Die CDU Berlin ist ein Landesverband der Christlich Demokratischen Union Deutschlands im Land Berlin. Er hat seinen Sitz im Ortsteil Charlottenburg.
Zwischen 1953 und 1955, 1981 bis 1989 und von 1991 bis 2001 stellte die Partei den Regierenden Bürgermeister von Berlin und damit den Regierungschef des Landes Berlin. Dies ist seit April 2023 mit Ernennung Kai Wegners zum Regierenden Bürgermeister erneut der Fall. Franz Amrehn führte die Amtsgeschäfte des Regierenden Bürgermeisters kommissarisch als Stellvertreter 1957 aus. Von 1963 bis 1981 sowie von 2001 bis 2011 befand sich der Landesverband in der Opposition. Von 2011 bis 2016 regierte die CDU als Juniorpartner in einer Großen Koalition mit der Berliner SPD. Anschließend nahm die Partei erneut die Rolle der Opposition ein. Im Februar 2023 übertraf die CDU bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus die SPD als stärkste politische Kraft und übernahm ab April 2023 Regierungsverantwortung in einer schwarz-roten Koalition, dem Senat Wegner.
Kommissarischer Landesvorsitzender der CDU Berlin ist Stefan Evers, Spitzenkandidat der Partei für die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026.
Gliederung des Landesverbandes Der Landesverband der CDU Berlin gliedert sich in derzeit 12 geographisch an die jeweiligen Verwaltungsbezirke angelehnte Kreisverbände mit ihren 83 Ortsverbänden.Kreisverbände der CDU Berlin – abgerufen am 31. Oktober 2018
Außerdem unterhält er aktuell sieben anerkannte Vereinigungen sowie acht Arbeitskreise, 15 Foren und 20 Landesfachausschüsse.siehe Satzung der CDU Berlin vom 11./12. Juni 1993, zuletzt geändert am 17. Juni 2017
Die politische Arbeit findet zumeist in den Foren und Landesfachausschüssen statt. In den Foren können sowohl Mitglieder als auch Nichtmitglieder mitwirken.
Landesvorstand mini|Sitz der CDU Berlin im Peter-Lorenz-Haus mini|Struktur der CDU Berlin
Leitungsgremium der Berliner CDU ist der Landesvorstand, der sich aus dem Präsidium und weiteren Mitgliedern zusammensetzt.
Das Präsidium bildet sich aus dem Landesvorsitzenden, seinen bis zu vier Stellvertretern, dem Generalsekretär, dem Landesschatzmeister, der Mitgliederbeauftragten, dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin sowie dem Regierenden Bürgermeister, sofern dieser der CDU angehört.
Weitere Mitglieder sind bis zu zwölf Beisitzer, die im Landesverband Berlin organisierten Mitglieder des Bundesvorstands sowie der Ehrenvorsitzende.
In beratender Funktion nehmen zudem qua Amt der Landesgeschäftsführer, die Vorsitzenden der Vereinigungen und Kreisverbände, die Abgeordneten des Deutschen Bundestages und Abgeordnete des Europäischen Parlaments aus Berlin sowie, wenn diese Mitglieder der CDU sind, auch der Präsident oder die Vizepräsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin sowie die Bürgermeister von Berlin an den Sitzungen des Landesvorstands teil.siehe Satzung der CDU Berlin vom 11./12. Juni 1993, zuletzt geändert am 17. Juni 2017
Der Landesvorstand der CDU Berlin wird im Zweijahresrhythmus gewählt, zuletzt am 20. September 2025. +Aktueller Landesvorstand (Stand: 13. Juli 2026) Stellung Funktion Name Präsidium Landesvorsitzender (komm.) Stefan Evers Generalsekretär (komm) Lukas Krieger stellv. Landesvorsitzende Manuela Anders-Granitzki, Adrian Grasse, Nadja Zivkovic Landesschatzmeister Jan-Marco Luczak Mitgliederbeauftragter Danny Freymark Fraktionsvorsitzender im Abgeordnetenhaus Stefan Evers weitere Mitglieder Beisitzer Abdullah Abed, Ulrike Billerbeck, Emine Demirbüken-Wegner, Marita Fabeck, Florian Graf, Katrin Hegenscheid, Christiane Holm, Falko Liecke, Beate Roll, Lucas Schaal, Judith Stückler, Kurt Wansner Ehrenvorsitzender Eberhard DiepgenMitglieder des CDU-BundesvorstandesFelor Badenberg, Elke Hannack, Joe Chialo beratende Mitglieder Landesgeschäftsführer Dirk Reitze Vorsitzende der Vereinigungen Harald Burkart, Christina Henke, Gernot C. Nahrung, Arne Herz, Christian Gräff, Walter Gauks, Johannes Werner, René Powilleit KreisvorsitzendeInsofern nicht bereits ordentliches Mitglied des Landesvorstands Mario Czaja, Timur Husein, Heiko Melzer, Maik Penn, Sven Rissmann, Stephan Standfuß, Dirk Stettner,Lukas Krieger, Marvin Schulz Präsidentin des Abgeordnetenhauses Cornelia Seibeld Berliner Mitglied des Europäischen Parlaments Hildegard Bentele
