Lehnstedt ist eine Gemeinde im Süden des Landkreises Weimarer Land und Teil der Verwaltungsgemeinschaft Mellingen.

Lage Das landwirtschaftlich geprägte Dorf liegt mitten in der Ackerbauebene zwischen Weimar und Apolda. Die Bahnstrecke Weimar–Gera streift südlich die Gemarkung des Ortes. Die Bundesstraße 7 erschließt verkehrsmäßig den ländlichen Raum.

Geschichte miniatur|links|Kirche in Lehnstedt (2013) Lehnstedt wurde erstmals im Ingelheimer Protokoll von 876 wegen des Zehntstreites als „Lautalahestat“ erwähnt. Im Mittelalter war der Ort im Besitz der Grafen von Gleichen sowie der Klöster Kapellendorf, Oberweimar und Berka. Zerstörungen gab es im Dreißigjährigen Krieg sowie durch die Hochwasser von 1613 und 1830 und die Großbrände von 1665 und 1798. 1637 wütete die Pest (96 Tote). Am 4. Juli 1805 wurde hier Gottlieb Friedrich Krause als Sohn eines Krämers geboren. Er war der letzte Diener des Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832). Er starb am 9. November 1860 in Ilmenau. Er stand Goethe von 1824 bis zu dessen Tod am 22. März 1832 zur Seite. Ab 1815 war der Ort Teil des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach und wurde nach 1945 mit dem Land Thüringen Teil der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Am 11. April 1945 wurde es von amerikanischen Truppen besetzt. 1952 wurde es im Zuge der DDR-Verwaltungsreform Bestandteil des neugebildeten Bezirks Erfurt. Mitte der 1970er Jahre wurde Lehnstedt an das Trinkwassernetz des Bezirkes Erfurt angeschlossen. Seit 1990 gehört der Ort zum neu gegründeten Bundesland Thüringen.

Sehenswürdigkeiten Magdalenenkirche und Pfarrhof Schmiede Gedenktafel für 16 unbekannte Häftlinge eines Todesmarsches des KZ Buchenwald, die nach grausamer Folter von SS-Männern ermordet wurden alternativtext=Menschliches Leid im Mittelalter und aus jüngster Vergangenheit mahnen uns Heutige zu Vernunft und Friedfertigkeit. Foto August 2026.|mini|Östlich des Ortsausganges erinnert diese Steinkreuzgruppe an menschliches Leid im Mittelalter. Das Denkmal unter den Birken daneben für ermordete KZ-Häftlinge erinnert an menschliches Leid in jüngster Vergangenheit. Foto August 2026.Steinkreuzgruppe am östlichen Ortsrand

Persönlichkeiten Karl Heinrich Freyberg (1833–1909), Lehrer und Kantor

Literatur Günther/Valtin: Chronik der Gemeinde Lehnstedt, Weimar 1995. (Erschienen anlässlich der Ausstellung zur Geschichte des Dorfes Lehnstedt). Axel Marx: Familienbuch Lehnstedt bei Weimar (Landkreis Weimarer Land) Thüringen. 1588–1800 (= Mitteldeutsche Ortsfamilienbücher der AMF. 80 = Deutsche Ortssippenbücher. 804, ). Als Manuskript gedruckt. Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung, Leipzig 2014. Walter Schleif: Goethes Diener (= Beiträge zur deutschen Klassik. Abhandlungen. Bd. 17, ). Aufbau-Verlag, Berlin u. a. 1965. Gero von Wilpert: Goethe-Lexikon (= Kröners Taschenausgabe. Band 407). Kröner, Stuttgart 1998, ISBN 3-520-40701-9.

Einzelnachweise

Weblinks

Gemeinde Lehnstedt bei der Verwaltungsgemeinschaft Mellingen

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