miniatur|Erinnerungsmünze an Felix von Bothmer Das Korps „Bothmer“ war ein Großverband des Deutschen Heeres während des Ersten Weltkrieges, der der Südarmee unterstand.
Geschichte Ursprünglich wurde der Großverband Ende 1914 als II. Reserve-Korps der Bayerischen Armee aufgestellt. Es war ab Januar 1915 mobil und kam im Februar 1915 kurzzeitig an der Westfront zum Einsatz. Ihr waren zu diesem Zeitpunkt die 6. und 8. Reserve-Division sowie Artillerie, Pionier und weitere Korpstruppen unterstellt. Unter Abgabe der bayerischen Truppen verlegte das Generalkommando im März 1915 an die Ostfront und führte bis zur Umwandlung in AOK Süd die Bezeichnung Korps „Bothmer“.Konrad Krafft von Dellmensingen, Friedrichfranz Feeser: Das Bayernbuch vom Weltkriege 1914–1918. I. Band. Chr. Belser AG. Verlagsbuchhandlung. Stuttgart 1930. S. 45.
Das Korps „Bothmer“ war gewisserweise der Vorläufer des Karpathenkorps, welches im August 1916 ebenfalls aus der 1. Division bestand, aber in Rumänien und der Bukowina eingesetzt wurde. Das Korps verdankt seine Existenz dem Kampf am Zwinin. Als der Berg nicht genommen werden konnte, bildete man am 23. März 1915 aus der 1. Division – die bisher dem k.u.k. Korps „Hofmann“ unterstand – und der noch freien 3. Garde-Division ein Korps unter Führung von Felix von Bothmer. Der größte Erfolg dieses Korps war die Erstürmung des Zwinins am 9. April 1915, dann der Durchbruch durch die Beskiden und am 31. Mai bis 1. Juni die Einnahme von Stryj. Am 23. Juni 1915 erfolgte der schwierige Dnjestrübergang, der schließlich mit der Verfolgung bis zur Zlota Lipa endete. Am 7. Juli 1915 wurde das Korps aufgelöst. Bothmer übernahm die Führung der Südarmee. Die 1. Division verlegte mit der Bugarmee nach Norden und die 3. Garde-Division mit der Südarmee nach Osten.
Gefechtskalender miniatur|Zusammensetzung des Korps 1915 9. April --- Erstürmung des Zwinin 10. April bis 12. Mai --- Gefecht bei Koziowa 24. April --- Erstürmung des Ostry 12. bis 17. Mai --- Verfolgung in den Karpathen Schlacht von Gorlice-Tarnów 18. Mai bis 3. Juni --- Schlacht bei Stryj 4. bis 9. Juni --- Verfolgung in Galizien 10. bis 22. Juni --- Schlacht bei Zydaczow 23. bis 27. Juni --- Übergang über den Dnjestr 27. bis 29. Juni --- Schlacht an der Gnila Lipa 30. Juni bis 6. Juli --- Verfolgung zwischen Gnila Lipa und Zlota Lipa
Gliederung Zum Korps gehörten die preußische 1. Division und die 3. Garde-Division sowie Korpstruppen. Anfang April 1915 kam noch die 38. Honved-Infanterie-Division hinzu.Reichsarchiv (Hrsg.): Der Weltkrieg 1914 bis 1918. Band 7: Die Operationen des Jahres 1915. Die Ereignisse im Winter und Frühjahr. E.S. Mittler & Sohn. Berlin 1931. S. 127, 470.
Kommandierender General Dienstgrad Name DatumDermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815–1939. Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815–1939. Biblio Verlag. Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1780-1, S. 659.General der InfanterieFelix von Bothmer26. Dezember 1914 bis 7. Juli 1915
Literatur Reichsarchiv (Hrsg.): Schlachten des Weltkrieges. Band 2: Karpathen- und Dnjester-Schlacht 1915. Verlag Gerhard Stalling. Oldenburg/Berlin 1925. Curt Jany (Hrsg.), Hermann Cron: Geschichte des Deutschen Heeres im Weltkriege 1914–1918. Militärverlag Karl Siegismund, Berlin 1937 (Geschichte der Königlich Preußischen Armee und des Deutschen Reichsheeres 5).
Weblinks Die höchsten Kommandostellen des Heeres. auf www.deutsche-kriegsgeschichte.de (Stand: 6. Mai 2010)
Einzelnachweise
Bayern, Reserve 02 Bothmer Kategorie:Militärischer Verband (Preußen) Bothmer, Korps Kategorie:Bothmer (Adelsgeschlecht)