Hans Albert Poppe (* 23. November 1928 in Berlin; † 13. August 1999) war ein deutscher Szenenbildner.

Leben Poppe war der Sohn des Musikdirektors und Organisten Hans Karl August Poppe und der Gesangspädagogin Margarethe Poppe. Er schloss den Besuch des Leibniz-Gymnasiums 1945 mit der Notreife ab und studierte ab 1946 Bühnenbild an der Hochschule für Angewandte Kunst in Berlin-Weißensee. Anschließend hospitierte er 1949 bei der DEFA und arbeitete dort als Kunstmaler. Ab 1953 war er Mitarbeiter im Team von Szenenbildner Erich Zander und arbeitete ab 1956 als eigenständiger Szenenbildner bei der DEFA.

Von Beginn an widmete sich Poppe dem Kinder- und Jugendfilm, so entstanden 1958 Die Geschichte vom armen Hassan, 1959 Natürlich die Nelli! und 1960 Hatifa. In den 1960er-Jahren zählten Märchenfilme und biografische Arbeiten, darunter Der verlorene Engel von Ralf Kirsten über das Leben des Bildhauers Ernst Barlach, zu seinen Werken. Zahlreiche Gegenwartsfilme entstanden in Zusammenarbeit mit den Regisseuren Ralf Kirsten, Rainer Simon und Horst Seemann.

Poppe war mit Szenenbildnerin Marianne Willmann verheiratet und lebte bis zu seinem Tod 1999 in Kleinmachnow unweit von Berlin.

Filmografie (Auswahl) 1954: Pole Poppenspäler (Bauausführung) 1955: Das Fräulein von Scuderi (Bauausführung) 1956: Die Millionen der Yvette (Bauausführung) 1957: Alter Kahn und junge Liebe 1958: Die Geschichte vom armen Hassan 1959: Natürlich die Nelli! 1959: Das Feuerzeug 1960: Hatifa 1960: Der Moorhund 1961: Der Mann mit dem Objektiv 1961: Schneewittchen 1962: Die Jagd nach dem Stiefel 1962: Das verhexte Fischerdorf 1963: Beschreibung eines Sommers 1964: Mir nach, Canaillen! 1964: Pension Boulanka 1967: Frau Venus und ihr Teufel 1967: Dornröschen 1968: Wie heiratet man einen König? 1968: Schüsse unterm Galgen 1970: Hart am Wind 1971: Der Mann, der nach der Oma kam 1976: Konzert für Bratpfanne und Orchester 1977: Tambari 1978: Zünd an, es kommt die Feuerwehr 1979: Blauvogel 1983: Olle Henry 1984: Die Frau und der Fremde 1988: Die Schauspielerin 1990: Biologie! 1991: Der Fall Ö.

Auszeichnungen 1985: Für „hervorragende Leistungen als Filmszenenbildner“ Heinrich-Greif-PreisVgl. defa.de 1989: Kunstpreis des FDGB im Kollektiv für Die Schauspielerin 1990: 6. Nationale Spielfilmfestival der DDR: „Preis für Szenenbild“ (für Die Schauspielerin zusammen mit Jadup und Boel)

Literatur Hans-Michael Bock: Hans Poppe – Szenenbildner. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, Lieferung 13, 1989. Hans Poppe. In: Eberhard Berger, Joachim Gliese (Hrsg.): 77 Märchenfilme. Ein Filmführer für jung und alt. Henschel Verlag, Berlin 1990, ISBN 3-362-00447-4, S. 399.

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