mini|Kunstbeilage in der Zeitschrift im Jahrgang 1898, Farblithografie nach einem Gemälde von Edward Theodore Compton des Pizzo Tresero Die Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins war ein seit 1872, nach dem Zusammenschluss der Alpenvereine, erschienenes Jahrbuch des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins. Sie ging aus dem zuerst 1865 veröffentlichten Jahrbuch des Oesterreichischen Alpenvereins, und der von 1870 bis 72 erschienenen Zeitschrift des Deutschen Alpenvereins hervor. Im Gegensatz zu den Mittheilungen des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, einer von Theodor Petersen seit 1875 herausgegebenen periodischen Publikation für Nachrichten mit aktuellerem Bezug und Vereinsangelegenheiten, beschrieb die Zeitschrift auf meist hohem wissenschaftlichen Niveau die Erforschung und Erschließung der Gebirge. Autoren waren in der Regel die führenden Wissenschaftler und Alpinisten der Zeit. Jedem Band lag die Karte einer alpinistisch interessanten Berggruppe bei. Die Alpenvereinskarten spiegelten den jeweils fortgeschrittensten Stand der Kartographie und gelten noch heute mit ihrem Detailreichtum in großem Maßstab (1:25.000) als Referenz. Über Jahrzehnte federführend in der Herstellung der Alpenvereinskarte waren Richard Finsterwalder und dann dessen Neffe Rüdiger.
mini|Erste Ausgabe der Zeitschrift von 1872 anlässlich des Zusammenschlusses von DAV und ÖAV. Die Abbildung zeigt, um 90° nach links gedreht, die Dreiherrenspitze Geschichte mini|Titelblatt des ersten ÖAV-Jahrbuches von 1865. Mit einer Zeichnung des überwechteten Großvenediger-Gipfels von Friedrich Simony mini|Specialkarte der Ostalpen Section Timbler Joch Kartenbeilage von 1876 zum Timmelsjoch mini|Oetzthaler Alpen östlich vom Similaun Panorama nach einer Zeichnung von Theodor Petersen, 1872 Vor dem Zusammenschluss der beiden Alpenvereine veröffentlichte der OeAV in Wien von 1865 bis 1873 sein Jahrbuch, das wiederum die Vereins-Publicationen des OeAV als Vorläufer hatte. Herausgeber war Johann August Edmund Mojsisovics von Mojsvár, einer der Gründer des OeAV. Die Bände hatten eine reiche Ausstattung und wiesen zahlreiche sogenannte, teilweise farbige Kunstbeilagen auf, die den Lesern realistische Ansichten der Berglandschaft boten. Von 1870 bis 1873 erschien, von Karl Haushofer in München herausgegeben, in ähnlicher Ausstattung die Zeitschrift des DAV. Mit dem Zusammenschluss der beiden Vereine im Jahr 1873 erschien ein Jahr vorher bereits diese Zeitschrift als mit dem österreichischen Jahrbuch identische Ausgabe.Johannes Emmer: Register zu den Vereinsschriften des deutschen und österreichischen Alpenvereins. Band 1: 1863–1905. Innsbruck 1906, OBV, S. 3 f. Seitdem hieß die Publikation Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins bzw. ab dem 1895 veröffentlichten Band 26 Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins und erschien bis 1937, nach dem Anschluss Österreichs von 1938 bis 1942 als Zeitschrift des Deutschen Alpenvereins. Redakteure nach Karl Haushofer waren ab 1887 Theodor Trautwein, ab 1889 Johannes Emmer, ab 1895 Heinrich Heß, ab 1920 Hanns Barth und von 1939 bis 1942 Josef Julius Schätz.
