Regnitzlosau ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Hof. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung. Die Gemeinde ist mit ihrem Gemeindeteil Hinterprex einer der drei Anliegerorte des bayerisch-sächsisch-böhmischen Dreiländerecks, Regnitzlosau liegt im Bayerischen Vogtland.
Geographie Lage Regnitzlosau liegt eingebettet in den hügeligen Ausläufern der Mittelgebirge Fichtelgebirge, Frankenwald und Elstergebirge.
miniatur|links|Blick über Regnitzlosau von Süden Die Gemeinde liegt im Osten des Landkreises Hof im Tal der Südlichen Regnitz, die das Gemeindegebiet von Ost nach West durchfließt.
Der tiefste Punkt der Gemeinde liegt an der Regnitz bei , der höchste bei Prex auf . Die Siedlungsfläche erstreckt sich hauptsächlich auf den Niedernberg und den Hohenberg.
Beim Gemeindeteil Hinterprex befindet sich das Dreiländereck Bayern-Sachsen-Böhmen, wo bis zur Wiedervereinigung die Grenzen zur DDR und zur Tschechoslowakei aufeinandertrafen.
Nachbargemeinden Im Uhrzeigersinn – beginnend im Norden – grenzen folgende Gemeinden an Regnitzlosau: Triebel/Vogtland, Eichigt (beide im sächsischen Vogtlandkreis), Hranice u Aše/Tschechien, Rehau, Döhlau und Gattendorf.
Gemeindegliederung
Es gibt 31 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Außerdem gibt es die Wohnplätze Niedernberg, Waldschlößchen und Ziegelhütte.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Draisendorf, Nentschau, Prex, Regnitzlosau, Schwesendorf und Vierschau. Die Gemarkung Regnitzlosau hat eine Fläche von 6,645 km² und ist in 1457 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4561,08 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Förtschenbach, Henriettenlust, Hohenberg, Neumühle und Raitschin.
Naturschutzgebiet Westlich von Regnitzlosau wies 2001 die Regierung von Oberfranken das Naturschutzgebiet Südliche Regnitz und Zinnbach aus. Dadurch sollen die größten Bestände in Mitteleuropa der vom Aussterben bedrohten Flussperlmuschel erhalten werden.Regierung von Oberfranken: Dokumentation der Naturschutzgebiete in Oberfranken, 25. März 2009
Geschichte Name Der Name Regnitzlosau leitet sich von der in die „Sächsische“ Saale fließenden Regnitz und vom Namen des Adelsgeschlechts von Lasan ab.
Bis zum 19. Jahrhundert Regnitzlosau wurde 1234 erstmals in einer lateinischen Urkunde erwähnt. „Cunradus, Arnoldus und Ciban de Lasan“ (von Losau) bezeugen darin eine Stiftung des Cunradus von Kotzau an das Kloster Speinshart. Regnitzlosau gehörte damals zu dem von den Vögten von Weida regierten Vogtland. 1322 wurde die Pfarrei Regnitzlosau, zu der die Kapelle in Posseck gehörte, als selbständig beurkundet. Das gesamte Regnitzland kam 1373 unter die Herrschaft der Burggrafen von Nürnberg. Johann Christoph von Reitzenstein auf Nentschau baute von 1750 bis 1752 das barocke Schloss Hohenberg.
Nachdem das hohenzollernsche Gebiet der Burggrafen von Nürnberg zwischenzeitlich zum Fürstentum Bayreuth gehört hatte, kam Regnitzlosau 1810 zum Königreich Bayern. 1872 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet.
20. Jahrhundert 1906 hielt die Industrialisierung Einzug mit einem Elektrizitätswerk am Schlosshang. Zwei Jahre später wurde die Textilfabrik Friedrich Adolf Soergel gegründet. Seit der deutschen Teilung ab 1945 lag Regnitzlosau im Grenzgebiet zur DDR und zur Tschechoslowakei. Durch die Wiedervereinigung 1989 konnten viele der alten Verbindungen wieder aufgenommen werden.Gemeinde Regnitzlosau: Kurzchronik, 24. März 2009
Religionen Regnitzlosau wurde Anfang des 13. Jahrhunderts christianisiert. Ein Jahrhundert später wurde die erste Pfarrei erwähnt. Nachdem sich das Fürstentum Bayreuth bald zur lutherischen Konfession bekannt hatte, wurde auch Regnitzlosau 1527 evangelisch.Evangelische Kirchengemeinde Regnitzlosau: , 1. April 2009 Katholiken siedelten sich erstmals wieder ab 1810 an, als Regnitzlosau zum Königreich Bayern kam. Eine eigene katholische Gemeinde entstand nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich viele Heimatvertriebene aus ehemaligen katholischen Gebieten in Regnitzlosau niederließen. Heute ist der überwiegende Teil der Bevölkerung evangelisch.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinden Nentschau, Prex und Schwesendorf sowie Teile der aufgelösten Gemeinde Draisendorf eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam Vierschau hinzu.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 2546 auf 2300 um 246 bzw. um 9,7 %. Jahr Einwohner 1960 2988 1970 3007 1980 2674 1990 2674 1995 2681 2000 2746 Jahr Einwohner 2002 2692 2003 2670 2004 2607 2005 2574 2006 2580 2007 2562 Jahr Einwohner 2008 2534 2009 2500 2010 2478 2011 2433 2012 2393 2013 2336 Jahr Einwohner 2014 2346 2015 2319 2016 2293
Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung bis 2000; ab 2002
Politik
Gemeinderat Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder. Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Erste Bürgermeister. Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 haben von den 1914 stimmberechtigten Einwohnern in der Gemeinde Regnitzlosau 1455 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 76,77 % lag.
