mini|Wappen derer von Storch

Storch ist der Name eines ursprünglich aus Osnabrück stammenden Geschlechts, dessen Stammreihe mit Johann Storch († 1683) beginnt.Christoph Franke et al.: Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon. Band XIV (Band 131 der Gesamtreihe), C. A. Starke, Limburg/Lahn 2003, S. 171 f. Im Gotha von 1920 wird eine schwedische Abstammung behauptet. Dies ist auch auf dem Reichsadelstandsdiplom von 1753 aus Wien vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen belegt. Dort steht: „Der Nachweis der Abstammung der Schwedischen Familie Stårck ist erbracht worden und anerkannt“. Das Geschlecht fasste in der Folge überwiegend im heutigen Landkreis Rostock in Mecklenburg Fuß und war dort begütert. Zweige der Familie bestehen bis heute fort.

Geschichte mini|Historisches Allianzwappen der Familien von Storch und von Kettenburg in der Kirche Westenbrügge

Im römisch-deutschen Kaiserreich wurden die von Johann Storch († 1683) zu Osnabrück abstammenden, in Mecklenburg niedergelassenen und in herzoglich mecklenburg(-schwerin)schen Diensten stehenden Brüder Caspar Friedrich, Hof- und Landgerichtsassessor, und Carl Ludwig Storch, Hof- und Domänenrat, gemeinsam mit ihren Vettern, den Brüdern Johann Joachim, Dr. phil. Christoph Theodosius, Prediger zu Lohmen bei Dobbertin und Dr. jur. utr. Johann Detloff Storch, nachmals herzoglich mecklenburg(-strelitz)scher Hofrat, am 29. November 1753 zu Wien in den Reichsadelsstand erhoben; die mecklenburg-schwerinsche Anerkennung durch Reskript folgte am 14. August 1754 für die vorgenannten Brüder Caspar Friedrich und Carl Ludwig sowie am 27. Oktober 1768 für den vorgenannten Vetter Johann Joachim von Storch als mecklenburg-schwerinschen Hofrat in Güstrow.Übersicht d. Familie von Storch, Stand vom 12. Juni 2000, Jürgen v. Storch (Hamburg), Hans v. Storch (Lauenburg) u. Sven v. Storch (Mönchengladbach) 1999/2000, S. 1 f. v. Storch. (PDF; 197 kB) klimastorch.de

In Schweden beginnt die Stammreihe eines Geschlechts Stårk mit Per Stårk. Dessen Sohn Jon Persson Stårk, königlich schwedischer Rittmeister in der Westgöta-Reiterei, wurde am 12. August 1632 (bestätigt am 10. September 1634) in den schwedischen Adelsstand erhoben. Dessen Nachkommen führten den Namen fort und wurden mit Sitz und Stimme in das schwedische Ritterhaus (Riddarhuset) in Stockholm unter der Nr. 233 nobilitiert.

Am 28. Juni 1776 erhielt der vorgenannte Carl Ludwig von Storch aus dem von Johann Storch zu Osnabrück abstammenden Geschlecht als königlich schwedischer Regierungsrat wegen angenommener Abstammung von den schwedischen, 1632 geadelten Stårk die schwedische Adelsnaturalisation als „Stårk“. Die mecklenburg-schwerinsche Namen- und Wappenvereinigung als „Stårk von Storch“ erfolgte am 14. Januar 1802 zu Schwerin für des vorgenannten Hofrat Johann Joachim Söhne Gustav Friedrich auf Radegast, und Theodosius Christian von Storch, auf Goldberg. Gustav Friedrichs Söhne August, auf Diestelow, und Karl von Storch, auf Rubow, wurden am 12. November 1840 in die mecklenburgische Ritterschaft aufgenommen.

Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich sieben Eintragungen von Töchtern der Familien von Storch aus Rubow, Alt-Schlagsdorf, Madsow und Neu-Stuer von 1847–1898 zur Aufnahme in das adelige Damenstift.

Wappen (1753) Gespalten, rechts in Rot auf grünem Boden zwei nebeneinander stehende befruchtete natürliche Weinstöcke, links in blauem Feld ein naturfarbener Storch auf einem silbernen Hügel. Auf dem gekrönten Helm mit rechts rot-silbernen, links blau-silbernen Decken drei (rot, blau, rot) Straußenfedern zwischen zwei von Gold und Blau geteilten Büffelhörnern.

