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Die Hornbosteler Hutweide ist ein Naturschutzgebiet in den niedersächsischen Gemeinden Wietze und Winsen (Aller) im Landkreis Celle.
Das Naturschutzgebiet mit dem Kennzeichen NSG LÜ 269 ist 176 Hektar groß. Ein großer Teil des Naturschutzgebietes ist Bestandteil des FFH-Gebietes „Aller (mit Barnbruch), untere Leine, untere Oker“. Das Gebiet steht seit dem 30. Dezember 2004 unter Naturschutz. Zuständige untere Naturschutzbehörde ist der Landkreis Celle.
Das Naturschutzgebiet liegt westlich von Winsen (Aller) und nördlich von Wietze fast vollständig am linken Ufer der Aller in deren Auebereich. Die Insel zwischen Wehr und Schleuse der Staustufe Bannetze ist lediglich zu einem Teil in das Naturschutzgebiet einbezogen.
Das Schutzgebiet, das bei Allerhochwasser teilweise überflutet wird, ist durch halboffene bis offene Grünlandbereiche geprägt. Im Naturschutzgebiet sind zum Teil noch gut erhaltene Reste einer Hutelandschaft mit mageren Huteweiden und Hutewäldern vorhanden, wie sie für die Allerniederung typisch war. Die Hutewälder werden von Stieleichen, Wacholdern und Schlehen dominiert. Die Hutewälder sind teilweise in forstwirtschaftlich genutzte Kiefern- und Fichtenforste umgewandelt worden.
Die Aller wird von Röhrichten, Riedern und Hochstaudenfluren begleitet. Das Grünland im Schutzgebiet wird überwiegend extensiv bewirtschaftet, teilweise findet aber auch intensive Bewirtschaftung statt.
Das Naturschutzgebiet ist Lebensraum verschiedener Vogelarten. So sind hier u. a. Rotmilan, Rebhuhn, Kiebitz, Schwarzkehlchen, Schafstelze, Neuntöter, Nachtigall, Pirol und Eisvogel sowie Rohrammer, Gelbspötter, Sumpfrohrsänger und Wendehals heimisch. Der Weißstorch nutzt das Gebiet für die Nahrungssuche. Das Gebiet ist auch Rastgebiet für Kiebitz, Bruch- und Waldwasserläufer, Flussuferläufer sowie Bekassine.Hornbosteler Hutweide: Pächter für Kleinod gesucht, Pressemitteilung, Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, 25. Mai 2018. Abgerufen am 25. Mai 2018. Das Naturschutzgebiet ist weiterhin Lebensraum für verschiedene Reptilien und Amphibien, darunter Zauneidechse, Teich- und Seefrosch, Libellen wie Grüne Mosaikjungfer und Grüne Flussjungfer, Heuschrecken wie Warzenbeißer und Rotleibiger Grashüpfer sowie Schmetterlinge wie Landkärtchen und Aurorafalter. Im Naturschutzgebiet wurden 32 Pflanzenarten der Roten Liste Niedersachsens nachgewiesen, darunter Schwanenblume, Krebsschere, Verkannter Wasserschlauch, Gewöhnliche Grasnelke und Sumpfdotterblume.
Beweidungsprogramm Ein zunächst 75 Hektar großer Bereich im Naturschutzgebiet wird seit dem Jahr 2009 beweidet, um die ursprüngliche Hutelandschaft zu erhalten. Im Februar 2009 wurde eine Herde Heckrinder in diesem Teil des Naturschutzgebietes angesiedelt,Simon Ziegler: , Cellesche Zeitung, 10. Februar 2009. im Mai 2009 kamen Przewalski-Pferde dazu.Eike Frenzel: , Cellesche Zeitung, 15. Mai 2009.
Verkehrliche Erschließung Im Süden verläuft der Aller-Radweg streckenweise am Rand des Naturschutzgebietes bzw. durch einen Teil der Wiesenlandschaft. Daneben verlaufen einige Wanderwege durch das Naturschutzgebiet.Spaziergänge durch die Hutlandschaft bei Hornbostel, Natur erleben in Niedersachsen (PDF, 1,8 MB). Abgerufen am 25. Mai 2018. Am Aller-Radweg sind zwei Infotafeln und eine Schutzhütte aufgestellt., Gemeinde Wietze, 20. September 2010.
Historische Kulturlandschaft Das Naturschutzgebiet liegt innerhalb der 5 km² großen historischen Kulturlandschaft Hornbosteler Hutweide, die von landesweiter Bedeutung ist. Diese Zuordnung zu den Kulturlandschaften in Niedersachsen hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) 2018 getroffen. Ein besonderer, rechtlich verbindlicher Schutzstatus ist mit der Klassifizierung nicht verbunden.Christian Wiegang: HK44 Hornbosteler Hutweide in: Kulturlandschaftsräume und historische Kulturlandschaften landesweiter Bedeutung in Niedersachsen. Landesweite Erfassung, Darstellung und Bewertung, Hannover, 2019, S. 206–207
Weblinks
Naturerlebnis in historischer Landschaft: Die Hornbosteler Hutweide, Faltblatt des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (PDF-Datei, 1,9 MB) Naturerlebnis in historischer Landschaft: Wildpferde und Heckrinder auf der Hornbosteler Hutweide, Faltblatt des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (PDF-Datei, 1,6 MB) Wietze: Naturschutzgebiet Hornbosteler Hutweide, Landkreis Celle Tourismus Lüneburger Heide GmbH
Einzelnachweise
Kategorie:Naturschutzgebiet im Landkreis Celle Kategorie:Winsen (Aller) Kategorie:Wietze Kategorie:Aller Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa Kategorie:Schutzgebietsgründung 2004