Der Große Preis von Südafrika 1968 (offiziell XIV Grand Prix of South Africa) fand am 1. Januar auf dem Kyalami Grand Prix Circuit in Midrand statt und war das erste Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1968.
Berichte Hintergrund Am Neujahrstag 1968 startete die neue Saison und das Team Lotus mit den beiden Fahrern des Vorjahres, Jim Clark und Graham Hill, galt von Beginn an als Favorit auf den Gewinn des Weltmeistertitels. Grund für diese Einschätzung der Fachwelt waren die Siege des Teams bei den letzten beiden Rennen der Saison 1967.
Der amtierende Weltmeister Denis Hulme hatte Brabham verlassen und war zu McLaren gewechselt. Jack Brabham engagierte daraufhin Jochen Rindt als zweiten Fahrer in seinem Team, das wegen des frühen Termins ebenso wie einige weitere Teams mit Vorjahrestechnik in die Saison startete.
Bei Ferrari behielt man Chris Amon und verpflichtete zudem Jacky Ickx als zweiten Stammfahrer. Andrea de Adamich bekam die Chance, zum Saisonbeginn als Gaststarter in einem dritten Werkswagen an den Start zu gehen. Honda verlängerte die Zusammenarbeit mit Werksfahrer John Surtees.
B.R.M. präsentierte ein neues Fahrzeug und setzte neben Vorjahrespilot Mike Spence den Mexikaner Pedro Rodríguez als Stammfahrer ein.
Jackie Stewart war von B.R.M. in das unter der Regie von Ken Tyrrell antretende Matra International-Team gewechselt, dass im Gegensatz zum französischen Matra-Werksteam, für das Jean-Pierre Beltoise als Stammfahrer an den Start ging, für die komplette Saison den Einsatz des Ford-Cosworth-Motors beabsichtigte.
Die Cooper Car Company musste nach dem Weggang der beiden Werksfahrer des Vorjahres zwei neuen Stammpiloten verpflichten. Man entschied sich für Ludovico Scarfiotti und Brian Redman. Die Privatteams von Rob Walker und Joakim Bonnier starteten ebenfalls jeweils mit einem Cooper in die Saison. Einziger Fahrer im Anglo American Racing-Team blieb Teamgründer Dan Gurney.
Zudem traten in Südafrika wie üblich einige Gaststarter in privat eingesetzten Fahrzeugen an, wodurch das Feld auf insgesamt 23 Teilnehmer aufgestockt wurde.
Mit Clark (zweimal), Rodríguez und Hill (jeweils einmal) traten drei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an. Clark und Hill gewannen dabei jeweils ihre Rennen als diese auf dem Prince George Circuit ausgetragen wurden.
Training Im Training bewahrheitete sich die Einschätzung der Fachwelt, indem Clark mit einer ganzen Sekunde Vorsprung vor seinem Teamkollegen Hill im als favorisiert eingestuften Lotus 49 die Pole-Position erreichte. Stewart komplettierte die aus drei Fahrzeugen bestehende erste Startreihe. Die zweite Reihe teilten sich die beiden Brabham-Werksfahrer Rindt und Brabham, während sich Surtees im Honda neben den beiden Ferrari von Amon und de Adamich für die dritte Reihe qualifizierte. (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 14. August 2011)
Rennen Stewart ging nach einem gelungenen Start vor Clark in Führung, während Hill auf den siebten Rang hinter Rindt, Surtees, Brabham und Amon zurückfiel.
Bereits in der zweiten Runde ging Clark in Führung, während Brabham Surtees überholte und Hill an Amon und Surtees vorbei auf den fünften Rang gelangte. Weiter hinten im Feld schied Scarfiotti aus, als heißes Kühlwasser aus einem Leck austrat und bei ihm Verbrennungen ersten Grades hervorrief. Er wurde daraufhin ins Krankenhaus gebracht.
In der siebten Runde überholte Brabham Rindt und nahm somit kurzzeitig den dritten Rang ein, bevor er wegen eines Motorproblems zunächst zurückfiel und schließlich aufgeben musste. Der daraufhin wieder drittplatzierte Rindt hielt diese Platzierung, bis er in Runde 13 von Hill überholt wurde. Weitere 14 Runden später ging dieser schließlich an Stewart vorbei und nahm den zweiten Platz ein.
Nachdem Stewart in Runde 43 ausgefallen war, übernahm Rindt wieder den dritten Rang. An der Reihenfolge der ersten drei änderte sich daraufhin in der zweiten Hälfte des Rennens nichts mehr. Lotus feierte einen souveränen Doppelsieg.
