Lempzours (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes Périgord-Limousin. Die Einwohner werden Lempzouriens und Lempzouriennes genannt.
mini|Lagekarte von Lempzours
Geografie Lempzours liegt etwa 23 Kilometer südöstlich von Nontron, etwa 21 Kilometer nordnordöstlich von Périgueux, etwa 61 Kilometer nordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 63 Kilometer nordnordöstlich von Bergerac im Norden der Landschaft des Périgord central im touristisch benannten Landesteil des Périgord vert.
Lempzours wird von folgenden vier Nachbargemeinden umgeben:
Der Ortskern besteht aus der Kirche mit Friedhof und dem Bürgermeisteramt. Das Gebiet erstreckt sich über folgende Weiler, Gehöfte, Ziegeleien, Schlösser und einen Herrensitz:
Beaulieu, Blanchardie, Bosvert, Centre Équestre Pierre-Edmond, Château de Feydoux, Fauconnie, Foncrause, Imbord, La Coudercherie, La Cure, La Doretie, La Forêt, La Guionie, La Prairie, La Rivarie, La Vaure, Le Château Reynaud, Les Jarthes, Les Renaudies, Les Roules, Les Tuileries, Pierre-Edmond, Pioriol, Plante-Fève, Termes, Terrassonie und Tuilerie des Roules.
Der topografisch tiefste Punkt im Gemeindegebiet von Lempzours mit befindet sich an der Nordecke im linken Seitental der Côle. Der höchste Punkt mit wird an zwei Stellen angetroffen – beim Weiler Fauconnie im Südosten und beim Weiler Chef de la Lande der Nachbargemeinde Vaunac im Osten. Das Bürgermeisteramt liegt in Hanglage oberhalb des Flüsschens Rase auf etwa Höhe.
Bodenbedeckung mini|300px|Bodenbedeckung in der Gemeinde Lempzours Die Bodenbedeckung der Gemeinde Lempzours schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:
Wälder oder seminaturelle Ländereien – 66,6 % heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 28,2 % Strauch- und/oder Kräutervegetation – 2,8 % Grünland – 2,4 %.
Die forstwirtschaftliche Nutzung steht mit 69,4 % eindeutig im Vordergrund. Sie ist gegenüber 1990 mit 70,2 % nur leicht zurückgegangen.
Klima Das Klima ist gemäßigt; Regen (955 mm/Jahr) fällt übers Jahr verteilt. Die Gemeinde besitzt ein abgeschwächtes ozeanisches Klima mit gemäßigtem Sommer (Cfb nach Köppen und Geiger), das sich durch folgende Parameter auszeichnet:
Klimaparameter im Zeitraum 1971–2000 Jahresmittel: 11,9 °C Anzahl der Tage unter −5 °C: 3,4 Anzahl der Tage oberhalb 30 °C: 6,7 Maximum im Tages-Temperaturunterschied: 14,7 °C Jahresniederschlag: 955 mm Niederschlagstage im Januar: 13,2 Niederschlagstage im Juli: 7,2
Durch den Klimawandel zeichnen sich Erhöhungen im Jahresmittel ab, die sich bereits auch bemerkbar machen. So ist beispielsweise an der 60 Kilometer entfernten Wetterstation in Brive das langjährige Jahresmittel von 12,7 °C für 1971–2000 über 12,7 °C für 1981–2010 auf 13,0 °C für 1991–2020 angestiegen – ein Zuwachs um 0,3 °C innerhalb von 20 Jahren. mini|Hydrographische Karte von Lempzours Hydrografie Hauptfluter der Gemeinde ist die nach Nordwesten fließende Rase, ein linker, zeitweilig trockenfallender Seitenarm der Côle. Im Norden reicht das Gemeindegebiet gerade noch an einen nach Westen entwässernden, linken Seitenzweig der Côle heran, welcher ebenfalls vorübergehend trockenfällt. Eine linksseitige Aufspaltung dieses Seitenzweigs bildet über knapp zwei Kilometer die Nordostgrenze zu Vaunac.
Die Côle und ihre Seitenarme gehören zum Flusssystem Isle-Dronne.
