mini|Revers einer Carte de Visite, Initiale, Kronensymbol, um 1866 mini|Revers einer Carte de Visite, hergestellt von Haake & Albers
Wilhelm Höffert (* 25. Oktober 1832 in Stralsund;Anders Nylander, LarsOlof Lööf, Regine Richter: Porträttfynd: Bild i fullformat och möjlighet att göra en kommentar. In: www.genealogi.se; (online) † 8. April 1901 in Wiesbadensiehe ; vollständiger Name: Ernst Friedrich Wilhelm Hugo Höffert) war ein deutscher Berufsfotograf, der in zahlreichen deutschen Städten Ateliers betrieb.
Leben Wilhelm Höffert war ein Sohn des Schauspielers und Regisseurs Wilhelm David Höffert und der Schauspielerin Emilie Höffert geb. Devrient (1808–1857), einer Tochter des Schauspielers Ludwig Devrient.Der Almanach für Freunde der Schauspielkunst, der über einen längeren Zeitraum jährlich erschien, benannte einen Sch.[auspieler] Höffert und eine Mad.[ame] Sch.[auspielerin] Höffert bis auf wenige Ausnahmen als einzige Namensträger. Sie spielten nachweislich (Mehrere Erwähnungen in Sundine: Unterhaltungsblatt nebst Literatur- und Intelligenz-Blatt für Neu-Vorpommern und Rügen; Jg. 1833, Wilhelm Hauschildt, Stralsund ( BSB)) 1832 und 1833 im Theater in Stralsund. 1840 war seine Mutter am Großherzoglichen Hoftheater in Schwerin engagiertDamen, (Mad. Höffert). In: L. Wolff (Hrsg.): Almanach für Freunde der Schauspielkunst auf das Jahr 1840. Sittenfeld, 1841, S. 432, , (unter Kinderrollen wird Elise Höffert erwähnt. Sie war die Schwester von Wilhelm Höffert.), von 1845 bis 1851 war sie Hofschauspielerin am Großherzoglichen Hoftheater in Oldenburg.Harald Schieckel: Mitteldeutsche im Lande Oldenburg II. In: Oldenburger Jahrbuch. Band 67, 1968, S. 51 , .
Von Oldenburg ging der 16-jährige Höffert 1848 an die Kunstakademie Düsseldorf, wo er bei Karl Ferdinand Sohn und Theodor Hildebrandt Malerei, insbesondere Porträtmalerei studierte. Hildebrandt beurteilte seine Leistungen mit der Note „sehr gut“., Webseite im Portal archive.nrw.de (Landesarchiv Nordrhein-Westfalen) 1850 verließ Wilhelm Höffert die Kunstakademie.Ob Wilhelm Höffert sich anschließend tatsächlich als Photograph in Warschau und Russland aufgehalten hatte, wie seine Mutter vermutet hatte, ist nicht bekannt. (Anna Löhn-Siegel: Die einzige Tochter Ludwig Devrient’s. S. 63. Sie veröffentlichte 1885 diese Äußerung von Emilie Höffert, die bereits 1857 gestorben war. Die Autorin Anna Löhn-Siegel war zwei Jahre zusammen mit Emilie Höffert am Hoftheater in Oldenburg aufgetreten.)
Im Jahr 1860 ging er in Göteborg eine Geschäftspartnerschaft mit dem Fotografen und Maler Moritz Unna ein. Unna hatte 1853 als Daguerreotypist in Göteborg ein Atelier eröffnet. Das gemeinsame Unternehmen firmierte als Unna & Höfferts Fotografiska Atelier und war im Gebäude Södra Hamngatan 41 untergebracht. Im Jahr 1862 wurde die Partnerschaft aufgelöst und Unna ging nach Kopenhagen, wo er das fotografische Atelier von Peter Ludwig Rudolph Striegler (1816–1876) kaufte.
