenzt das Ebenholz an, 0,75 km nordöstlich liegt die Flur Vockenloch, 0,75 km südöstlich liegt die Steinleiten. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Unternbibert zur Kreisstraße AN 24 (1,3 km nordöstlich) bzw. zu einer Gemeindeverbindungsstraße (0,6 km südöstlich), die nach Rosenberg zur Staatsstraße 2255 (1,5 km östlich) bzw. nach Neustetten führt (4 km westlich).
Geschichte Es ist anzunehmen, dass Stockheim wie die anderen Orte in dieser Gegend, die mit -heim enden (z. B. Görgsheim und Sauernheim), von fränkischen Siedlern im 8. Jahrhundert gegründet wurde. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1250 als „Stockheim“ mit der Bedeutung Zur Wohnstätte bei den ausgestockten Feldern. Es handelt sich also um ein Gebiet, das durch Rodung gewonnen wurde.
Der Würzburger Augustinereremit und Magister Johannes von Karlstadt († 1413)Erich Schneider: Augustinereremiten in Würzburg. Klöster in Bayern kaufte im 14. Jahrhundert für 80 Talente in Stockheim ein Gefälle samt den sieben bestehenden Anwesen und schenkte es dem Kloster Heilsbronn. Im Dreißigjährigen Krieg blieb der Ort weitestgehend verschont.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 364 f.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Stockheim 8 Anwesen und 1 Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach im begrenzten Umfang aus. Es hatte ggf. an das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-bayreuthische Kastenamt Neuhof inne. Grundherren waren das Kastenamt Neuhof (2 Höfe, 1 Dreiviertelhof, 3 Güter, 1 Leerhaus) und das Rittergut Rügland der Herren von Crailsheim (1 Gut).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 914. Es gab zu dieser Zeit 7 Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 452. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Stockheim dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Unternbibert und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Unternbibert zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstand ein Anwesen von 1820 bis 1848 dem Patrimonialgericht Rügland.
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Stockheim am 1. Januar 1977 nach Rügland eingemeindet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 972 und 1011.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2014Einwohner 54 49 59 54 63 53 58 76 45 47 43 40HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und von 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 9 10 9 10 10 11 10 9 Quelle
Religion Stockheim ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Bartholomäus (Unternbibert) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Dionysius (Virnsberg) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Rügland) Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1250