Clark baute an diesem Wochenende noch mehrere zum damaligen Zeitpunkt bestehende Rekorde aus, zum Beispiel erreichte er seine 33. Pole-Position und seinen 25. GP-Sieg. Ohne dass es jemand ahnte, war dies sein letzter Grand Prix. Er starb noch vor dem nächsten WM-Lauf während eines Formel-2-Rennens auf dem Hockenheimring. Auch für Mike Spence war es der letzte Grand Prix. Er starb am 7. Mai 1968 bei einem Trainingsunfall in Indianapolis.
Meldeliste
Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 McLaren M5A BRM P142 3.0 V12 2 Brabham BT24 Repco 740 3.0 V8 3 4 Lotus 49 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 5 6 Eagle T1G Weslake 58 3.0 V12 7 Honda RA300 Honda RA273E 3.0 V12 8 Ferrari 312 (1967) Ferrari 242 3.0 V12 9 10 11 BRM P126 BRM P142 3.0 V12 12 BRM P115 BRM P75 3.0 H16 14 Cooper T81B Maserati 10/F1 3.0 V12 15 Cooper T86 16 Matra MS9 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 26 Matra MS7Stewart fuhr den Matra MS7 mit der Startnummer 26 nur im Training. Team Gunston 17 Brabham BT20 Repco 620 3.0 V8 18 LDS Mk3 19 Cooper T81 Maserati 10/F1 3.0 V12 Joakim Bonnier Racing Team 20 21 Matra MS7 Ford Cosworth FVA 1.6 L4 Scuderia Scribante 22 Brabham BT11 Repco 620 3.0 V8 Team Pretoria 23 Climax FPF 2.8 L4 John Love 25 Cooper T79 Anmerkungen
Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:21,6 180,618 km/h 1 2 1:22,6 178,431 km/h 2 3 1:22,7 178,215 km/h 3 4 1:23,0 177,571 km/h 4 5 1:23,2 177,144 km/h 5 6 1:23,5 176,508 km/h 6 7 1:23,6 176,297 km/h 7 8 1:23,8 175,876 km/h 8 9 1:24,0 175,457 km/h 9 10 1:24,9 173,597 km/h 10 11 1:24,9 173,597 km/h 11 12 1:25,6 172,178 km/h 12 13 1:25,9 171,576 km/h 13 14 1:26,2 170,979 km/h 14 15 1:26,3 170,781 km/h 15 16 1:26,4 170,583 km/h 16 17 1:27,0 169,407 km/h 17 18 1:27,2 169,018 km/h 18 19 1:27,3 168,825 km/h 19 20 1:27,8 167,863 km/h 20 21 1:28,0 167,482 km/h 21 22 LDS-Repco 1:28,6 166,348 km/h 22 23 1:29,0 165,600 km/h 23
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 80 0 1:53:56,6 1 1:23,7 (73.) 2 80 0 + 25,3 2 3 80 0 + 30,4 4 4 78 1 + 2 Runden 8 5 78 0 + 2 Runden 9 6 77 0 + 3 Runden 18 7 77 0 + 3 Runden 16 8 75 1 + 5 Runden 6 9 75 0 + 5 Runden 17 – 71 0 NC 23 – 58 0 DNF 12 – 51 0 DNF 11 – 46 0 DNF 19 – 43 0 DNF 3 – LDS-Repco 35 1 DNF 22 – 22 0 DNF 20 – 20 0 DNF 10 – 17 1 DNF 5 – 13 0 DNF 7 – 8 0 DNF 13 – 4 0 DNF 21 – 3 0 DNF 14 – 2 0 DNF 15
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2, 1 Punkt(e). Die besten fünf Ergebnisse der ersten sechs und der zweiten sechs Rennen zählten zur Meisterschaft. In der Konstrukteurswertung zählten dabei nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Lotus-Ford 9 2 Lotus-Ford 63 Brabham-Repco44 Ferrari35 McLaren-B.R.M.26 Matra-Ford17 Cooper-Maserati08 Honda 09 Brabham-Repco0– Brabham-Climax0– Eagle-Weslake0– Ferrari0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte– Cooper-Maserati 0– Matra-Ford0– LDS-Repco 0– Cooper-Climax0– B.R.M. 0– Brabham-Repco 0– Ferrari0– B.R.M.0– Cooper-Maserati0– Brabham-Repco0– Cooper-Maserati0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 92 4 3 34 25 16 0 Pos. Konstrukteur Punkte7 0– 0– 0– LDS-Repco0– 0– 0
Einzelnachweise
Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1
Südafrika Kategorie:Sportveranstaltung in der City of Johannesburg Metropolitan Municipality #1968 Kategorie:Kyalami Grand Prix Circuit