mini|Psalm 3,6 auf einem Grabstein Der 3. Psalm ist ein Psalm Davids und gehört in die Reihe der Klagelieder eines Einzelnen.

Gliederung Der Alttestamentler Hermann Gunkel gliedert den Psalm auf folgende Art:Hermann Gunkel: Die Psalmen 61986, 13. Vers 2f: Klage (erste Strophe) Vers 4–7: Vertrauen (zweite und dritte Strophe) Vers 8: Bitte und Gewissheit der Erhörung (vierte Strophe) Vers 9: Bekenntnis

Datierung und Erklärung Die Angabe der Psalmüberschrift „Von David. Als er vor seinem Sohn Absalom floh.“ (vgl. hierzu ) wird als sekundäre, d. h. spätere Ergänzung eingestuft. Zum einen, weil sich die dortige Verfassung Davids (tiefgekränkt) nicht in dem Psalm widerspiegelt. Zum anderen, weil der Berg Zion zu Davids Zeit noch nicht der „heilige Berg“ war (Vers 5b). Deshalb schreibt Hans-Joachim Kraus: „Eine zeitliche Ansetzung des Psalms ist nicht möglich, doch wird man an vorexilische Zeit denken können.“Hans-Joachim Kraus: Psalmen 1–63. 1. Teilband, Neukirchen-Vluyn 1972, S. 25.

Insgesamt geht es in diesem Psalm um das Wissen und Vertrauen des persönlich Errettetseins derjenigen, die sich zu JHWHs Volk zählen und ihn anrufen. „Du aber, JHWH, bist ein Schild um mich her, meine Herrlichkeit, und der mein Haupt emporhebt.“ (Vers 4): Dies ist das emphatische Gebet der Bedrängten, die sich zu JHWH hinwenden. „So ist nun das die Lehre aus dem Psalm“, schreibt Martin Luther in seiner Auslegung, „daß niemand sich zu sehr soll fürchten oder verzagen, es gehe so übel es immer wolle“.

Es sollte nicht übersehen werden, dass dieser Psalm zwar dazu einlädt sich selbst als einen von JHWH Erlösten zu betrachten. Aber der Psalmist legt die Worte freilich nicht in den Mund eines anonymen Betenden, sondern in den Mund Davids (Vers 1). König David ist somit der hermeneutische Schlüssel des Psalms.Siehe: Howard N. Wallace, Psalms. Readings. A New Biblical Commentary (= Readings), Sheffield 2009. Der Leser wird dazu ermutigt zuzusehen, wie Gott selbst jemanden wie David, der zu dieser Zeit sehr in Bedrängnis war, errettet und später zum König über ganz Israel erhöht.

Rabbinische Literatur Im Babylonischen Talmud wird diskutiert, warum der Psalm die Überschrift „Psalm“ () und nicht „Klagelied“ () trägt:

Der Psalm wird im Talmud gemäß seiner Überschrift auf David zurückgeführt. Die Stelle ist bemüht, der Situation, in der sich David befand, etwas Positives abzugewinnen. Demnach war David zunächst beunruhigt, als er noch nicht wusste, von welcher Seite ihm Unheil drohte. Vor Abschalom fürchtete er sich weniger, weil er sich von seinem eigenen Sohn eine mildere Behandlung erhoffte. Deshalb ist der Psalm keine Klage.

Vertonungen Heinrich Schütz, Beckerscher Psalter (1628, rev. 1661) – SWV 99, Ach wie groß ist der Feinde Rott (Psalm 3) Richard Wetz, Der dritte Psalm für Bariton, gemischten Chor und Orchester op. 37 ("Ach Herr, wie sind meiner Feinde so viel") (1914, UA 1920)

Weblinks

Psalm 3 in der Einheitsübersetzung, der Lutherbibel und weiteren Übersetzungen aus bibleserver.com Psalm 3 in der Biblia Hebraica Stuttgartensia (BHS) auf bibelwissenschaft.de

Einzelnachweise

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