Wilhelm Höffert kehrte 1862 nach Deutschland zurück.Anfang Mai 1862 stieg er in Hamburg im Alster-Hotel ab. Als „Maler und Photograph Höffert aus Hannover“ reichte er Ende Juli 1863 ein Niederlassungsgesuch für die Stadt Dresden ein15. die Aufnahme … In: Dresdner Anzeiger. 25. Juli 1863, S. 10, wo ihm wenige Wochen später das Bürgerrecht erteilt wurde.Dresdner Anzeiger. 14. September 1863, S. 12, (Digitalisat) Noch im selben Monat eröffnete Höffert unter seinem Namen ein fotografisches Atelier in Dresden im Haus Marienstraße 10.Mit einer Anzeige in den Dresdner Nachrichten vom 31. August 1863 suchte Wilhelm Höffert einen Copierburschen. Er war einer der ersten Fotografen, die unternehmerisch tätig wurden, als in mehreren Städten fotografische Ateliers unter dem Namen „W. Höffert“ (später „W. Höffert Hofphotograph“) als Niederlassungen betrieben wurden. Nachdem Höffert im Jahr 1870 mehrmals Leipzig besucht hatte, lässt eine Zeitungsmeldung vermuten, dass er im Frühjahr 1871 dort seine erste Niederlassung („Comanndite“) eröffnete.Aus Stadt und Land. In: Leipziger Tageblatt und Anzeiger vom 25. März 1871, S. 1. Nachdem Höffert 1871 Kronprinzessin Carola und 1872 Kronprinz Albert von Sachsen porträtiert hatte, wurde er im Mai 1872 zum Hoffotografen des sächsischen Kronprinzen ernannt. Im November 1873 eröffnete Höffert ein weiteres Atelier in Karlsruhe. Im Juli 1875 hielt sich Höffert in Bad Ems auf.Locales und Sächsisches. In: Dresdner Nachrichten vom 27. Juli 1875, S. 1.
Im Oktober 1875 wurde das Unternehmen W. Höffert in Dresden ins Handelsregister eingetragen.Handelsgerichtssachen. In: Leipziger Tageblatt und Anzeiger vom 15. Oktober 1875, S. 20. Die Namen der Betreiber bzw. Geschäftsführer der auswärtigen Niederlassungen wurden vielfach nicht genannt, einer der wenigen war der Fotograf Georg Brokesch, von 1872 bis 1875 Geschäftsführer des Leipziger Ateliers.
Das Karlsruher Atelier wurde vermutlich Mitte des Jahres 1877 wieder aufgegeben. Im August 1877 beteiligte sich Höffert an der dritten Wanderausstellung des Deutschen Photographen-Vereins.Deutscher Photographen-Verein. In: Leipziger Tageblatt und Anzeiger vom 14. August 1877, S. 2. Einer Zeitungsmeldung ist zu entnehmen, dass Höffert im November 1878 Ateliers in Leipzig, Dresden, Nizza, Hannover, Chemnitz und Bad Ems betreiben ließ.Nachtrag. In: Leipziger Tageblatt und Anzeiger vom 2. November 1878, S. 14. Am 9. Januar 1879 wurde das Atelier W. Höffert in Hannover als Niederlassung in das dortige Handelsregister eingetragen.
Wilhelm Höffert war seit 1867 mit Bohumila (genannt Mila) Wehle verheiratet. Sie war die Tochter des sorbischen Schriftstellers Jan Radyserb-Wjela (Johann Wehle) (1822–1907). Aus der Ehe gingen drei Söhne hervor.Örtliches und Sächsisches. In: Dresdner Nachrichten vom 9. Juli 1904, S. 2.
Laut Adressbucheinträgen von 1872 bis 1889 wohnte Höffert in Dresden. Seit ca. 1887 lebten das Ehepaar Höffert getrennt.Mila Höffert machte die Aussage „14 oder 16 Jahre vor seinem Tode“ während des Prozesses. Wilhelm Höffert soll nach Aussagen seiner Frau in dieser Zeit viele Jahre an der Riviera und in Amerika gelebt haben. 1892 war Wilhelm Höffert über New York in die Vereinigten Staaten eingereist. Er war in Begleitung einer 30-jährigen „Mrs. Wilhelm Hoffert“ und eines zweijährigen Kindes „Jeta Hoffert“.„Wilhelm Hoffert, Dresden“: Ellis Island Foundation (Weblinks) Er lebte in Chicago. Es ist nicht bekannt, wann er die USA wieder verließ.The New York Public Library (Weblinks)Eine Photographie von Helen Castle Mead (Ehefrau von George Herbert Mead, Professor für Soziologie an der University of Chicago), die möglicherweise in Chicago entstanden ist: Photographie, (University of Chicago Library, Archival Photographic Files) Nach Aussagen von Mila Höffert während des Gerichtsverfahrens führte Wilhelm Höffert eine Doppelehe, von der sie erst im Jahr 1900 erfuhr. Während dieser Zeit habe er zudem einen aufwändigen Lebensstil geführt.Aussage Mila Höffert: „Der Ruin der Firma … sei mit durch den enormen Lebensaufwand des Mannes, welcher vielfach Wechsel im eigenen Interesse auf die Firma zog, veranlaßt worden.“