(1802) Das vereinigte Wappen der Stårk und der von Storch ist zweimal gespalten; rechts in Gold auf grünem Boden ein naturfarbener Storch, mit dem Schnabel und der erhobenen rechten Kralle eine blaue Schlange haltend (Stårk), mitten und links wie 1753; zwei Helme: auf dem rechten mit rechts grün-golden-blauen, links blau-golden-grünen Decken der Storch mit der Schlange (Stårk), links wie 1753. mini|Ruine des Gutshauses Parchow, 2010 mini|Herrenhaus Zülow (2008)

Vormalige Güter in Mecklenburg-Schwerin

BuchholzBuchholz bei Schwerin. Gutshaeuser.de Detershagen: Bernhard von Storch (1816–1890), Albert von Storch (1843–1910), Detlev von Storch (1910), Jürgen Detlev von Storch (1910–1945)Detershagen, Landkreis Bad Doberan. Gutshaeuser.de Hanshagen: Bernhard von Storch (1816–1890), Albert von Storch (1843–1910), Detlev von Storch (1910), Jürgen Detlev von Storch (1910–1945)Hanshagen, Landkreis Bad Doberan. Gutshaeuser.de Parchow: Bernhard von Storch (1816–1890), Albert von Storch (1843–1910), Detlev von Storch (1910), Jürgen Detlev von Storch (1910–1945), um 1928 von Storch’sche Erben mit Marie Luise von Storch als Pächterin des 377 ha großen Besitzes, Thomas von Storch (1992–2004), Gertrude von Storch (seit Juni 2004)Parchow bei Neubukow in Gutshaeuser.de Rosenhagen: 1802 an die Familie von Restorff verkauft Gut und Herrenhaus Zülow mit Anteil Gägelow: etwa 1841–1844, u. a. August Dethloff von Storch,Grosherzoglich Me(c)klenburg-Schwerinscher Staats-Kalender 1841. Hofbuchdruckerey, Schwerin 1840/1841, S. 82; . u. Gustav von Storch

Grablegen Barocke Grabkapelle in der Pfarrkirche St. Marien in Güstrow Die Grabkapelle der Familie von Storch in der Güstrower Pfarrkirche St. Marien ist ein Zeugnis barocker Kultur in Mecklenburg.Gerd Baier: Dom und Pfarrkirche zu Güstrow. 1. Auflage, In: Das christliche Denkmal, Heft 17/17a; Union-Verlag (VOB), Berlin 1979, S. 62.Michael Lissok: Zwei wertvolle Zeugnisse barocker Sepulkralkultur. Die Grabkapellen der Familien v. Storch und v. Schoepffer in der Güstrower St.-Marien-Kirche. In: Dieter Pocher (Hrsg.): Der Stadt eine Zierde. Heidberg, Güstrow 2008, ISBN 3-934776-24-8, S. 148–167.

Geschichte Die Geschichte des mecklenburgischen Familienzweigs beginnt 1674 mit der Niederlassung des Osnabrücker Kaufmanns Gustav Storck († 1714) in Güstrow. 1678 heiratete er in St. Marien Anna Carnatz, Tochter des Stadtrichters, und wurde 1695 Ratsherr. Sein Sohn Dr. Johann Gustav Storch (1686–1749), von 1719 bis 1749 zweiter Bürgermeister, erwarb 1721 einen Begräbnisplatz im Mittelschiff und initiierte die prächtige Familiengrabkapelle in der südlichen Turmseitenkapelle. 1746 schloss, Kommissionsrat Lucas Friedrich Storch, den Kaufvertrag für den Platz. Auch andere Familienmitglieder wie Ratsherr Dr. Johann Joachim von Storch (1716–1773) und Pastor Dr. Christoph Theodosius von Storch waren beteiligt. In der Kapelle fanden unter anderem Bürgermeister Dr. Johann Gustav Storch selbst sowie Gustav Friedrich Stårk von Storch (1745–1830) mit seiner Frau Luise Henriette von der Kettenburg ihre letzte Ruhestätte. Nach dem Aussterben der Güstrower Herzogslinie zogen die Nachkommen nach Bad Doberan und Schwerin. Der Diestelower Zweig ruht seither auf dem Familienfriedhof in Westenbrügge.

Beschreibung der Grabkapelle Die Grabkapelle bildet ein strenges, feierliches Portal von barocker Würde. Eine kräftige Sockelzone mit sechs Pilastern trägt ein schweres verkröpftes Gebälk mit ausladendem Gesims. Darüber erhebt sich ein volutenreicher Giebel mit Kartusche und Allianzwappen. Drei Statuen in pyramidaler Ordnung und zwei flankierende Figuren verleihen der Anlage monumentale Präsenz. Das zentrale zweiflügelige Portal zeigt Bandelwerk, Blüten und durchbrochene Felder mit kunstvollen Rankengittern, die den Blick ins Innere öffnen. Spätbarocke Kraft verbindet sich mit rokoko-hafter Anmut zu einem erhabenen Zeugnis barocker Frömmigkeit und familiärer Memoria.

