Die Stuttgarter Zeitung (StZ) ist eine in Stuttgart erscheinende Tageszeitung. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt hinaus in die Region Stuttgart mit 2,8 Millionen Einwohnern.

Die Stuttgarter Zeitung ist eine Regionalzeitung mit überregionalem Anspruch. Ihr Informationsangebot konkurriert mit dem überregionaler Zeitungen, was zugleich bedeutet, dass deutliche regionale und lokale Schwerpunkte gesetzt werden. Um diesem Selbstverständnis gerecht zu werden, unterhält das Blatt auch im überregionalen Bereich eine Redaktion und ein Netz von Korrespondenten.

Sie erscheint im Rheinischen Format und ihre verkaufte Auflage beträgt zusammen mit den Stuttgarter Nachrichten

Die Zeitung bezeichnet sich als liberal. Der Sitz der Stuttgarter Zeitung ist das Pressehaus Stuttgart. Chefredakteur ist seit dem 1. Januar 2008 Joachim Dorfs, der seit 2026 zusätzlich Chefredakteur der Stuttgarter Nachrichten ist.

Geschichte Die Geschichte der Stuttgarter Zeitung begann nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach dem Ende des nationalsozialistischen Regimes durften die alten Zeitungen vier Jahre lang nicht erscheinen. Die StZ sieht sich in der Tradition des Neuen Stuttgarter Tagblatts, das während dieser Zeit eingestellt wurde.

Die Druckereien und Verlage waren beschlagnahmt worden. Die westlichen Besatzungsmächte vergaben an politisch unbelastete Bürger Lizenzen zur Herausgabe von Zeitungen und stellten ihnen die beschlagnahmten Maschinen zur Verfügung. Dabei achteten die Besatzungsmächte auch darauf, dass die großen politischen Richtungen vertreten waren.

Die Stuttgarter Zeitung wurde zunächst von drei Lizenzträgern der Information Control Division verlegt: Josef Eberle, Karl Ackermann und Henry Bernhard. Am 18. September 1945 erschien die erste Ausgabe. Nach Wechseln bei den Lizenzträgern, wobei die ausscheidenden andere Blätter übernahmen, blieb schließlich neben Erich Schairer, der 1956 starb, nur Josef Eberle als Herausgeber bis 1972 bei der Stuttgarter Zeitung. Leiter des Ressorts Innenpolitik war bis 1975 der Journalist Fritz RichertWalter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1002. (1922–1996).

Zum 1. April 2016 wurden die Redaktionen von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten weitgehend zusammengelegt. Jeweils 12 Autoren schreiben exklusiv für eine der beiden Zeitungen.Eine Redaktion für "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" kress.de, 9. Juni 2015 2016 wurde die Mehrheit der Esslinger Zeitung übernommen,Die SWMH schnappt zu: Medienholding übernimmt Mehrheit an "Eßlinger Zeitung" kress.de, 7. Oktober 2016 2017 die Kreiszeitung Böblinger Bote"Stuttgarter Zeitung" übernimmt "Kreiszeitung Böblinger Bote" komplett new-business.de, 6. Dezember 2017 und 2019 ein Anteil an der Bietigheimer Zeitung.SWMH: „Stuttgarter Zeitung“ beteiligt sich an „Bietigheimer Zeitung“ bdzv.de, 31. Oktober 2018 Am 19. Januar 2022 wurde der Abbau von 20 Prozent der Redakteursstellen bis Jahresende bekanntgegeben. Die Zahl der Zeitungsbücher soll von fünf auf vier reduziert werden.Massiver Stellenabbau in Stuttgart geplant spiegel.de, 19. Januar 2022

Seit dem 1. Januar 2025 liefert der Stuttgarter Karikaturist Kostas Koufogiorgos die täglich auf der Titelseite erscheinenden Karikatur. Er folgte auf den Karikaturisten Rolf Henn (aka LUFF) nach, der seit 1988 für die Stuttgarter Zeitung arbeitete.„Der Luff hört uff“ – die Fans verneigen sich. Stuttgarter Zeitung, 30. November 2024

Auflage Die Auflage der Stuttgarter Zeitung wird seit 2005 gemeinsam mit den Stuttgarter Nachrichten ausgewiesen. Die beiden Blätter haben wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Sie beträgt gegenwärtig Das entspricht einem Rückgang von Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei Prozent.