Gegen Ende des Ersten und 1942 im Zweiten Weltkrieg erschienen die Bände nicht mehr in Leinenbindung, sondern nur noch broschiert, auf schlechtem Papier gedruckt und mit deutlich geringerem Umfang als die vorherigen Ausgaben.Zeitschrift des Deutschen Alpenvereins, Band 73, München 1942 Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der DAV zunächst von den Alliierten verboten und konnte sich erst 1952 neu konstituieren. Der OeAV konnte bereits 1945, da er als politisch unbelastet galt, neu gegründet werden und veröffentlichte 1949 sein erstes Alpenvereins-Jahrbuch nach dem Krieg mit 14 Aufsätzen und Artikeln. Der DAV brachte 1951 sein erstes Jahrbuch heraus und nannte es Überbrückungsband 1943 – 1951. Ab 1970 gaben die beiden Vereine schließlich wieder ein gemeinsames Alpenvereins-Jahrbuch heraus, das abwechselnd von einer Redaktion des DAV und einer des ÖAV verantwortet wurde. Ab 1981 fiel der Bindestrich im Titel weg. Im Doppeljahrgang 1982/83 trat erstmals der Alpenverein Südtirol (AVS) in Bozen als Mitherausgeber auf. Seit 1985 trägt das Alpenvereinsjahrbuch den Zusatz Berg mit der jeweiligen Jahreszahl und dem Untertitel Zeitschrift Band 135 (für den Jahrgang 2011).
Inhaltliches im 19. Jahrhundert Schon in den ersten Jahren lag der inhaltliche Schwerpunkt nicht nur auf biologischer, geographischer und geologischer Erforschung der Gebirge, sondern ebenso auf der Erschließung der Gebirge. Dabei spielten auch Berichte über Erkundung und Vermessung der Landoberfläche in Hinsicht auf eine genaue Kartierung eine wichtige Rolle als Voraussetzung weiterer Forschungen. Im Laufe der Jahre, mit zunehmender wissenschaftlicher Erkenntnis, traten reine Tourenbeschreibungen und Erstbesteigungen in den Vordergrund. Das Gebiet war zwar im Grunde auf die Ostalpen, das traditionelle Arbeitsgebiet der Vereine, eingegrenzt, doch erschienen später auch immer wieder Berichte von Reisen in Übersee. Einen Schritt über das rein Alpinistische hinaus ging 1875 Eduard Richter mit einem Beitrag über den Tiroler Volksaufstand von 1809. Im Jahrgang 1875 erschien auch zum ersten Mal ein Bericht über ein Gebirge außerhalb der Alpen, die Hohe Tatra.Zeitschrift, Band VI, München 1875, 1. Abteilung S. 166 ff. und 2. Abteilung S. 147 ff. Dann folgten bergmedizinische und volkskundliche Beiträge über die Bergvölker. 1877 erschien eine Kunstbesprechung über ein Bild des damals bekannten Landschaftsmalers Albert Emil Kirchner.Zeitschrift, Band VII, München 1877, S. 145 f. 1884 schrieb zum ersten Mal eine Frau einen Artikel in der Zeitschrift. Hermine Tauscher-Geduly aus Pressburg veröffentlichte einen mehrseitigen Bericht ihrer Besteigung der Trafoier Eiswand.Zeitschrift, Band XV, Salzburg 1884, S. 87 ff. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als die Alpen weitgehend erforscht waren, erschienen in der Zeitschrift erstmals Berichte aus Übersee. Albrecht Penck berichtete im Jahrgang 1898 über den Illivillewaet-Gletscher im nordamerikanischen Selkirkgebirge. Einen Bericht über den Uschba im Kaukasus steuerte Willi Rickmer Rickmers bei.Zeitschrift, Band XXIX, München 1898, S. 55 ff. und S. 182 ff. Es folgte 1899 ein Artikel über den Ararat, 1900 über die Alpen Nordamerikas, 1904 über die argentinischen Kordilleren und der Bericht über eine Expedition zum K2 von Heinrich Pfannl.