Die Gesamtlänge des Entwässerungsnetzes in der Gemeinde Lempzours beträgt nur 2 Kilometer.
Geologie mini|Geologische Karte der Gemeinde Lempzours
Der geologische Aufbau der Gemeinde Lempzours ist relativ einfach und besteht aus flach liegender Oberkreide des nördlichen Aquitanischen Beckens (Einfallswinkel 6° nach Südsüdost), die weitgehend von pleistozänen Hüllsedimenten verdeckt wird. Aufgeschlossen sind Angoumien (Rudistenkalke) und Coniacium (Fossilkalke). Bei den Hüllsedimenten handelt es sich um Flussschotter und deren kolluviale Umlagerungsprodukte.
Das Untere Angoumien (Formation c3b) steht nur an der Nordwestecke an. Das Obere Angoumien (Formation c3c) säumt das Tal der Rase und findet sich auch entlang des Seitentals an der Nordgrenze sowie bei Imbord. Auch der Ortskern liegt auf Oberem Angoumien. Das darüberfolgende Coniacium (Formation c4) wird an der Rase und in kleinen, isolierten Vorkommen angetroffen.
Die Hüllsedimente nehmen gut 80 % des Gemeindegebiets in Anspruch, wobei die Flussschotter der Formation Fs die Hochlagen im Osten und im Zentrum aufbauen. Die kolluvialen Umlagerungsprodukte der Formation CF enthalten Gerölle und dürften sich zum Großteil aus den Flussschottern entwickelt haben. Würmeiszeitlicher Hangschutt (Formation GP) bildet die Talfüllung des nördlichen Seitentals der Côle. Rezentes Alluvium der Formation K hat sich in der Talniederung der Rase abgelagert.
Toneinschaltungen in den Hüllsedimenten wurden als Rohstoff für die örtlichen Ziegeleien abgebaut. mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Lempzours Natürliche und technologische Risiken Natürliche Risiken manifestieren sich in Lempzours neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Waldbrände Bodensetzungen Bodenbewegungen
Aufgrund der starken Bedeckung des Gemeindegebiets mit Wald ist Lempzours einer Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im gesamten Gemeindegebiet besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.
Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1982, 1987, 2003, 2011 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.
Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Lempzours besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind, von Ablösung von Steinen und Blöcken durch Einwirkung von Erosion, Witterungseinflüssen und Wurzelsystemen auf Felshänge und von Erdrutschen bei mehr oder weniger langsamen Bewegungen von Hanglagen, bei denen sich Gestein ablöst.
Ein technologisches Risiko bildet ein verschmutzter oder potenziell verschmutzter Standort, der weniger als 500 Meter vom Zentrum entfernt ist. Aufgrund früherer Abfallablagerungen oder des Eindringens von Schadstoffen stellt er eine potenzielle Verschmutzung dar, die möglicherweise eine Belästigung oder ein dauerhaftes Risiko für Menschen oder die Umwelt bildet. Es handelt sich hierbei um eine frühere illegale Mülldeponie.
Etymologie und Geschichte Der erste Beleg von Lempzours in einem Kirchenregister des 12. Jahrhunderts liefert die der heutigen Form nahe Schreibweise Lempzor, davor Lemsor und Lempzac (ohne Datum). Der Ursprung des Namens ist unklar. Er steht vielleicht für das okzitanische linjoira im Maskulinum, das einen Landstreifen bezeichnet. Dieses ist von linge () abgeleitet, wie auch das altfranzösische linge mit derselben Bedeutung, und kommt aus dem vulgärlateinischen °linicus, abgeleitet vom Wort linea () aus dem klassischen Latein. Es gibt keine ähnliche Form von Lempzours im Périgord.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 199–200
Eines der bedeutendsten Ereignisse in der Geschichte der Stadt ist der Bau eines Priorats im Mittelalter, dessen Mauern heute verschwunden sind. Lediglich die Kirche Notre-Dame aus dem 12./13. Jahrhundert ist erhalten geblieben.
