Friedelsheim (pfälzisch Frlsm) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Wachenheim an der Weinstraße an.
Geographische Lage Friedelsheim liegt in der Vorderpfalz. Durch ihn fließt der Schwabenbach, der vor Ort zum Schwabenbachweiher aufgestaut ist.
Geschichte Erstmals wurde Friedelsheim am 24. Juni 770 im Lorscher Codex urkundlich erwähnt. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag der Ort im Herzogtum Franken. Im Mittelalter besaß das Kloster Limburg in Friedelsheim Besitzungen.
Während des Dreißigjährigen Kriegs war im Ort eine französische Garnison stationiert. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte er zur Kurpfalz und unterstand dort dem Oberamt Neustadt; während dieser Zeit bildete er ein Lehen des Grafen von Wieser.
Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Friedelsheim in den Kanton Dürkheim eingegliedert und Sitz einer Mairie. 1815 hatte der Ort 580 Einwohner. Im selben Jahr wurde der Ort nach der Niederwerfung Napoleons und dem Wiener Kongress Österreich zugeschlagen. Anschließend wechselte der Ort in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte er dem Landkommissariat Neustadt an; aus diesem ging das Bezirksamt Neustadt hervor. 1902 wechselte die Gemeinde in das neu geschaffene Bezirksamt Dürkheim, ehe dieses 1931 wieder in das Neustadter Bezirksamt eingegliedert wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Bad Dürkheim. Drei Jahre später wurde Friedelsheim der ebenfalls neu gebildeten Verbandsgemeinde Wachenheim an der Weinstraße zugeordnet.
Religion In Friedelsheim gab es einst eine jüdische Gemeinde, die sich 1920 der jüdischen Gemeinde in Dürkheim anschloss.
Politik
Gemeinderat Der Gemeinderat in Friedelsheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU FDP FWG Gesamt 2024 2 4 1 9 16 Sitze 2019 3 4 1 8 16 Sitze 2014 4 4 1 7 16 SitzeKommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz. 2009 4 5 1 6 16 Sitze 2004 4 4 3 5 16 Sitze * FWG = Freie Wählergemeinschaft Friedelsheim e. V.
Bürgermeister Anja Bletzer (FWG) wurde am 4. Juli 2024 Ortsbürgermeisterin von Friedelsheim. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war sie als einzige Bewerberin mit einem Stimmenanteil von 88,4 % gewählt worden.
Bletzers Vorgänger Peter Fleischer (FWG) hatte das Amt als Nachfolger von Walter Hafner zehn Jahre inne und kandidierte bei der Wahl 2024 nicht erneut.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Kulturdenkmäler
Der Burg- und Schloßbereich und der Münchhof sind jeweils als Denkmalzonen ausgewiesen.
Hinzu kommen 22 Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die protestantische Kirche, die Reste der Burg Friedelsheim, die Mennonitenkirche und die ehemalige Synagoge.
Regelmäßige Veranstaltungen Am letzten Samstag im Monat (außer Dezember) sind das Backhaus und die historische Schmiede geöffnet. Am dritten Sonntag im August wird die Friedelsheimer Weinkerwe, ein Weinfest, gefeiert. Im Rahmen der Weinkerwe findet seit 1995 das kostenlose Festival Rock am Weiher statt. Am zweiten Advent findet ein Weihnachtsmarkt an der evangelischen Kirche statt.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft Die Gemeinde ist vom Weinanbau geprägt. Die Weinlagen sind Bischofsgarten (105,6 ha),Friedelsheimer Bischofsgarten. Weinlagen-Info.de; abgerufen am 18. Februar 2024. Gerümpel (68,1 ha),Friedelsheimer Gerümpel. Weinlagen-Info.de; abgerufen am 18. Februar 2024. Kreuz (51,1 ha),Friedelsheimer Kreuz. Weinlagen-Info.de; abgerufen am 18. Februar 2024. Rosengarten (45,8 ha)Friedelsheimer Rosengarten. Weinlagen-Info.de; abgerufen am 18. Februar 2024. und Schloßgarten (102,6 ha).Friedelsheimer Schloßgarten. Weinlagen-Info.de; abgerufen am 18. Februar 2024.
Im Ort befindet sich der Sender Friedelsheim. Ab 2014 war Friedelsheim Standort der Raiffeisenbank Freinsheim, nachdem die Raiffeisenbank Friedelsheim-Rödersheime G mit dieser fusioniert hatte. 2021 ging die Raiffeisenbank Freinsheim in der Vereinigten VR Bank Kur- und Rheinpfalz auf.
Verkehr Die Bundesautobahn 650 nach Ludwigshafen am Rhein schließt Friedelsheim an das überregionale Straßennetz an. In Richtung Bad Dürkheim führt westlich von Friedelsheim die Bundesstraße 271, nördlich die Bundesstraße 37.
Durch die Rhein-Haardtbahn (Mannheim – Bad Dürkheim), eine Schmalspurbahn, ist der Ort auch an den Schienenverkehr angebunden.
Forstwirtschaft Friedelsheim ist Besitzer von etwa 112 Hektar Wald. Er wird vom Forstzweckverband Mittelhaardt im Forstrevier Wallberg bewirtschaftet.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Gottfried von Goos (1776–1822), für Tapferkeit geadelter Offizier der Bayerischen Armee Christian Philipp Koester (1784–1851), Maler und Restaurator Jakob Latscha (1849–1912), Kaufmann Hans Bonnet (1902–1963), Politiker (NSDAP) Ethelbert Stauffer (1902–1979), Theologe Otmar Fischer (1934–2022), Pfarrer und Mundartdichter, Stifter der Stiftung Friedelsheim (2006)
Mit dem Ort verbundene Personen Franz Joseph von Wiser (1679–1755), Ortsherr und Wiedererbauer von Schloss Friedelsheim, um 1708 Elisabeth Dorothea von Wiser (1718–1771), Ortsherrin und Wohltäterin der Gemeinde; Urenkelin des Kurfürsten Karl I. Ludwig von der Pfalz Karl August Köster (1776–1848), pfälzischer Notar und liberaler bayerischer Landtagsabgeordneter, starb in Friedelsheim Karl Kleemann (1904–1969), Politiker (NSDAP), gründete Anfang der 1930er Jahre in Friedelsheim eine Ortsgruppe seiner Partei Udo Scholz (1939–2020), Stadion- und Hallensprecher beim Fußball, Eishockey und Handball, wurde in Friedelsheim beigesetzt
Literatur
Weblinks
Internetpräsenz der Ortsgemeinde Friedelsheim
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Bad Dürkheim Kategorie:Weinort in Rheinland-Pfalz Kategorie:Ersterwähnung 770