Mirai Nikki (jap. , dt. „Zukunftstagebuch/-bücher“), auch Future Diary, ist eine Mangaserie des japanischen Zeichners Sakae Esuno, die von 2006 bis 2010 in Japan erschien. Das Werk ist in die Genres Action, Drama und Shōnen einzuordnen. Es erzählt die Geschichte des Schülers Yukiteru Amano, der von Gott in ein mörderisches Spiel hineingezogen wird. Dabei ist es schlichtweg das Ziel, als letzter der zwölf Träger eines Tagebuches zu überleben, in dem die eigene Zukunft prophezeit wird, während sich die Teilnehmer versuchen, gegenseitig auszuschalten. Nebenher baut sich eine Liebesgeschichte zwischen ihm und der ebenfalls teilnehmenden Schülerin Yuno Gasai auf, obwohl sie eine psychotische in ihn verliebte Stalkerin ist.

Die Mangareihe wurde 2011 unter der Regie von Naoto Hosoda im Animationsstudio Asread als gleichnamige Anime-Fernsehserie adaptiert. Bereits Anfang 2010 hatte Kadokawa Shoten mit Mirai Nikki: 13-nin-me no Nikki Shoyūsha () ein Adventure für die PlayStation Portable veröffentlicht, die die Handlung um den Träger eines dreizehnten Tagebuchs erweitert. Zudem erschien 2012 eine Real-Fernsehserie.

Inhalt Zu Beginn der Handlung stellt der Schüler Yukiteru Amano in einem Monolog sein Leben vor. Dabei offenbart sich, dass er große Probleme hat, echte Freundschaften zu knüpfen. Stattdessen investiert er die meiste Zeit, um auf seinem Handy ein Tagebuch zu führen, in dem er die täglichen Ereignisse detailliert festhält. Zuhause angekommen, verhüllt er sich unter seiner Bettdecke und betritt in seiner Fantasie regelmäßig eine Parallelwelt, wo er sich mit seinem imaginären Freund, dem göttlichen Deus Ex Machina, und seiner sehr jung wirkenden Begleiterin Murmur unterhält. In dem Gespräch erzählt dieser Gott Yukiteru, dass er ein Spiel veranstalten will, damit ihm und seiner Begleiterin nicht mehr so langweilig ist. Yukiteru ahnt jedoch nicht, dass dies weitreichende Konsequenzen haben wird. Deus Ex Machina gibt Yukiterus Tagebuch die Fähigkeit, die Zukunft vorherzusagen. Dies geschieht, indem dort bereits Einträge verzeichnet sind, die er erst später geschrieben hätte. Wegen seiner Art Tagebuch zu führen, betreffen die Vorsagen ihn allerdings nicht direkt selbst.

Am nächsten Morgen, findet er dort tatsächlich entsprechende Einträge vor, denen er jedoch keine sonderliche Beachtung schenkt, da er vermutet sie selbst im Halbschlaf geschrieben zu haben. Im Verlauf des Tages wird jedoch offensichtlich, dass die Einträge der Wahrheit entsprechen und exakt so eintreffen, wie sie vorhergesagt wurden. Deus Ex Machina meldet sich darauf bei ihm und gibt ihm klar zu verstehen, dass er sich die Parallelwelt nicht einbildete, sondern Deus Ex Machina zu ihm kommen und seine Fantasie besetzte. Zudem ist Yukiteru an sein Tagebuch gebunden, sollte es zerstört werden oder es verlieren, so wird auch seine Existenz enden, da sie damit keine Zukunft mehr hat.

In den folgenden Tagen kann er sich immer mehr von den Einträgen überzeugen und beginnt sie seinerseits zu nutzen, indem er bewusst bestimmten Ereignissen aus dem Weg geht oder seine Vorteile daraus zieht. Dies bleibt seinen Mitschülern nicht ganz verborgen, da er sehr viel Glück zu haben scheint. Jedoch ahnen sie nicht, woran dies liegen könne. Dennoch verschlechtert dies seine Beziehung zu den Mitschülern, die ihn nun als besonders auffällig empfinden. Als er wieder einmal perfekt auf einen unangekündigten Test vorbereitet ist, mit dem viele Schüler Probleme haben, fällt ihm ein Blick seiner Mitschülerin Yuno Gasai auf, die trotz ihrer guten Reputation während des Tests beginnt, eine Figur zu kneten. Als er zuletzt den Klassenraum verlässt und sich die Figur auf Yunos Tisch näher ansieht, ist er jedoch zutiefst erschrocken. Jene sieht genauso aus wie Murmur, und auf seinem Handy wird etwa zeitgleich sein Tod als DEAD END („Sackgasse; hier auch: tödliches Ende“) verkündet. Ungläubig auf den Eintrag starrend, wird er von Yuno gestellt, die ihm zu erkennen gibt, dass sie genau darüber Bescheid wisse, worauf Yukiteru panisch die Flucht ergreift.