Kreisverbände Kreisverband Kreisvorsitzender Ortsverband Charlottenburg-Wilmersdorf Lukas Krieger Alt-Wilmersdorf Charlottenburg-Nord City-Kurfürstendamm Gartenstadt-Schmargendorf Grunewald-Halensee Charlottenburg Westend Friedrichshain-Kreuzberg Timur Husein Friedrichshain Kreuzberg Lichtenberg Martin Pätzold Hohenschönhausen Lichtenberg-Mitte Friedrichsfelde Karlshorst Mitte Sven Rissmann Bernauer Straße Brandenburger Tor Moabit Tiergarten Wedding Neukölln Falko Liecke Britz Buckow Gropiusstadt Nord-Neukölln Rudow Pankow Dirk Stettner Alt-Pankow Prenzlauer Berg Ost An der Panke Pankow-Nord Pankow Süd Prenzlauer AlleeHeinersdorf Schönhauser Allee Weißensee Reinickendorf Marvin Schulz Am Schäfersee Borsigwalde Frohnau Heiligensee, Konradshöhe und Tegelort Hermsdorf Lübars-Waidmannslust Märkisches Viertel Reinickendorf-West Tegel Wittenau Spandau Heiko Melzer Gatow Hakenfelde-Neustadt Kladow Klosterfelde Siemensstadt Spandau-West Wilhelmstadt Zitadelle Steglitz-Zehlendorf Stephan Standfuß Steglitz-Zentrum Steglitz-Südende Lichterfelde Lilienthal Lankwitz Dahlem Mitte Süd Düppel Wannsee Nikolassee – Schlachtensee – Krumme Lanke Tempelhof-Schöneberg Jan-Marco Luczak Alt-Tempelhof Friedenau Innsbrucker Platz Kleistpark Lichtenrade Mariendorf / Marienfelde Neu-Tempelhof Schöneberger Westen Treptow-Köpenick Maik Penn Altglienicke-Adlershof Cöpenicker Dammvorstadt Köpenick Süd Schöneweide Bohnsdorf Köpenick Müggelsee Treptower Norden Wuhletal (Marzahn-Hellersdorf) Mario Czaja Biesdorf Hellersdorf Kaulsdorf-Mahlsdorf Kaulsdorf-Nord Marzahn
Vereinigungen Vereinigung Landesvorsitzende(r) Junge Union Berlin (JU Berlin) Harald Burkart Frauen-Union Berlin (FU Berlin) Christina Henke Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft Berlin (CDA Berlin) Gernot C. Nahrung Kommunalpolitische Vereinigung Berlin (KPV Berlin) Arne Herz Mittelstands- und Wirtschaftsunion Berlin (MIT) Christian Gräff Ost- und Mitteldeutsche Vereinigung Berlin (OMV) Walter Gauks Senioren-Union Berlin Johannes Werner Evangelischer Arbeitskreis der CDU/CSU Berlin-Brandenburg(EAK Berlin/Brandenburg) Cornelia Seibeld
Sonderorganisationen
Vereinigung Landesvorsitzende(r) Lesben und Schwule in der Union Berlin(LSU Berlin) René Powilleit Ring Christlich-Demokratischer Studenten Nordost(RCDS Nordost) Clemens Schulz
Arbeitskreise Vereinigung Vorsitz Schüler Union Berlin(SU Berlin) Moritz Rohland Arbeitskreis Christlich-Demokratischer Juristen Berlin(ACDJ Berlin) Robert Seegmüller Polizeiarbeitskreis in der Berliner CDU(PolAK Berlin) Burkard Dregger Netzwerk Aussiedler Berlin Georg Dege
Foren und Landesfachausschüsse Forum Vorsitz Landesfachausschuss Beste Bildung für Berlin Sandra Khalatbari Bildung Digitale Transformation Lars Zimmermann Digitalisierung Digitalwirtschaft Berlin in der Welt Hildegard Bentele Europa- und Außenpolitik Gesundheitsstadt Berlin Delia Strunz Gesundheit und Pflege Sicherheit und Ordnung Sebastian Söllner Sicherheit und Ordnung Soziales Berlin Falko Liecke Soziales Berlin Miteinander der Generationen Alexander Schie Leben im AlterJunge PolitikFamilienfreundliches Berlin Justiz und Rechtspolitik Jan-Marco Luczak Justiz Kulturmetropole Berlin Joe Chialo Kultur Zukunft des Berliner Sports Andreas Statzkowski Sport Lebenswerte Stadt Stefan Evers Stadtentwicklung Wohnungspolitik Mobilität der Zukunft Oliver Friederici Mobilität der Zukunft Hauptstadt und Nachhaltigkeit Thomas Heilmann Klimaschutz, Umwelt und Energie Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft Starke Wirtschaft Kevin Kratzsch Wirtschaft Exzellenz in Wissenschaft und Forschung Adrian Grasse Wissenschaft und ForschungCDU Berlin: Foren und Landesfachausschüsse – abgerufen am 13. Juli 2024
Landesparteigericht FunktionNameVorsitzenderHans-Jörg DietscheBeisitzerClaudia von CosselBeisitzerMartin Mrosk
Geschichte Gründung und Teilung (1945–1950) Am 26. Juni 1945 erschien der Berliner Gründungsaufruf zur Bildung einer überkonfessionellen großen Partei. Am 13. November 1945 wurde der Berliner Landesverband der CDU gegründet. Erster Vorsitzender wurde für eine kurze Übergangszeit der Journalist Karl Brammer. Auf Brammer folgte bereits 1946 der Mitbegründer der Freien Universität Kurt Landsberg, der das Amt des Landesparteichefs bis 1947 ausübte. Ihm folgte Walther Schreiber im Amt.
Bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin 1946 wurde die CDU mit 22,2 % zweitstärkste Kraft hinter der SPD, aber vor der SED. Die CDU trat in der Folge einer Koalition mit SPD und LDP bei. Auch bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin 1948 konnte die CDU mit 19,4 % Stimmanteil und 26 Sitzen die zweitstärkste Fraktion bilden.
Am 10. Februar 1948 erfolgte die Teilung der CDU Berlin, da auf Anweisung der Sowjets der Landesverband Berlin der CDU vom Verband der CDU in der Sowjetischen Besatzungszone ausgegliedert wurde. Am 30. November 1948 erfolgte die Teilung Berlins.
Die folgenden Abschnitte beschreiben die Geschichte der CDU in West-Berlin bis zur Deutschen Wiedervereinigung 1990, ab dann wieder die Geschichte der CDU in ganz Berlin.
Bei der infolge der Spaltung erforderlich gewordenen Wahl einer in ihrem Wirkungsbereich auf Westberlin beschränkten Stadtverordnetenversammlung am 5. Dezember 1948 sackte die CDU auf 19,4 Prozent der Stimmen ab, während die SPD unter Ernst Reuter mit 64,5 % ihr bis heute bestes Ergebnis in Berlin erzielte. Aufgrund der durch die Blockade verursachte Krisensituation wurde die Koalition von SPD, CDU und LDP trotz der absoluten Mehrheit der SPD fortgesetzt.
Die Zeit als Juniorpartner in der Allparteienregierung (1950–1953) Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 1950 vermochten SPD, CDU und FDP jeweils eine Fraktion zu stellen. Die CDU konnte unter ihrem damaligen Spitzenkandidaten Walther Schreiber 24,7 % der Stimmen erreichen. Zusammen mit der FDP, die auf 23,1 % der Stimmen gekommen war, hätte sich rechnerisch eine absolute Mandatsmehrheit für eine schwarz-gelbe Koalition ergeben. Allerdings kandidierten sowohl Schreiber als auch der SPD-Politiker Ernst Reuter im Abgeordnetenhaus für das Amt des Regierenden Bürgermeisters. Als jedoch beide Kandidaten mit jeweils 62 Stimmen die absolute Mehrheit verfehlten, verzichtete Schreiber zugunsten Reuters auf die Position des Regierenden Bürgermeisters und es kam zur Bildung einer Allparteienregierung, in der Schreiber Stellvertreter des Landesregierungschefs wurde. Noch während dieser Zeit gab Schreiber sein Amt als CDU-Landesvorsitzender an Robert Tillmanns ab.
Die Regierung Walther Schreibers (1953–1955) Nach Reuters Tod am 29. September 1953 zerbrach die rot-schwarz-gelbe Regierungskoalition. Stattdessen bildeten nun Christdemokraten und Liberale ein schwarz-gelbes Regierungsbündnis unter Führung von Schreiber, während die Sozialdemokraten in die Opposition gingen. Als Regierender Bürgermeister setzte sich Schreiber für eine Steigerung der Bundeshilfen für Berlin ein.
Juniorpartner in einer Großen Koalition (1955–1961) Ein Jahr später erreichte die SPD bei der Abgeordnetenhauswahl die absolute Mehrheit der Mandate. Trotz der absoluten Mandatsmehrheit bot der Spitzenkandidat der Sozialdemokraten, Otto Suhr, der CDU Koalitionsverhandlungen an. In der Folge wurde eine Große Koalition gebildet. Im Senat Suhr übernahm Franz Amrehn als Bürgermeister den Stellvertreterposten des Regierungschefs. Auch unter Suhrs Nachfolger Willy Brandt behielt Amrehn diese Position in dessen erstem Senat. Zudem übernahm Amrehn nach dem Tod Otto Suhrs am 30. August 1957 bis zur Wahl Willy Brandts kommissarisch die Amtsgeschäfte des Regierenden Bürgermeisters von Berlin.