James Hilton (* 9. September 1900 in Leigh, Lancashire, England; † 20. Dezember 1954 in Long Beach, Kalifornien) war ein britischer Schriftsteller, der vor allem durch den Roman Der verlorene Horizont (1933, Originaltitel: Lost Horizon) und die Novelle Leb wohl, Mister Chips! (1934) bekannt wurde.
Leben Hilton studierte in Cambridge, anschließend arbeitete er als Journalist in London. Bereits im Alter von 20 Jahren veröffentlichte er erste Werke, wenngleich seinen ersten Büchern kaum Erfolg beschieden war. Unter dem Pseudonym Glen Trevor schrieb er 1931 den Kriminalroman Murder at School. Den Durchbruch schaffte er 1934 mit der Novelle Goodbye, Mr Chips, die die Lebensgeschichte eines humorvollen englischen Lehrers behandelt und besonders in den USA populär war.
Anschließend erhielt sein 1933 erschienener Roman Der verlorene Horizont (auch verlegt als Irgendwo in Tibet oder Verworrener Horizont; Originaltitel: Lost Horizon), der sich bis dahin nur mäßig verkauft hatte, große Aufmerksamkeit. Der utopische Roman verkaufte sich über acht Millionen Mal und machte Hilton sowie den von ihm erfundenen Ort Shangri-La weltweit bekannt. Für das Werk erhielt er 1934 den Hawthornden-Preis.
James Hilton zog 1937 in die Vereinigten Staaten und ließ sich zunächst in Hollywood, später in Long Beach nieder. Hollywood verfilmte auch mehrere seiner Werke, darunter gleich mehrfach Lost HorizonRonald M. Hahn, Volker Jansen: Lexikon des Science Fiction-Films. Heyne, München 1997, ISBN 3-453-11860-X, S. 972–973. und Goodbye, Mr. Chips, wie auch der 1941 erschienene Roman Random Harvest bereits im Folgejahr unter gleichem Titel in die Kinos kam. Random Harvest schildert die Spätfolgen des Ersten Weltkrieges anhand eines Liebespaares. Trotz seines Umzugs in die USA spielten viele von Hiltons Werke weiterhin in Großbritannien und waren meist feierliche und zugleich authentische Darstellungen der englischen Lebensart zwischen den Weltkriegen.
In Hollywood arbeitete Hilton auch als Drehbuchautor, beispielsweise für Alfred Hitchcock an dessen Thriller Der Auslandskorrespondent. Für seine Arbeit an William Wylers Heimatfront-Drama Mrs. Miniver nach dem Roman Mrs. Miniver erlebt die Vorkriegszeit von Jan Struther wurde er 1943 mit dem Oscar für das beste adaptierte Drehbuch ausgezeichnet. Seine späteren Romane erreichten nicht mehr ganz die Popularität seiner beiden Welterfolge aus den 1930ern; in seinem vorletzten Roman Morning Journey verarbeitete er 1951 seine Erfahrungen in Hollywoods Filmgeschäft. Zwischen 1948 und 1953 war Hilton auch Moderator der Radioshow Hallmark Playhouse auf CBS Radio.
James Hilton war zweimal verheiratet, von 1935 bis 1937 mit der BBC-Sekretärin Alice Brown, sowie von 1937 bis 1945 mit der Theaterschauspielerin Galina Kopernak. Beide Ehen wurden geschieden. Der Schriftsteller starb im Alter von 54 Jahren an Leberkrebs im Beisein seiner ersten Frau Alice, mit der er sich versöhnt hatte.Google Books; Michael Buckley: Shangri-La: A Practical Guide to the Himalayan Dream
Werke Catherine Herself, 1920 Storm Passage, 1922 The Passionate Year, 1924 The Dawn Of Reckoning (US-Titel: Rage In Heaven), 1925 The Meadows Of The Moon, 1926 Terry, 1927 The Silver Flame, 1928 And Now Goodbye, 1931 deutsche Erstausgabe: Ein Abschied. Übers. v. Carl Bach. Orell Füssli, Zürich 1949 Contango, 1932 deutsche Erstausgabe: Gewitterwind. Übers. v. Hans R. Wyss. Orell Füssli, Zürich 1944 Knight Without Armour, 1933 deutsche Erstausgabe: Ein schweigsamer Held. Einzig berechtigte Übertragung von Elisabet Arten. Benziger, Einsiedeln/Köln 1936 Lost Horizon, 