Joachim Karl Wolfgang Hoyer (* 24. September 1919 in Chemnitz) ist ein deutscher Schauspieler, Regisseur und Schauspiellehrer.
Leben Hoyer besuchte die Staatliche Musikhochschule Leipzig sowie die Kirchenmusikschule in Halle und absolvierte von 1938 bis 1940 eine Schauspielausbildung an der Schauspielschule des Deutschen Theaters Berlin. 1945 erhielt er ein Bühnenengagement am Landestheater Altenburg, wo er bis 1947 blieb. Weitere Theaterstationen waren das Städtische Schauspielhaus Leipzig 1947/48, die Bühne der Jugend in Berlin 1948/49 sowie die Kammerspiele der deutschen Volksbühne Leipzig 1940/50, wo er auch als Regisseur tätig war. Er spielte unter anderem den Henri in Arthur Schnitzlers grünem Kakadu und den Moe Axelrod in Clifford Odets’ Awake and Sing. 1950 nahm er eine Tätigkeit als Dialogregisseur und Sprecherzieher am Metropoltheater in Berlin auf. Mitte der 1960er-/Anfang der 1970er-Jahre inszenierte er zahlreiche Stücke am Friedrich-Wolf-Theater Neustrelitz.
Als Schauspieler in Film und Fernsehen war Hoyer indes ein seltener Gast. Er wirkte u. a. neben Armin Mueller-Stahl in einer Episode der Serie Das unsichtbare Visier sowie unter der Regie von Horst Seemann in Suse, liebe Suse mit. Für die DEFA schrieb und inszenierte er mehrere Filme der Reihe Das Stacheltier mit bekannten Schauspielerinnen und Schauspielerin wie Gerd E. Schäfer, Carola Braunbock, Edgar Külow und Sabine Thalbach. Auch bei weiteren Produktionen wie der Komödie Nichterfasstes Zimmer zu vermieten mit Christel Bodenstein und Helga Hahnemann führte Hoyer Regie.
Überdies arbeitete er als Sprecher für Synchronisation und Hörspielproduktionen für den Sender Leipzig und den Berliner Rundfunk wie Madame Pompadour und Das siebte Kreuz 1951.
Filmografie (Auswahl) Schauspieler 1963: Drei Kriege – 1. Teil: Tauroggen 1974: Der Leutnant vom Schwanenkietz (TV-Dreiteiler) 1975: Das unsichtbare Visier: Ein merkwürdiger Anschlag 1975: Suse, liebe Suse 1978: Brandstellen
Autor und Regisseur 1963: Das Stacheltier: Was darfs denn sein 1963: Das Stacheltier: Träume sind Schäume 1964: Das Stacheltier: Haste Töne 1965: Nichterfasstes Zimmer zu vermieten
Theater (Auswahl) Schauspieler 1950: Günther Weisenborn: Die Neuberin (Schönemann) – Regie: Wilhelm Gröhl/Günther Weisenborn (Deutsche Volksbühne Leipzig – Kammerspiele) 1959: Jean Kurt Forest: Der arme Konrad – Regie: Erich-Alexander Winds (Deutsche Staatsoper Berlin) UA
Regisseur 1963: Rolf Schneider: Der Mann aus England 1964: Kurt Tucholsky, Bearbeitung: Horst Ulrich Wendler: Schloß Gripsholm 1965: Carlo Goldoni: Der Diener zweier Herren 1966: Paul Linke: Frau Luna 1967: Jean Paul Sartre: Die respektvolle Dirne 1967: Frederick Loewe, Alan Jay Lerner: My Fair Lady 1968: Ben Jonson: Volpone 1971: Franz von Suppè: Boccaccio
Hörspiele 1955: Anna Seghers: Das siebte Kreuz – Regie: Hedda Zinner (Rundfunk der DDR) 1963: Hanna Emuth: Fummel und Bummel beim Weihnachtsmann (Hammer) – Regie: Fritz Göhler (Kinderhörspiel – Litera) 1970: Gerhard Jäckel: Die Kandidatin (Friseur) – Regie: Joachim Gürtner (Hörspiel: Neumann, zweimal klingeln Nr. 16 – Rundfunk der DDR)
Literatur Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, , S. 308.
Weblinks
Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Geboren 1919 Kategorie:Deutscher Kategorie:Mann