Rommelshausen ist seit dem 20. September 1975 ein Teilort der Gemeinde Kernen im Remstal im Rems-Murr-Kreis.
Geschichte mini|Luftbild von Rommelshausen (1983) mini|Orthofoto von 1968 mini|Ansicht von Rommelshausen im Jahr 1685, Kiesersche Forstkarte mini|Postkarte von 1910 mini|Firma Willy Rüsch im Jahre 1910 mini|Einwohnerentwicklung von Rommelshausen
Die ältesten Besiedelungsspuren auf Rommelshauser Gemarkung stammen aus der Römerzeit. 1971 wurde von W. D. Forster und M. A. Benzin der römische Gutshof ausgegraben. Der Gesamthof umfasste ca. 70 Ar, das Hauptgebäude war ca. 21 m × 13 m groß. Auf Grund von Münzfunden wird sein Entstehen auf die Zeit zwischen ungefähr 180 und 235 n. Chr. geschätzt.
Zwischen 650 und 750 n. Chr. wurde die erste Siedlung von Alamannen gegründet, Indiz hierfür sind etliche Alamannengräber. Von diesen ersten Siedlern kann Rommelshausen auch seinen Namen bekommen haben. Möglicherweise wurde die Siedlung nach dem Anführer der Siedler benannt, der Rumold geheißen haben könnte – Zeugnisse hierfür gibt es allerdings nicht.
Die erste urkundliche Erwähnung Rumoldeshusen stammt aus dem Jahr 1146. In einer Schenkungsurkunde, in der dem Kloster Oberzell der Erwerb eines Eigenguts durch den römisch-deutschen König Konrad III. bescheinigt wird, ist auch ein Wortwin de Rumoldeshusen als Zeuge genannt. Wer dieser Wortwin de Rumoldeshusen war, ist nicht bekannt. Da als weitere Zeugen Graf Ludwig von Württemberg und die Herren von Plochingen aus der Umgebung genannt werden, liegt die Vermutung nahe, dass er zum Umfeld des Grafen gehörte und dort eine gehobene Stellung hatte. Ältere Einwohner kennen noch die Sage von einer Burg in Rommelshausen, von der allerdings keine Überreste erhalten sind.
Neben diesem Namen tauchen die Bezeichnungen Rummeltzhausen, Rumelshusen und Rommeltzhausen für den Ort auf. Erstmals 1686 wird in einer Urkunde der Name Rommelshausen genannt:
Jahr Urkundliche Form Jahr Urkundliche Form 1146 Rumoldeshusen 1613 Rumelzhausen 1179 Rummeltzhausen 1613 Rommeltshausen 1273 Rumolshusen 1668 Rommeltzhausen 1477 Rumelshusen 1668 Romelzhausen 1508 Rumelshusen 1673 Rumelshausen 1558 Rumelshausen 1686 Rommelshausen 1595 Rummelshausen 1718 Rommelshausen
Zwischen 1293 und 1300 gehörte Rommelshausen zum Herrschaftsgebiet der Herzöge von Teck. Im Jahr 1300 wurde das Gebiet von Rommelshausen an die Grafen von Württemberg verkauft und somit zu einem Bestandteil Altwürttembergs.
Die örtliche Adelsfamilie verließ schon früh das Dorf und ist seit dem 14. Jahrhundert unter dem Namen Burgermeister in Esslingen nachweisbar, ähnlich wie die Familie Rommel, die auch Teil des Ortsadels war und sich in Neuhausen auf den Fildern bei Esslingen niederließ. Der Ort blieb ein einfaches Bauerndorf mit mehreren Höfen.
1449/1450 wurde Rommelshausen im Ersten Markgrafenkrieg durch Esslinger Söldner zerstört.Informationsbanner im Museum unter der Yburg 1514/1515 wurde Rommelshausen mit höheren Abgaben belastet, was im Aufstand des Armen Konrads endete. 1525 bestand der Ort dann bereits schon aus 14 Lehenhöfen.
1631 wurde Rommelshausen als Winterquartier des Kaiserlichen Heers genutzt und musste 3625 Gulden als Kriegskontribution abgeben. Im Dreißigjährigen Krieg fanden 1634 Plünderungen des Dorfs statt. Im Jahr 1796 marschierten Truppen der französischen Revolutionsarmee durch den Ort, plünderten und vandalierten.
1891 wurde die Haltestelle Rommelshausen der 1861 eröffneten Bahnstrecke Bad Cannstatt–Wasseralfingen eingerichtet. Im Zuge der Industrialisierung entstanden zahlreiche Fabriken in Rommelshausen. Als eines der ersten Unternehmen ließ sich 1906 der Katheter-Hersteller August Rüsch der späteren Willy Rüsch AG in Rommelshausen nieder. Um 1960 beschäftigte dieses Unternehmen rund 900 Personen und war damit der größte Arbeitgeber im Ort; 1989 wurde es Teil von Teleflex. Anfang des 20. Jahrhunderts folgte der Anschluss an die Wasserversorgung (1907), das Telefonnetz (1907) und das Stromnetz (1910).
Rommelshausen war dem Oberamt Cannstatt zugeordnet und kam 1923 zum Oberamt Waiblingen, 1938 zum Landkreis Waiblingen und 1973 wie Stetten zum Rems-Murr-Kreis.
Im Zweiten Weltkrieg wurden auf Rommelshausen in der Nacht vom 1. zum 2. März 1944 über 1000 Brand- und Phosphorbomben abgeworfen, vorwiegend im Bereich der Eisenbahn und Industrie. Rommelshausen wurde von 21. April bis 1. Mai 1945 besetzt.
Wirtschaft Weinbau Im Gegensatz zu Stetten spielt der Weinbau nur eine untergeordnete Rolle.
Keltern Rommelshausen besaß im Laufe der Jahre zwei Keltern. Die Alte Kelter in Rommelshausen (1582 erbaut, mittlerweile als Veranstaltungsgebäude genutzt ) Die Neue Hardtkelter in Rommelshausen (1709 erbaut, 1870 abgerissen)
Politik Ehemalige Bürgermeister Die ehemaligen Bürgermeister vor der Gemeindereform: 1890–1907: Friedrich Karl Volk (Schultheiß) 1907–1937: Wilhelm Eitel 1937–1945: Paul Käßer 1945: Karl Benz 1945–1948: Karl Mangold 1948–1964: Paul Käßer 1964–1975: Günter Haußmann
Trivia Der Name Rommelshausen wird in der Gegend oft zu Rom abgekürzt, die Einwohner als Römer bezeichnet. Das hat einen humoristischen Anklang, denn es lautet dann gleich wie die viel größere italienische Hauptstadt Rom.
Literatur
Weblinks
Gemeinde Kernen im Remstal Dokumentation auf YouTube: Rom ein Dorf im Wandel – Geschichte und Geschichten aus Kernen-Rommelshausen Teil 1 Stettener Straße, Teil 2 Waiblinger Straße, Teil 3, 100 Jahre Liederkranz /Ortsansichten von 1960, Erinnerungen an Rommelshausen, Wiedersehen in Rommelshausen
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Kernen im Remstal) Kategorie:Ort im Rems-Murr-Kreis Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Rems-Murr-Kreis) Kategorie:Gemeindeauflösung 1975 Kategorie:Ersterwähnung 1146