Er erfährt, dass mit ihm und Yuno insgesamt 12 Personen ein Zukunftstagebuch erhalten haben und sich gegenseitig töten müssen, wobei der letzte Überlebende Deus als Gott nachfolgen wird.

Figuren Die Figuren des Werks sind größtenteils nach Göttern aus der griechisch-römischen Mythologie benannt, insbesondere die zwölf Tagebuchbesitzer bis auf eine Ausnahme (Tsubaki Kasugano) nach den Dei Consentes.vgl. auch die erste Strophe des ersten Vorspanntitels Kūsō Mythology des Anime.

Yukiteru ist der männliche Protagonist der Serie und ein 14-jähriger Schüler. Er hat kaum Kontakt zu seinen Mitschülern, sondern führt stattdessen ein Tagebuch mit seinem Handy. Als er von Deus als Tagebuchbesitzer auserwählt wird, erhält er das Beobachtertagebuch (, musabetsu nikki, dt. „wahlloses Tagebuch“), das detailliert Ereignisse anzeigt, die um ihn herum aus seiner Perspektive passieren werden, nicht aber was ihm selbst genau passiert. In Kombination mit Yunos Tagebuch wird diese Schwäche allerdings ausgeglichen. Yukiteru versucht anfangs nur das Spiel zu überleben, ohne dabei jemandem zu schaden, bringt sich aber nach dem Tod seiner beiden Eltern aktiv ein. Unterstützt wird er dabei von Yuno, die ihm mehrmals das Leben rettet, wofür er ihr zwar sehr dankbar ist, gleichzeitig aber auch abgeschreckt von ihrer obsessiven Liebe zu ihm, wobei sie auch über Leichen geht. Benannt ist er nach dem römischen Gott Jupiter, wobei ama no „himmlischer“ heißt und Yukiteru sich im Japanischen auf Jupiter (jap. Yupiteru) reimt. Ebenso sind die Namen seiner Eltern Rea () und Kurō () den Eltern des Zeus, als griechisches Pendant des Jupiter, Rhea und Chronos (jap. Kuronosu) entliehen.

Yuno ist Yukiterus Klassenkameradin. Sie gilt in der Schule als attraktiv, intelligent und Musterschülerin. Tatsächlich ist sie als Yandere obsessiv in Yukiteru verliebt – den sie Yukki (, Yukkī) nennt –, verfolgt ihn heimlich, ist eifersüchtig auf jedes Mädchen, das ihm zu nahe kommt, und zögert nicht jeden zu töten der Yukiteru verletzen will. Ihre Obsessivität äußert sich darin, dass ihr Yukiteru-Tagebuch (, Yukiteru nikki) Informationen im 10-Minutenabstand gibt, was Yukiteru gerade macht. Es stellt damit die perfekte Ergänzung zu Yukiterus Tagebuch dar. Sie ist zudem geschickt im Umgang mit Messern und Schusswaffen. Ihr Verhalten ist auf ihre Eltern zurückzuführen, die ihre Tochter zu einer perfekten Schülerin machen wollten, und dabei immer größere Forderungen an sie stellten, was schließlich darin ausartete, dass sie ihren gesamten Tagesablauf vorschrieben und in einen Käfig sperrten. Dies wiederum trieb Yuno in den Wahnsinn. Yuno ist benannt nach Jupiters Frau und Göttin der Ehe Juno, wobei Gasai „meine Ehefrau“ bedeutet.

Takao Hiyama ist ein Lehrer an Yukiterus und Yunos Schule, sowie insgeheim ein paranoider Serienmörder. Sein Mördertagebuch (, satsujin nikki) gibt ihm Informationen darüber, wer sein nächstes Opfer ist, wo dieses gerade ist und wie man es töten kann. Er ist benannt nach Vulcanus, wobei Hiyama „Feuerberg“ bzw. „Vulkan“ bedeutet.

Keigo Kurusu ist ein Kriminalpolizist. Er wurde als Tagebuchbesitzer ausgewählt um das Spiel zu balancieren, wobei ihm dabei sein Ermittlungstagebuch (, sōsa nikki) hilft, das ihm Informationen über zukünftige Verbrechen gibt. Er ist zuerst nicht daran interessiert Gott zu werden und hilft Yukiteru und Yuno gegen die anderen, ändert jedoch seine Meinung, nachdem er erfährt, dass sich der Zustand seines herzkranken Sohns verschlechtert hat. Er ist benannt nach Mercurius.

