Paul Glawion (* 8. November 1922 in Berlin; † 1. April 1993) war ein deutscher Schauspieler.

Biografie Paul Glawion wuchs in seiner Heimatstadt auf und stand bereits in jungen Jahren in dem 1933 entstandenen Kurz-Dokumentarfilm Wildwest in Fichtenau das erste Mal vor der Kamera. Nach Beendigung der Schulzeit absolvierte er zunächst ein Praktikum als Maschinenbauer, bevor er daran anschließend Musikschulen in Berlin und Erfurt besuchte. Musik- und Gesangsunterricht (Klavier, Bariton) erhielt er an der Academy of Music and Theatre in den USA. Ausgebildet wurde er von den Professoren Schmalstich, Lohmann und Köhler.Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart, Wien 1986

Stationen seiner Bühnenlaufbahn waren u. a. die Kunstbühne und die Tribüne in Berlin, das Theater Erfurt, das Badische Staatstheater Karlsruhe, das Theater in der Josefstadt in Wien, das Theater am Dom in Köln sowie verschiedene Münchner Bühnen. Von 1970 bis 1974 trat Glawion darüber hinaus an verschiedenen Theatern in New York auf.

Seit 1960 für Film und Fernsehen tätig, sah man Paul Glawion in Produktionen wie Er kann’s nicht lassen, Kommissar Freytag, in den Simmel-Verfilmungen Und Jimmy ging zum Regenbogen und Lieb Vaterland magst ruhig sein und in drei Derrick-Episoden, ferner in den Serien Väter und Söhne – Eine deutsche Tragödie und Feuersturm und Asche. Größere Rollen verkörperte er jeweils als Kriminalbeamter in Der Fall Rohrbach (1963) und in dem deutsch-italienischen Mehrteiler Coralba (1969).

Paul Glawion gab weiterhin Rezitationsabende und Konzerte mit Schubert-Liedern. Darüber hinaus war er als Chorleiter tätig und besang gemeinsam mit Lisa Lesku eine Schallplatte mit dem Titel Über die Prärie.

Als Synchronsprecher lieh Paul Glawion seine Stimme David Huddleston in Ich bin der Größte sowie Greg Lewis und Mik Scriba in zwei Folgen der US-amerikanischen Sitcom Eine schrecklich nette Familie. 1966 sprach er die Rolle des Vaters in einer Hörspielproduktion von Karlsson vom Dach nach Astrid Lindgren.Hörspielland

Filmografie (Auswahl) 1960: Eine Frau fürs ganze Leben 1961: In der Hölle ist noch Platz 1961: Treibjagd 1962: Die Flucht 1962: Er kann’s nicht lassen 1962: Alle Macht der Erde 1962: Die Glocken von London 1962: Bedaure, falsch verbunden 1963: Der Fall Rohrbach 1964: Kommissar Freytag – Mit Bewährungsfrist 1964: Die weiße Weste 1965: Die ehrbare Dame 1966: Blue Light – The Fortress Below 1966: Die fünfte Kolonne – Ein Auftrag für... 1966: Der Mann, der sich Abel nannte 1966: I Deal in Danger 1966: Raumpatrouille – Invasion 1967: Der Röhm-Putsch 1967: Der Vater und sein Sohn 1967: Cliff Dexter – Ein Orden für Cliff 1967: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger – Blüten aus den Isarauen 1967: Bürgerkrieg in Rußland (Fernseh-Fünfteiler) 1968: Polizeifunk ruft – Südfrüchte 1968: Eine Gefangene bei Stalin und Hitler 1968: Feldwebel Schmid 1968: Polizeirevier 21 1968: Berliner Blockade 1968: Die schwarze Sonne 1969: Der Kommissar – Der Tod fährt 1. Klasse 1970: Coralba 1970: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger – Zeugen gesucht 1971: Und Jimmy ging zum Regenbogen 1975: Das Rückendekolleté 1975: Derrick – Kamillas junger Freund 1976: Schulmädchen-Report. 10. Teil: Irgendwann fängt jede an 1976: Lieb Vaterland magst ruhig sein 1976: Derrick – Auf eigene Faust 1978: Die munteren Sexspiele der Nachbarn 1978: Der Anwalt – Kostenmiete 1978: Derrick – Der Spitzel 1979: Lawinenexpress 1980: Die Formel (The Formula) 1982: Love Unlimited 1984: Angelo und Luzy – Alle Engel mogeln 1986: Väter und Söhne – Eine deutsche Tragödie 1988: Feuersturm und Asche

Literatur Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 301.

Weblinks

Paul Glawion tot? Todestag

Einzelnachweise

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