mini|Blick auf Attenkirchen (Ortschaft) mini|Dorfplatz mit Pfarrkirche St. Johannes Baptist (Attenkirchen)

Attenkirchen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Freising. Der Ort gilt als südliches Tor zur Hallertau, Deutschlands größtem Hopfenanbaugebiet.

Geografie Lage Die Gemeinde liegt im tertiären Hügelland ungefähr 13 Kilometer nördlich der Kreisstadt Freising und einige Kilometer nördlich des Ampertals. Attenkirchen liegt an der B 301 (Hallertauer Hopfenstraße). In der Gemeinde beginnen die hohen Holz-Draht-Gerüste der Hopfengärten die Landschaft zu prägen.

Gemeindegliederung Es gibt 23 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der Ort wurde in einer Freisinger Urkunde vom 30. Juli 830 erstmals erwähnt. Damals schenkte der Priester Uualdperth (Waldpercht) seinen Besitz an die Kirche Zartinchircha und an den Freisinger Dom. Im Ort bestand eine offene Hofmark mit Untertanen in Attenkirchen, Gfeichet, Einhausen und Reit. Sie war ab 1447 im Besitz der Ranolzhauser, ab 1465 der Westendorfer, dann ab 1483 der Pullinger und Lung von Tandern war. 1560 erwarb Jakob von Thurn zu Au die gesamte Hofmark, die 1616 an die Herren von Flitzing ging. Von 1632 bis ins 19. Jahrhundert war die Hofmark im Besitz der Grafen von Lodron. Politisch gehörte Attenkirchen damals zum Rentamt Landshut und Landgericht Moosburg. Der Ort wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 eine selbstständige politische Gemeinde.

Eingemeindungen Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurden am 1. April 1971 die Gemeinden Pfettrach und Teile der Gemeinden Sillertshausen und Wimpasing eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen Gebietsteile der ehemaligen Gemeinde Reichertshausen hinzu.

Ausgliederungen Nach der Landkreisreform forderten die Bewohner von Sillertshausen und Held ihre Umgemeindung nach Au. Am 1. Januar 1982 wurde das kleine Gebiet mit damals etwa 40 Einwohnern an den Markt Au in der Hallertau abgetreten.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1517 auf 2761 um 1244 Einwohner bzw. um 82 %.

Politik Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Zolling.

Gemeinderat Im Gemeinderat sind drei Fraktionen vertreten. Seit der Gemeinderatswahl am 8. März 2026 stellt die im September 2019 gegründete parteiübergreifende Wählergemeinschaft WIR 7 Gemeinderäte, die 2014 aus Teilen der CSU-Fraktion hervorgegangene UWG (Unabhängige Wählergemeinschaft) 5 und die Grüne Offene Liste 2 Gemeinderäte.

Mathias Kern (WIR) wurde bereits im ersten Wahlgang der Bürgermeisterwahl am 8. März 2026 mit 74,8 % in seinem Amt bestätigt. Seine Gegenkandidatin Sabine Grimps (UWG) musste sich nach einem fairen Wahlkampf mit 25,2 % geschlagen geben.

Am 11. Mai 2026 wurde Florian Riedl (WIR) erstmals mit zehn von 15 Stimmen zum 2. Bürgermeister gewählt. Sabine Grimps (UWG) wurde im Anschluss mit zwölf Stimmen zur 3. Bürgermeisterin der Gemeinde Attenkirchen gewählt, Walter Schlott (Grüne offene Liste) wurde danach einstimmig vom Gemeinderat zum weiteren Stellvertreter von Bürgermeister Mathias Kern (WIR) bestimmt, so dass alle drei Gruppierungen in der politischen Führung der Gemeinde Attenkirchen beteiligt sind.

Bürgermeister Mathias Kern ist der einzige Kreisrat aus der Gemeinde Attenkirchen. Er gehört dort der Kreistagsfraktion der SPD an.

Wappen und Fahne

Die Flagge ist Weiß-Blau-Gelb.

Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche St. Johannes Baptist Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Attenkirchen Filialkirche St. Peter in Hettenkirchen St.-Lantbert-Kirche in Pfettrach

Verkehr Durch den Ort führt die B 301 von Abensberg nach Freising. Bis zur Stilllegung der Kleinbahn war Attenkirchen über die Hallertauer Lokalbahn von Langenbach nach Enzelhausen an das Schienennetz angeschlossen. Heute befinden sich die nächsten Bahnhöfe in Freising bzw. Pfaffenhofen an der Ilm. Die ehemalige Trasse der Hallertauer Lokalbahn wird seit einiger Zeit genutzt, um einen Bahntrassenradweg anzulegen, der die Hallertau für diese Art des Verkehrs erschließen soll, u. a. zur Förderung des Tourismus. Es besteht eine ÖPNV-Anbindung mit der MVV-Buslinie 662 (Freising-Mainburg).

Veranstaltungen Die Gemeinde organisiert alle zwei Jahre das Hallertauer Bierfestival.

Literatur Georg Schranner: Ein Prozeß wegen der Schankrechte in Pfettrach und Hettenkirchen. In: Amperland, Jahrgang 1, 1965, S. 67–71.

Weblinks

Homepage

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Hallertau Kategorie:Ersterwähnung 830 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)