mini|Gundula Schulze Eldowy (2009) Gundula Schulze Eldowy (geboren als Gundula Schulze 23. Februar 1954 in Erfurt) ist eine deutsche Fotografin. Sie nennt sich seit ihrem Aufenthalt in Ägypten Gundula Schulze Eldowy (el dowy bedeutet arabisch das Licht).

Leben und Werk Gundula Schulze absolvierte von 1970 bis 1972 eine Lehre als Industriekauffrau und studierte danach bis 1975 an der Fachschule für Werbung und Gestaltung in Berlin-Schöneweide. Ab 1977 arbeitete sie im Sportverlag Berlin als Fotolaborantin und begann zu fotografieren. Von 1979 bis 1984 machte sie ein Fernstudium der Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Horst Thorau. Seitdem arbeitet sie als freischaffende Fotografin und Fotografikerin. Sie war Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und u. a. 1982/1983 und 1987/1988 auf der IX. und X. Kunstausstellung der DDR in Dresden vertreten. Von 1977 bis 1990 arbeitete sie an verschiedenen Fotoserien, mit denen sie Aufsehen erregte und sich gelegentlich das Missfallen der Behörden zuzog. Bis 1990 entstanden die Schwarz-Weiß-Zyklen Berlin in einer Hundenacht, Arbeit, Aktporträts, Tamerlan, Straßenbild, Der Wind füllt sich mit Wasser und die beiden Farbzyklen Der große und der kleine Schritt und Die letzten beißen die Hunde. 1985 begegnete sie dem schweizerisch-amerikanischen Fotografen Robert Frank, der sie förderte und 1990 nach New York einlud. Damit begann eine Serie von Reisen und Arbeitsaufenthalten, die Gundula Schulze Eldowy nach Italien (1991), nach Ägypten (1993–2000), nach Japan (1996/97), nach Moskau (1997), in die Türkei (1997) und 2001 schließlich nach Peru, Bolivien und Ecuador führte. 1996 gewann sie den The 12th Prize for Overseas Photographers of Higashikawa Photo Fiesta ’96.

2004 gründete sie zusammen mit ihrem Mann Javier A. Garcia Vásquez die Casa de Arte El rostro inconcebible in Peru. 2010 wurde sie Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste.

Sie lebt in Berlin und Peru. Neben der fotografischen und filmischen Arbeit entstanden Erzählungen, Gedichte, Aufsätze, Ton-Collagen und Gesänge.

Werke Fotografische Zyklen

Filme von Gundula Schulze Eldowy 1983/2009: Im Herbstlaub des Vergessens 1996: Die Wahrheit ist eine versunkene Stadt 1996: Eine halbe Stunde Zeit 1998: Die Mumien der Pharaonen 1993/2021: Diamantenstraße 1993/2019: Verlassen bin ich 2020: Die Frau am Kreuz

Auszeichnungen und Stipendien The 12th Prize for Overseas Photographers of Higashikawa Photo Fiesta ’96, Japan 2000 Neuseeländischer Fotopreis M.I.L.K.

Fotografien in Sammlungen Museum of Modern Art, New York / Museum of Modern Art, San Francisco / LACMA Los Angeles / Museum of Fine Arts, Houston / Henry Buhl III., New York / Ellen Shapiro, New York / Allan Chasanoff, New York / Howard Stein, New York / Joshua Smith, Washington D.C. / Bibliotheque Nationale, Paris / FRAC Collection Aquitaine, Bordeaux / Musée Nicephore Nièpce, / Chalon-sur-Saône / Museum für Gestaltung, Kunstgewerbemuseum, Zürich / Kunstmuseum Strasbourg / Musée de l’Elyssée, Lausanne / Sammlung Higashikawa / Foto Fiesta, Hokkaido / Berlinische Galerie, Berlin / Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett / Sammlung Rolf und Erika Hoffmann, Berlin / Märkisches Museum, Berlin / Brandenburgische Kunstsammlung, Cottbus / Museum Folkwang, Essen / Kupferstich-Kabinett, Dresden / Erotic Art Museum, Hamburg / Staatliche Galerie Moritzburg, Halle / Sprengel Museum, Hannover / Museum Ludwig (Stiftung Uwe Scheid), Köln / IBM Kunstsammlung, Stuttgart / Sammlung F. C. Gundlach, Hamburg / DGBank, Frankfurt a. M. / Volpinum Wien / Deutsches Historisches Museum, Berlin / Teutloff Collection / Sammlung Madeleine Millot Durrenberger / Deutscher Bundestag

Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen

Literatur

Lexika Schulze, Gundula. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 872.