Laut Eintrag in den Dresdner Adressbüchern war Mila Höffert 1876 Prokura erteilt worden.Im Namensregister des Dresdner Adressbuches von 1876 wird Ehefr. Mila als Prokuristin in der Fa. W. Höffert geführt (online, SLUB).Erwähnung in: Hanni Schwarz: Photographie als Frauenberuf. In: Hermann Wilhelm Vogel (Hrsg.): Photographische Mitteilungen, 45. Jahrgang 1905, S. 162. () 1881 erhielt sie die goldene Medaille für Kunst und Wissenschaften von Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen.Local-Nachrichten. In: Hannoverscher Courier (zweites Blatt des Hannoverschen Couriers) vom 22. April 1881, S. 5. Mit Wirkung vom 3. Februar 1894 erlosch die Prokura von Mila Höffert. Sie trat gemeinsam mit ihren Söhnen Emil und Ludwig als Gesellschafter mit Sitz in Berlin und Zweigniederlassung in Dresden in die Gesellschaft W. Höffert ein.Berliner Börsen-Zeitung vom 12. Februar 1894, S. 12 . (Digitalisat) Zum 12. Oktober 1897 trat der Gesellschafter Emil Höffert aus.Berliner Börsen-Zeitung vom 15. Oktober 1897, S. 19. (Digitalisat)
Nach dem Tod von Wilhelm Höffert im April 1901 führte Mila Höffert das Geschäft mit dem Sohn Paul Ludwig fort.Blatt 4843 im Handelsregister Leipzig. In: Leipziger Tageblatt und Anzeiger (Morgen-Ausgabe) vom 1. August 1901, S. 5. (Digitalisat) Dabei übernahm sie auch Schulden in erheblicher Höhe, weshalb sie bereits zu diesem Zeitpunkt, so der spätere Vorwurf vor Gericht, hätte Konkurs beantragen müssen. Gleichzeitig wurde der bisherige Hauptsitz der Gesellschaft von Dresden nach Berlin verlegt.W. Höffert. In: Eintragungen i. d. Handelsregister des Amtsgerichts Hamburg (6. November). In: Neue Hamburger Zeitung vom 8. November 1901, S. 14. (Digitalisat) Im April 1903 wurde Anzeige wegen betrügerischen Bankrotts und Konkursantrag gegen die Gesellschaft Hoffotograf W. Höffert erstattet.Zahlungs-Einstellungen. In: Leipziger Tageblatt und Anzeiger vom 21. April 1903, S. 7. Im Juli 1904 wurde gegen Mila Höffert vor dem Dresdner Landgericht wegen Betrugs verhandelt. und Der Sohn hatte sich dem Verfahren durch Flucht ins Ausland entzogenVermischtes. In: Der Photograph, 14. Jahrgang 1904, Nr. 28, S. 111., kehrte aber nach kurzer Zeit wieder zurück. Mila Höffert wurde zu drei, der Sohn Ludwig zu sieben Jahren Haft verurteilt.Gerichts-Zeitung. Schlimmes Ende einer angesehenen Familie. In: Hamburger Nachrichten, Abend-Ausgabe, 2. Beilage, (nicht paginiert). (Digitalisat)
W. Höffert, W. Höffert Hofphotograph und W. Höffert, Nachf. – Ateliers und Filialen in Dresden von 1864 bis 1877 im Haus Marienstraße 10, von 1874 bis 1890 im Haus Seestraße 10Auf den Revers einiger Fotografien ist auch die Hausnummer 21 angegeben. Hierzu fanden sich bisher keine Hinweise in den Adressbüchern. im Kaufhaus HerzfeldWilhelm Höffert war anscheinend der erste, der ein Atelier in einem Kaufhaus betrieb. Quelle: , von 1891 bis 1899 im Haus Prager Straße 49 und von 1900 bis 1903 im Haus Prager Straße 7.Horst Milde, S. 146.Das Atelier wurde Ende 1903 wegen Feuergefährlichkeit geschlossen, nachdem das Warenhaus Herzfeld das Atelier erworben hatte. (Quelle: Vermischtes. In: Der Photograph, 13. Jahrgang 1903, Nr. 48, S. 190.) Im Oktober 1875 wurde Wilhelm Höffert als Eigentümer der Gesellschaft W. Höffert in Dresden ins Handelsregister eingetragen.Handelsgerichtssachen. In: Leipziger Tageblatt und Anzeiger vom 15. Oktober 1875, S. . mini|Das Modegeschäft August Polich in Leipzig mit aufgestocktem Atelier. (Unbekannter Fotograf, CdV, nach 1876)