Die Stadt ist auch durch die Präsenz der Angehörigen des Templerordens geprägt. La Guionie, ein ehemaliger Adelssitz, war eine Kommende, also ein großer befestigter Gutshof. Tatsächlich entstanden ab 1137 Templerhäuser im Périgord, dank Schenkungen von Baronen sowie des Bischofs von Périgueux, der 1139 einen Teil der Gemeinde Lempzours stiftete. Die Templer errichteten ihre Präzeptorei in La Guionie und bauten den Tempel in der Senke des Tals. Lempzours war damals eine bedeutende Kommende im Périgord.
Im 13. Jahrhundert war Lempzours eine der 27 Pfarreien, die der Gerichtsbarkeit des Erzpriestertums Condat unterstanden, dessen Sitz sich in Champagnac-de-Belair befand.
Das Gebäude der Kommende, das wahrscheinlich während des Hundertjährigen Krieges beschädigt und 1569 in den Hugenottenkriegen niedergebrannt wurde, erfuhr zwischen dem Spätmittelalter und der Regierungszeit Ludwigs XIII. zahlreiche Umbauten. Nachdem es sich im späten 15. Jahrhundert im Besitz der Familie Béron befunden hatte, ging es zu Beginn des 17. Jahrhunderts an die Familie Siorac über. Diese verlieh dem Bauwerk zwischen 1660 und 1720 jene Grundgestalt, die es bis heute bewahrt hat.
Auch dieses Dorf zahlte während des Zweiten Weltkriegs einen hohen Preis. Am 6. Juni 1944 wurde ein Landwirt von Truppen der durchziehenden Division Brehmer ermordet, sowie ein 20-Jähriger, Mitglied der FTPF, getötet durch Milizionäre.
Bevölkerungsentwicklung Bevölkerungsentwicklung in LempzoursJahrEinwohner 1962 177 1968 155 1975 139 1982 123 1990 121 1999 111 2004 123 2006 120 2008 144 2009 156 2014 137 2016 133 2019 137 2020 136 Quellen: EHESS bis 1999, INSEE ab 2006
Die Bevölkerungszahlen in Lempzours waren bis 1999 rückläufig, sie stiegen aber dann bis 2009 wieder stark an. Seitdem sind sie wieder dabei, zurückzugehen.
Die höchste Bevölkerungszahl hatte Lempzours im Jahr 1793 mit 423 Einwohnern.
Verwaltung Bürgermeister von Lempzours ist seit 2008 die parteilose Thérèse Chassain, die im Mai 2020 wiedergewählt wurde.
Präsidentschaftswahlen 2022 Kandidaten Parteien 1. Wahlgang 2. Wahlgang Stimmen % Stimmen % Marine Le Pen Front national FN 33 34,37 % 46 56,79 % Emmanuel MacronEn marche ! EM 13 13,54 % 35 43,21 % Jean-Luc Mélenchon Front de gauche FDG 22 22,92 % Éric Zemmour Reconquête 4 4,17 % Valérie Pécresse Les Républicains LR 2 2,08 % Jean Lassalle Résistons ! R 4 4,17 % Anne Hidalgo Parti socialiste PS 1 1,04 % Fabien Roussel Parti communiste français PC 9 9,37 % Nicolas Dupont-Aignan Debout la République DLR 4 4,17 % Yannick Jadot Europe Écologie-Les Verts EELV 4 4,17 % Nathalie Arthaud Lutte Ouvrière LO 0 0,00 % Philippe Poutou Nouveau Parti anticapitaliste NPA 0 0,00 % Gesamt 96 100 % 81 100 % Gültige Stimmen 96 96,97 % 81 89,01 % Ungültige Stimmen 3 3,03 % 10 10,99 % Wahlbeteiligung 99 88,39 % 91 80,53 % Enthaltungen 13 11,61 % 22 19,47 % Registrierte Wähler 112 113 Quelle: Ministère de l'Intérieur
Die Präsidentschaftswahlen 2022 in Lempzours konnte Marine Le Pen ziemlich deutlich für sich entscheiden. Im ersten Wahlgang hatte Jean-Luc Mélenchon hinter Marine Le Pen zwar noch die zweitmeisten Stimmen erhalten, war aber dann auf nationaler Ebene für die Stichwahl im zweiten Wahlgang ausgeschieden.