Aptamil ist eine 1968 eingeführte und heute international verwendete Marke für Babynahrung des Lebensmittelunternehmens Danone.
Das Wort Aptamil soll sich laut Danone aus dem Teilwort Apta (lateinisch: passend) und der Silbe mil, die auf Milch beziehungsweise Milk verweist, zusammensetzen.
Eigentum Die Markenrechte für Aptamil wurden für Deutschland 1966 angemeldet, internationale Rechte wurden 1971 geltend gemacht.Siehe die die entsprechenden Angaben zur Marke im Register des Deutschen Patent- und Markenamtes, abgerufen am 29. Januar 2021. Heute ist die Nutricia International B.V., eine Tochtergesellschaft der Danone S.A., Inhaberin der Rechte an der aktuellen Wort-Bild-Marke.
Historisch lagen die Rechte zuerst bei Milupa, das Aptamil 1968Milupa. In: Florian Langenscheidt (Hrsg.): Deutsche Standards. Marken des Jahrhunderts. Die Königsklasse deutscher Produkte und Dienstleistungen in Wort und Bild. Von Aspirin bis Zeiss. Gabler, Wiesbaden 2006, S. 348, ISBN 978-3-8349-0436-2. in den Markt einführte. Mit Übernahme von Milupa gingen die Rechte 1995 an das niederländische Unternehmen Nutricia. Zwei Jahre später benannte sich Nutricia um und firmierte nun unter Numico.Julia Djarova: Cross-Border Investing. The Case of Central and Eastern Europe, Kluwer Academics, New York, Boston (u. a.) 2004, S. 226, ISBN 978-0-7923-7474-9. Mit der Übernahme von Numico durch Danone im Jahr 2007 gingen die Markenrechte zur Danone-Gruppe über.
Portfolio
Aptamil-Produkte richten sich an Säuglinge und Kleinkinder in unterschiedlichen Altersstufen. Ferner unterscheiden sich die Produkte hinsichtlich bestimmter Anforderungen. Das Portfolio umfasst:Siehe Schwangerschaftsprodukte Stillprodukte Nahrung für Frühgeborene Energiesupplemente Anfangsnahrungen sowie hydrolysierte Anfangsnahrung Folgenahrungen Nahrungen zur Allergietherapie sowie solche bei Verdauungsbeschwerden Kindermilch
Forschung und Produktionsstandorte Mit der Marke Aptamil führte das deutsche Unternehmen Milupa 1968 Milchnahrung ein, deren Milcheiweiß dem der Muttermilch nachempfunden war.Teil 5: Die Goldgräber-Ära 1961–1968. In: Rundschau für den Lebensmittelhandel, 2. Mai 2009 (80 Jahre Rundschau Special) Im „Forschungs- und Innovationszentrum“ von Danone in Utrecht befassen sich mehr als 600 Mitarbeiter unter anderem mit Fragen der frühkindlichen und der medizinischen Ernährung sowie der Muttermilch-Forschung. Auch für Aptamil-Produkte wird hier geforscht.
Aptamil-Produkte werden weltweit an verschiedenen Standorten hergestellt, im deutschsprachigen Raum ist das Fulda in Hessen.Milupa-Werk bleibt in Fulda. In: Lauterbacher Anzeiger, 29. August 2008.Chinesen kaufen Babynahrung auf. In: Neue Osnabrücker Zeitung, 19. März 2013. Zu den Standorten im Ausland zählen zum Beispiel Cuijk in den Niederlanden, Wexford in Irland oder Balclutha auf Neuseeland.
Märkte, Positionierung und Bekanntheit 2017 wurden Aptamil-Produkte in 45 Ländern verkauft. Aptamil soll innerhalb der Danone-Marken für Babynahrung als „wissenschaftliches Premium-Label“ gelten.Iris Tietze: Milupa positioniert Marke erneut um. In: Lebensmittel Zeitung, 14. September 2012.
2017 gaben 80 Prozent von 603 befragten Einkaufsberechtigten mit maximal vierjährigen Kindern in Deutschland an, Aptamil als Marke für Babynahrung zu kennen.Welche dieser Marken für Babynahrung kennen Sie, wenn auch nur dem Namen nach? In: Statista, abgerufen am 29. Januar 2021. 2020 gaben 47 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher ab 14 Jahren an, Aptamil namentlich zu kennen.Ranking der bekanntesten Babynahrungsmarken in Österreich im Jahr 2020. In: Statista, abgerufen am 29. Januar 2021.
Relevanz in der Danone-Gruppe Aptamil ist nach Eigenaussage des Unternehmens die umsatzstärkste Marke von Danone.Danone S.A.: Annual Report 2019, S. 4 und S. 26, abgerufen am 29. Januar 2021.
Grauer Markt Zwischen 2013 und 2015 kam es insbesondere in Deutschland, aber auch in den Niederlanden, gehäuft zu Lieferengpässen, weil Aptamil-Produkte in großen Mengen und organisiert im Lebensmitteleinzelhandel von Zwischenhändlern aufgekauft wurden, um sie anschließend nach China zu exportieren und dort zu hohen Preisen zu verkaufen. Die Zwischenhändler profitierten, weil das Verbrauchervertrauen in chinesische Milchpulverprodukte durch Skandale erschüttert worden war.Kirsten Ludowig, Anja Müller, Finn Mayer-Kuckuk, Christoph Kapalschinski: Warum das Milchpulver knapp wird. In: Handelsblatt, 12. März 2013.Milchpulver bleibt in Hamburg Mangelware. In: Hamburger Abendblatt, 29. Dezember 2014.Christian Lattmann, Christoph Murmann: Handel wehrt sich mit Filzstiften. In: Lebensmittel Zeitung, 4. September 2015. Zur Verknappung trugen auch systematische Diebstähle von Aptamil-Produkten bei, die dann ebenfalls in China verkauft wurden.Tobias Wolf, Christoph Springer: Zugriff im Morgengrauen. Die Bundespolizei zerschlägt eine internationale Bande, die ihr Diebesgut bis nach China verkaufte. In: Sächsische Zeitung 19. Januar 2017.Timo Jann: Professionelle Bande stiehlt kiloweise Babynahrung. Ermittlungserfolg. Schwarzenbeker Polizei nimmt sechs Männer fest. In: Lübecker Nachrichten, 17. März 2018.Astrid Geisler, Anne Kunze: Die Spur des weißen Pulvers. In: Die Zeit 2. August 2018. Siehe hierzu auch Andreas Kopietz: Das illegale Geschäft mit Babynahrung. In: Berliner Zeitung 9. Dezember 2019. Danone reagierte 2016 durch Kooperation mit einem Online-Händler, um in China einen kontrollierten Vertrieb sicherzustellen und dem grauen Markt entgegenzuwirken.
Einzelnachweise
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