Reisuke Hōjō ist ein vierjähriger Junge, dessen Eltern Teil des Omekata-Kults sind. Nachdem diese umkommen, wird er von Yukiterus Mutter adoptiert, da diese eine Familienfreundin war. Er plant Yukiteru und Yuno umzubringen, da er sie für den Tod seiner Eltern verantwortlich macht. Er ist leicht sadistisch und für sein Alter sehr intelligent. Reisukes Tagebuch ist das Hyper Vision Diary (, Haipā Bishon Daiarī), ein Malbuch in dem Zusammenfassungen der Ereignisse für drei Zeitpunkte – morgens, mittags und abends – dargestellt sind. Er ist benannt nach Ceres (jap. Keresu), der Göttin der Fruchtbarkeit (jap. hōjō).

Tsubaki Kasugano ist die (nominelle) Anführerin des Omekata-Kults (, Omekata-kyō) und hat ein schlechtes Augenlicht. Der Omekata-Kult wurde von ihren Eltern gegründet mit der Absicht, anderen zu helfen. Der Zweite in der Hierarchie riss jedoch in ihrer Kindheit den Kult an sich, in dem er Tsubakis Eltern durch einen fingierten Unfall aus dem Weg räumte. Um die Loyalität der Kultjünger für sich zu gewinnen, installierte er Tsubaki als neue Anführerin und sperrte sie in einen Käfig, wo sie regelmäßig von ihren Jüngern vergewaltigt wird. Ihr „Hellsicht-Tagebuch“ (, senri nikki) zeichnet alles auf, was jeder Kultjünger sieht, wobei der Nachteil neben ihren schlechten Augen ist, dass ihr Tagebuch eine lange Schriftrolle ist. Aufgrund ihrer traumatischen Erfahrungen traut sie jedoch ihren Jüngern und den Eintragungen nicht und will nur Gott werden, um die Welt zu beenden. Sie ist benannt nach Persephone, der Göttin des Frühlings, die durch Pluto geraubt wurde (Raub der Persephone, vgl. auch engl. Rape of Persephone). Kasuga lässt sich als „Frühlingstag“ lesen. und Marco und Ai sind ein Liebespaar, die ihre Kindheit gemeinsam in einem Waisenhaus verbrachten. Ihr gemeinsames „Austauschtagebuch“ (, kōkan nikki) zeigt die Zukunft des jeweils anderen Partners. Daneben verwendet jeder ein separates Enkeltagebuch von Ueshita: Marco das „unbesiegbare, unbesiegte Kampftagebuch“ (, jōshō muhai kenka nikki), mit dem er jeden Angriff vorhersehen kann und Ai das „Flirttagebuch“ (, gyaku-nan nikki), mit dem sie jeden Mann ausfindig machen kann, mit dem sie in Zukunft flirten will. Marco (jap. Maruko) ist benannt nach dem Kriegsgott Mars (jap. Marusu), wobei ikusaba „Schlachtfeld“ bedeutet. Ai Mikamis Name lässt sich wiederum als „schöne Göttin der Liebe“ lesen, welches Venus meint.

Kamado Ueshita leitet ein Waisenhaus, in dem auch Marco und Ai waren. Ihr Tagebuch ist das „Vermehrungstagebuch“ (, zōshoku nikki), was ein (tragbarer) Computerserver ist, das jedem gehosteten Blog/Tagebuch die Fähigkeit der Zukunftstagebücher gibt, d. h. es werden für jeden Blogbenutzer die Beiträge angezeigt, die er in Zukunft geschrieben hätte. Kamado selber ist friedfertig und hat kein Interesse daran Gott zu werden, dafür wollen ihre Waisenkinder umso mehr, dass sie Gott wird. Sie ist benannt nach Vesta, der Göttin des Herdes (jap. kamado).

Minene Uryū in eine international gesuchte Terroristin. Als sie als Kind mit ihren Eltern reiste, kamen diese beim Nahostkonflikt um. Seitdem hasst sie Religion im Allgemeinen, sowie Gott im Speziellen und will das Spiel gewinnen, um beides abzuschaffen. Ihr „Fluchttagebuch“ (, tōbō nikki) hilft aus jeder Situation eine perfekte Fluchtmöglichkeit aufzuzeigen, sofern es eine gibt. Nachdem sie anfangs als seine Gegenspielerin auftrat, freundet sie sich im Laufe der Zeit mit Yukiteru an und wird eine Art Schwesterfigur für ihn. Sie ist benannt nach Minerva.

Karyūdo Tsukishima ist ein extremer Hundeliebhaber, der selber nur Instantnudeln isst, während er seinen Hunden feinstes französisches Essen serviert. Zudem vernachlässigt er darüber seine Familie. Mit seinem „Zuchttagebuch“ (, shiiku nikki) kann er seine Hunde kontrollieren, um die anderen Tagebuchbesitzer umzubringen, wobei er dies jedoch seine Tochter Hinata Hino (, Hino Hinata) erledigen lässt. Er ist benannt nach Diana, der Göttin der Jagd, wobei karyūdo „Jäger“ bedeutet.