Espenloch-Hintere Halde ist ein mit der Verordnung vom 15. Juli 1988 durch das Regierungspräsidium Tübingen ausgewiesenes Naturschutzgebiet (NSG-Nummer 4.146) in Baden-Württemberg, im Norden der Gemeinde Rangendingen im Zollernalbkreis und im Süden der Gemeinde Hirrlingen im Landkreis Tübingen.
Lage Das rund 22,4 ha große Naturschutzgebiet Espenloch-Hintere Halde gehört zu den Naturräumen Schönbuch und Glemswald sowie Obere Gäue. Es liegt am südwestlichen Rand des Rammert auf der Lettenkohleschicht der Gäue mit einer Stufenabfolge von mittlerem Keuper über Gipskeuper und Bunte Mergel bis zur Deckschicht aus Stubensandstein. Vom Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert fand eine Nutzung als Weinanbaugebiet statt. Nachdem durch den Dreißigjährigen Krieg der Bedarf an Wein deutlich zurückging, wurden die offengelassenen Weinberge in Mähwiesen umgewandelt. Die steileren Abschnitte an den oberen Hangkanten wurden dabei landwirtschaftlich weniger genutzt und unterlagen der Sukzession bis hin zur Entstehung von Waldgesellschaften.
Das Gebiet befindet sich auf einer Höhe von . Eine touristische Erschließung besteht nördlich über den Naturkundepfad Hirrlingen, von dort führt ein Rundwanderweg des Wanderwegenetzes an das Naturschutzgebiet.
Flora und Fauna Die extensive Bewirtschaftung der Kulturlandschaft mit ihren ungedüngten Mähwiesen, Schafweiden und Obstbaumwiesen führte zu typischen Pflanzengesellschaften wie Salbei-Glatthaferwiesen, Halbtrockenrasen, Saumgesellschaften und Streuobstbeständen, allesamt miteinander verzahnt oder Mosaikartig verschachtelt. Dazwischen befinden sich einzelne kleine Hackfrucht-Äcker und teilweise brachgefallene Parzellen. Auf den Magerrasen wachsen Brand-Knabenkraut, Helm-Knabenkraut und Kleines Knabenkraut gemeinsam mit Fransenenzian und Kugelblume. Gefiederte Bewohner der Streuobstwiesen sind Grünspecht, Buntspecht und Wendehals, unter den Bodenbrütern sind Feldschwirl und Baumpieper anzutreffen und in den Hecken brütet der Neuntöter.Regierungspräsidium Tübingen (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Tübingen. Seite 534ff. Thorbecke, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-7995-5175-5.
Schutzzweck Wesentlicher Schutzzweck ist die Verbesserung und Pflege der Feuchtgebiete, Halbtrockenrasen und Streuobstbestände mitsamt seiner vielfältigen und teilweise gefährdeten Pflanzen- und Tierwelt.
Zusammenhängende Schutzgebiete Das NSG Espenloch-Hintere Halde ist Bestandteil des FFH-Gebiets Rammert und ist vollständig vom Landschaftsschutzgebiet Mittleres Starzeltal umgeben.
Siehe auch Liste der Naturschutzgebiete im Zollernalbkreis Liste der Naturschutzgebiete im Landkreis Tübingen Liste der Naturschutzgebiete in Baden-Württemberg
Literatur Regierungspräsidium Tübingen (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Tübingen. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Thorbecke, Stuttgart 2006, ISBN 3-7995-5175-1.
Einzelnachweise
Weblinks
Karte des Schutzgebiets im Daten- und Kartendienst der LUB
Naturlehrpfad Hirrlingen (PDF; 12,9 MB)
Kategorie:Naturschutzgebiet im Landkreis Tübingen Kategorie:Naturschutzgebiet im Zollernalbkreis Kategorie:Geographie (Hirrlingen) Kategorie:Geographie (Rangendingen) Kategorie:Schutzgebiet der IUCN-Kategorie IV Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa Kategorie:Rammert Kategorie:Schutzgebietsgründung 1988