Bücher und Kataloge Gundula Schulze: Farbfotografie. Galerie Weisser Elefant, Berlin 1988. Gundula Schulze: Waldo’s Schatten. Photographien aus dem Jahre 1990. Nationalgalerie, Berlin 1991. Getrennte Welten – Fotografien von Gundula Schulze und Nan Goldin. Kunst-Werke, Berlin 1992. Gundula Schulze: Der große und der kleine Schritt. Klein & Volbert, München 1993. Gundula Schulze Eldowy Das weiche Fleisch kennt die Zeit noch nicht. Spinning on My Heels. Galerie Pankow, Berlin 1993. Gundula Schulze Eldowy: Photographie. Weiter, weiter, auf der Himmelsleiter. Herausgegeben von Jörg-Heiko Bruns. Galerie am Fischmarkt, Erfurt 1995. Gundula Schulze Eldowy: Ägyptische Tagebücher. Mit Texten von Harald Kunde, Thomas Schirmböck und Gundula Schulze Eldowy. Edition Stemmle, Kilchberg 1996, ISBN 978-3-908162-21-6. Gundula Schulze Eldowy: Das unfassbare Gesicht / El rostro inconebible. Galerie Pankow, Berlin 2010. Gundula Schulze Eldowy: Berlin in einer Hundenacht / Berlin on a Dog’s Night. Fotografien / Photographs 1977–1990. Lehmstedt, Leipzig 2011, ISBN 978-3-942473-15-6. Gundula Schulze Eldowy: Am fortgewehten Ort. Berliner Geschichten. Lehmstedt, Leipzig 2011, ISBN 978-3-942473-11-8 (Online). Gundula Schulze Eldowy: Der große und der kleine Schritt / The big and the little step. Fotografien / Photographs 1982–1990. Lehmstedt, Leipzig 2011, ISBN 978-3-942473-20-0. Gundula Schulze Eldowy: Mangoblüte & Windrose. Polaroids, Stills & Filme 1991–2004. Galerie Pankow, Berlin 2021, ISBN 978-3-00-069829-3. Gundula Schulze Eldowy: Berlin in einer Hundenacht. Fotografien 1977–1990. Spector Books, Leipzig 2024, ISBN 978-3-95905-820-9.

Aufsätze und Rezensionen

Filme Aktfotografie – z.B. Gundula Schulze. DEFA-Dokumentarfilmstudio, Berlin 1983, Regie: Helke Misselwitz Frauen-Bilder, Bilder-Frauen. Birgit Jürgensen, Marie-Jo Lafontaine, Gundula Schulze Eldowy. Süddeutscher Rundfunk, Mannheim 1995, Regie: Rudij Bergmann Das Bild bin ich. Die Fotografin Gundula Schulze Eldowy. Westdeutscher Rundfunk, 3sat, Arte, Köln 2000, Regie: Ludwig Metzger Les Siderantes. Christine Baudillon, Frankreich 2000 Ostfotografinnen. Die Fotografinnen Sibylle Bergemann, Helga Paris, Gundula Schulze Eldowy. MDR und WDR, 2006, Regie: Pamela Meyer-Arndt Kunst in der DDR. Eine neue Generation in der Malerei. Goethe-Institut 2003, Regie: Manfred Johannsen Die verlorene Welt des Kommunismus – The Lost World of Communism. BBC, London 2009, Regie: Peter Melloy Fotografie Dokumente einer Freundschaft. Arte, 2018, Regie: Mathilde Schnee

Weblinks Gundula Schulze Eldowy – Offizielle Website

(englisch) https://www.gundula-schulze-eldowy.com/ (französisch) (französisch)

Belege

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