Christliche Botschaft Im Zentrum thront die Statue des triumphierenden Christus (Christus triumphans) mit Labarum. Unter ihm zwei bewegte Knabenfiguren, seitlich die ruhigen Allegorien von Glaube (Fides) und Hoffnung (Spes). Das Bildprogramm verkündet die Botschaft des 1. Korintherbriefs: „Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei bleiben; aber die Liebe ist die größte.“ Christus als Inkarnation der göttlichen Liebe steht über Glaube und Hoffnung und verheißt ewiges Leben. Das Portal wird oft als Paradiespforte gedeutet.

Heraldische Darstellung In der Giebelkartusche prangt das Allianzwappen: links das Storch-Wappen (schreitender Storch auf Berg), rechts das zweigeteilte Wappen der Familie Carnatz (halbiertes Wassermühlenrad und Pflanzenstaude). Stilistisch gehört die 1746 entstandene Kapelle dem Spätbarock mit Rokoko-Elementen an.

Familien-Begräbnisstätte Friedhof Westenbrügge Die Familien-Begräbnisstätte ist der Friedhof Westenbrügge.Verschiedene Grabstätten der Familie von Storch. In: Matthias Hübner (Hrsg.): Dorfkirchen in MV. Neddemin 2025.

Auf einem sanften Hügel unmittelbar vor dem Westeingang der Kirche von Westenbrügge, umgeben von alten Bäumen und mit weitem Blick über die offenen Felder Mecklenburgs, befindet sich die Familiengrabstätte der Diestelower Linie der Familie von Storch.

Die Linie geht zurück auf August von Storch (1784–1867), ältester Sohn des Gustav Friedrich Stårck von Storch und der Luise Henriette von der Kettenburg, sowie dessen Ehefrau Elisabeth Gräfin von Bassewitz (1796–1859).

Zum Gedenken an seine Eltern, die traditionellerweise in der Familiengrabkapelle der Pfarrkirche St. Marien in Güstrow beigesetzt worden waren, ließ August von Storch ein Allianzwappen der Familien von Storch und von der Kettenburg in der Kirche von Westenbrügge anbringen.

Seitdem dient der Hügel als Begräbnisstätte für mehrere Generationen der Diestelower Linie bis in die Gegenwart.

Dort ruhen unter anderem:

August von Storch (1784–1867) ⚭ Elisabeth genannt „Lisette“ Gräfin von Bassewitz (1796–1859)

Bernhard von Storch (1816–1890) ⚭ Luise Warnke (1822–1900)

Albert von Storch (1843–1910) ⚭ Hermine Freiin von Puttkamer (1860–1901)

Detlev von Storch (1885–1910) ⚭ Marie Luise von Plüskow (1886–1954)

Personen

mini|Hans von Storch auf einer Klimakonferenz der Europäischen Volkspartei in Madrid, 2008

Nach dem Genealogischen Handbuch des Adels und schwedischen Quellen (Stårcksa släktboken, Almquist und Wiksells: Uppsala 1964) sind u. a. f. wichtige Persönlichkeiten der Familie auszumachen: Jon Stårck, um ca. 1370 geboren, ist das älteste schriftlich überlieferte Familienmitglied der alten schwedischen Ritterfamilie, die auf ihr Stammgut Ramstad i Södra, in der Gemeinde Ny am See Vättern in Värmland lebte und von da aus in Skandinavien und über die Ostsee wirkte. Der Familienname Stårck wurde in früheren Zeiten Sturk oder Sturck geschrieben. Anders Jonsson Stårck, Sohn von John, wird 1414 urkundlich erwähnt und lebte auf den Familien-Stammgut Ramstad i Södra Ny. Lars Olofson Stårck till Ramstad (1506–1554) war verheiratet mit Estrid Olofsdotter Båt. Olof Larson Stårck till Ramstad, der um 1555 lebte, war m. Barbro Ingelsdotter geb. Roos af Hjelmsäter verheiratet. Neben Ramstad i Södra Ny besaß er mehrere Gutshöfe in Värmland und Rynninge in der Pfarrei Längbro und in Näs (heute Hjälmarsnäs) sowie vier Gutshöfe in Våtsta in der Pfarrei Stora Mellösa, alle in Närke. Lars Olofson Stårck till Ramstad (1555–1606) war mit Estrid Olofsdotter Bååt (aus mittelalterl. Ritterfamilie von Småland) verheiratet. Per Stårck (genaue Lebensdaten unklar) starb sehr jung und war mit Olofdotrer Stårck verheiratet. Jon Persson Stårk (1586–1623), schwedischer Kammerjunker und Hofjunker bei König Karl IX., in der Westgötha-Reiterei, Befehlshaber der Flotte in Sandham. Jon Persson Stårck erbte das Gut Skömebol auf Näset. Er war verheiratet mit Kerstin Liliehöök, Tochter von Christoffer Jöransson Lilliehöök af Gälared und Kolbäck und Christina Pedersdotter Store. Kerstin Liliehöök war Besitzerin von Gut Höberg, in Norra Vanga, Västergotland.