Zudem ist für die ehemaligen Gemeinden Nentschau, Schwesendorf und Osseck je ein Ortssprecher im Gremium.
Bürgermeister Jürgen Schnabel (Freie Wähler Regnitzlosau) ist seit 1. Mai 2020 Erster Bürgermeister. Dieser hat 2020 gegen Fritz Pabel (CSU) im Wahlkampf mit 52,78 % der Stimmen gewonnen.
Wappen
Städtefreundschaften Die Gemeinde ist Mitglied in der deutsch-tschechischen Vereinigung Freunde im Herzen Europas.
Kultur und Sehenswürdigkeiten links|miniatur|Die Hauptstraße
Bauwerke Der Ortskern besteht zum größten Teil noch aus alten Bauernhäusern. Das älteste unter ihnen ist das „Dienisn Heisla“, das in traditioneller Holzblockbauweise errichtet wurde.
Die St.-Aegidien-Kirche überragt mit ihrem 36 Meter hohen Turm die Gemeinde und ist von Weitem zu erkennen. In ihrer heutigen Gestalt wurde sie 1703 fertiggestellt. Gegenüber der Kirche befindet sich das 1792 erbaute Pfarrhaus.
Auf dem Hohenberg befinden sich die Überreste des 1958 abgebrannten Schlosses Hohenberg, von dem nur noch das Hauptportal und die weitläufigen Schlossgärten erhalten sind. Ortsgeschichtliche Bedeutung haben außerdem Schloss Niedernberg und Spuren eines Turmhügels.
Zur Liste der Baudenkmäler in Regnitzlosau gehören Wohnhäuser, darunter Wohnstallhäuser oder Dreiseithöfe, Schlösser, Mühlen und weitere Kleindenkmale wie Pechsteine oder Steinkreuze.
Regelmäßige Veranstaltungen Das Wiesenfest findet alle zwei Jahre auf dem Festplatz beim Feuerwehrhaus statt. Jährliche Veranstaltungen sind: 1.-Mai-Feierlichkeiten mit Aufstellen des Maibaums Herbstkirchweih Adventsmarkt
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Über die Staatsstraße 2192 hat die Gemeinde Regnitzlosau eine direkte Verkehrsanbindung an die A 93 mit der Anschlussstelle Nr. 3 „Regnitzlosau“.
Der Verkehrslandeplatz Hof-Plauen, von dem aus früher eine Linie nach Frankfurt am Main bestand, ist von Regnitzlosau 15 Kilometer entfernt.
Bildung Evangelischer Kindergarten und Hort Volksschule Regnitzlosau Volkshochschule Landkreis Hof
Söhne und Töchter Dieter Erwin Pfirsch (1927–2004), Physiker, lehrte als Professor in München.Pfirsch, Dieter Erwin. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 944.
Literatur Gemeinde Regnitzlosau (Hrsg.): Regnitzlosau im Dreiländereck Bayern, Sachsen, Böhmen (Gebundene Ausgabe), 2007, Geiger-Verlag, ISBN 3-86595-200-3
Film In der Miniserie Das Signal (2024) ist in einer kurzen Einblendung zu sehen, dass Regnitzlosau der Ort ist, wohin das Mädchen mit der gefälschten Stimme ihrer Mutter gelockt wird. Die Frau, die dort ihre Basis hat, wird zur Verbündeten von Charlie und ihrem Vater. In Teil 3 spielt daher der Ort eine wichtige Rolle.
Weblinks
Gemeinde Regnitzlosau Geschichte auf der Seite der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Hof Kategorie:Ersterwähnung 1234 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Gemarkung im Landkreis Hof