Verlag mini|Pressehaus Stuttgart, von Süden gesehen (2007)

Die Stuttgarter Zeitung beziehungsweise ihr Verlag, die Stuttgarter Zeitung Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, gehört zu 100 Prozent der Medienholding Süd GmbH (MSH), die wiederum bis 2025 zu 82 Prozent der Südwestdeutschen Medien Holding (SWMH), der Muttergesellschaft der Zeitungsgruppe Stuttgart, sowie zu 18 Prozent der Schwarzwälder Bote GmbH & Co. KG gehört.KEK: , abgerufen am 10. Februar 2010 Bis Anfang 2007 waren die Erben von Erich Schairer, einem der Mitherausgeber der ersten Nachkriegsjahre, zu 25 Prozent beteiligt,Horst Röper: Probleme und Perspektiven des Zeitungsmarktes. (PDF) diese verkauften ihre Anteile zum 1. Januar 2007 an die SWMH.„Stuttgarter Zeitung“: Eigentümerwechsel und Geschäftsführerwechsel. 8. Februar 2007

2025 wurde die Medienholding Süd nach Zustimmung des Bundeskartellamts von der Neue Pressegesellschaft (NPG) in Ulm übernommen. Damit wanderte auch die Stuttgarter Zeitung unter das Dach der NPG.

Auszeichnungen Die Redaktion der Stuttgarter Zeitung ist mit einer Vielzahl von bedeutenden Journalistenpreisen ausgezeichnet worden. So erhielt der politische Korrespondent der Stuttgarter Zeitung, Stefan Geiger, sowohl den von den Gesellschaftern des Süddeutschen Verlags gestifteten Herbert-Riehl-Heyse-Preis 2005 für seinen Essay Eigentum verpflichtet. Aber wozu verpflichtet es? als auch den Theodor-Wolff-Preis 2006. Diesmal für seinen Essay „Keine Freiheit ohne Gleichheit – und umgekehrt“. Michael Ohnewald, Reporter in der Regionalredaktion, wurde 2003 mit dem Theodor-Wolff-Preis in der Kategorie Lokales ausgezeichnet und kam beim Wächterpreis der deutschen Tagespresse 2006 auf den zweiten Platz. Das Layout der StZ wurde zwischen 2003 und 2008 jährlich in unterschiedlichen Kategorien mit dem European Newspaper Award ausgezeichnet. Beim 11. European Newspaper Award 2009 wurde sie von der Jury zur europäischen Regionalzeitung des Jahres gewählt.

Erich-Schairer-Preis Im Gedenken an den Journalisten Erich Schairer, Herausgeber der Sonntags-Zeitung und späterer Mitherausgeber der Stuttgarter Zeitung, wird jährlich von der Erich-Schairer-Journalistenhilfe e. V. und der Stuttgarter Zeitung ein Förderpreis für junge Journalisten ausgeschrieben.

Kritik Elmar Wigand von Lobbycontrol kritisierte 2010, dass die Zeitung sich – wie auch die Stuttgarter Nachrichten – vehement zum umstrittenen Großprojekt Stuttgart 21 bekannt habe. Die Ursache sah er in der Konzernstruktur der Südwestdeutschen Medien Holding, die von der Landesbank Baden-Württemberg abhängig gewesen sei.Telepolis: Stuttgart 21 und die Immobilienlobby, 25. Oktober 2010 Besonders steche hierbei ein am 1. September 2010 veröffentlichter Artikel der Stuttgarter Zeitung hervor.Michael Maurer: Stuttgart 21. Die Zeitung muss Stellung beziehen. In: Stuttgarter Zeitung, 1. September 2010. Abgerufen am 16. Februar 2014. 2019 wurde diese Kritik in Die Anstalt aufgegriffen.

2013 listete das Simon Wiesenthal Center eine Karikatur der Stuttgarter Zeitung unter ihren jährlichen Top Ten der schlimmsten antisemitischen/antiisraelischen Verunglimpfungen, weil die Zeitung den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in der Karikatur als Vergifter von Friedenstauben dargestellt hatte.

Weblinks Webpräsenz der Stuttgarter Zeitung Tobias Köhler: StZ-Online- und Mobilangebote. Hochaktuelle Nachrichten jederzeit. In: Stuttgarter Zeitung, 17. September 2010.

Einzelnachweise

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