1933 deutsche Erstausgabe: Irgendwo in Tibet. Geschichte eines Abenteuers. Dt. v. Herberth E. Herlitschka. Reichner, Leipzig/Wien/Zürich 1936 aktuelle Ausgabe: Der verlorene Horizont. Piper (sp 3963), München 6. A. 2007, ISBN 3-492-23963-3 Überarbeitete Übersetzung: Der verlorene Horizont. Auf der Suche nach Shangri-La. Roman. Arche, Zürich 2001, ISBN 3-7160-2286-1 Dieser Roman brachte den Durchbruch. Seine Beschreibung der Lamaserei Shangri-La hat den westlichen Blick auf Tibet und den Lamaismus bis heute nachhaltig geprägt. Der Begriff „Shangri-La“ erreichte – getrennt vom Roman – in westlichen Ländern ein Eigenleben, das bis heute anhält. Goodbye, Mr Chips, 1934 deutsche Erstausgabe: Leb’ wohl, alter Chips. Dt. v. Herberth E. Herlitschka. Reichner, Leipzig/Wien/Zürich 1936 We Are Not Alone, 1937 deutsche Erstausgabe: Wir sind nicht allein. Dt. v. Herberth E. Herlitschka. Reichner, Leipzig/Wien/Zürich 1937 To You, Mr Chips, 1938 Random Harvest, 1941 deutsche Erstausgabe: Gefundene Jahre. Übers. v. Hans R. Wyss. Orell Füssli, Zürich 1941 The Story Of Dr Wassell, 1944 deutsche Erstausgabe: Die Geschichte von Dr. Wassell. Übers. v. Hans R. Wyss. Orell Füssli, Zürich 1945 So Well Remembered, 1945 deutsche Erstausgabe: George Boswells Geschick. Übers. v. Hans R. Wyss. Orell Füssli, Zürich 1946 Nothing So Strange, 1947 deutsche Erstausgabe: Seltsam wie die Wahrheit. Übers. v. Hans R. Wyss. Orell Füssli, Zürich 1948 Twilight Of The Wise, 1949 Morning Journey, 1951 deutsche Erstausgabe: Der Regisseur. Übers. v. Carl Bach. Orell Füssli, Zürich 1951 Time And Time Again, 1953 deutsche Erstausgabe: Jahr um Jahr. Roman eines Diplomaten. Ins Dt. übertragen von Hans B. Wagenseil. Desch, München 1954
Als Glen Trevor:
Murder at school. A Detective Fantasia, 1931 deutsche Erstausgabe: Ein zweiter Unglücksfall?. Kriminalroman. Berechtigte Übertragung von Karl Häuser. Tal (Die rotblauen Bücher 6), Leipzig/Wien 1937
Filmografie Drehbuch 1936: Die Kameliendame (Camille) 1939: Ihr seid nicht allein (We Are Not Alone) 1940: Der Auslandskorrespondent (Foreign Correspondent) 1942: Mrs. Miniver 1943: Auf ewig und drei Tage (Forever and a Day) 1944: Dr. Wassells Flucht aus Java (The Story of Dr. Wassell) – nach seiner Erzählung
Literarische Vorlage 1937: In den Fesseln von Shangri-La (Lost Horizon) – Regie: Frank Capra 1937: Tatjana (Knight Without Armour) – nach dem Roman Without Armour – Regie: Jacques Feyder 1939: We Are Not Alone – Regie: Edmund Goulding 1939: Auf Wiedersehen, Mr. Chips (Goodbye, Mr. Chips) – Regie: Sam Wood 1941: Gefährliche Liebe (Rage in Heaven) – Regie: W. S. Van Dyke 1942: Gefundene Jahre (Random Harvest) – Regie: Mervyn LeRoy 1944: Dr. Wassells Flucht aus Java (The Story of Dr. Wassell) – Regie: Cecil B. DeMille 1947: Unvergessene Jahre (So Well Remembered) – Regie: Edward Dmytryk 1969: Goodbye, Mr. Chips – Regie: Herbert Ross 1973: Der verlorene Horizont (Lost Horizon) – Regie: Charles Jarrott 1984: Goodbye Mr. Chips (sechsteilige Mini-Fernsehserie) – Regie: Gareth Davies 2002: Goodbye, Mr. Chips (Fernsehfilm) – Regie: Stuart Orme
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Einzelnachweise
Kategorie:Absolvent der University of Cambridge Kategorie:Autor Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Literatur (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Science-Fiction-Literatur Kategorie:Kriminalliteratur Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Kurzgeschichte Kategorie:Oscarpreisträger Kategorie:Brite Kategorie:Engländer Kategorie:Geboren 1900 Kategorie:Gestorben 1954 Kategorie:Mann