20. Jahrhundert Im 20. Jahrhundert stand die Zeitschrift immer mehr im Zeichen großer Expeditionen und Weltreisen, die europäischen Gebirge bildeten aber noch den inhaltlichen Schwerpunkt. 1908 wurde die Sächsische Schweiz als Klettergebiet in der Zeitschrift entdeckt. Gustav Adolf Kuhfahl stellte fest, dass die Lust zur Bergsteigerei in Deutschland mehr und mehr Gemeingut breiter Volkskreise geworden ist.Zeitschrift, Band XXXIX, München 1908, S. 177 ff. Ab dieser Zeit fanden auch die Kletterer ihren Platz in den Bänden der Zeitschrift. Worte aus Friedrich Schillers Drama Maria Stuart zitiert die Autorin Margarethe Grosse im Jahr 1911 in ihrem Aufsatz über Gebirgsluftfahrten im Freiballon und empfiehlt, sich mit Pelzen zu bekleiden und den Korb mit Heu auszupolstern, da bei diesen Ballonfahrten Höhen von über 5000 Metern erreicht werden und daher sehr niedrige Temperaturen herrschen.Zeitschrift, Band XLII, München 1911, S. 1 ff. 1913 erschien ein erster Bericht über Bergfahrten in den japanischen Alpen von Wilhelm Steinitzer. Im selben Jahr brachte die Zeitschrift einen ausführlichen Betrag über den Naturschutz von Adolf von Guttenberg,Zeitschrift, Band XLIV, Wien 1913, S. 141 ff. und S. 54 ff. nachdem ein erster früher Bericht über die Bedeutung des Bergwaldes bereits 1872 von einem Ministerialsekretär Bazing veröffentlicht wurde.Zeitschrift, Band III, München 1872, 1. Abteilung S. 319 ff 1914 berichtete Willi Rickmer Rickmers ausführlich von einer Pamir-Forschungsreise im Jahr 1913, dem ersten, aus allgemeinen Vereinsmitteln öffentlich geförderten Unternehmen außerhalb der Alpen.Zeitschrift, Band XLV, Wien 1914, S. 1 ff. und S. 52 ff.
Erster Weltkrieg Ab 1915, mit dem Beginn des Gebirgskriegs, änderte sich einiges in der Zeitschrift. Die Schriftart war von Anfang an eine Antiqua, ab 1915 wurde für den Satz eine Frakturschrift verwendet. Außerdem verringerte sich kriegsbedingt der Umfang der Bände. Umfasste er 1914 noch über 350 Seiten, waren dies 1915 100 Seiten weniger. Die Ausgabe von 1917 hatte nur noch etwa 200 Seiten. Inhaltlich änderte sich zunächst wenig. 1916 erschien ein erster Artikel über den Krieg, den der damals bekannte Autor für Heimatromane Gustav Renker als gewünschte Abrechnung bezeichnete. 1917 schrieb der nationalistische Innsbrucker Universitätsprofessor Michael Mayr einen Aufsatz über die Entwicklung der nationalen Verhältnisse in Welschtirol, in dem er für das Trentino, damals als Welschtirol bezeichnet, ein starkes und bodenständiges Deutschtum forderte.Zeitschrift, Band 48, Wien 1917, S. 49 ff. Im letzten Kriegsjahr erschien die Zeitschrift mit einem Artikel von J. Aichinger mit dem Titel: Die Julischen und Karnischen Alpen im Kriege. Die letzten Sätze des Textes lauten: Längst sind nun die Grenzen Kärntens vom Feinde befreit [...]. Wenn wieder einmal der allgemeine Friede eingekehrt sein wird, werden viele [dorthin] kommen, wo unsere tapferen Krieger einen doppelten Kampf, gegen einen heimtückischen Feind und gegen übermächtige Naturgewalten geführt haben. Mögen sie dann dankbar derer gedenken, die diesen Kampf siegreich bestanden haben [...].Zeitschrift, Band 49, Wien 1918, S. 178 ff.
Zwischenkriegszeit