Der Große Preis von Frankreich 1973 (offiziell LIX Grand Prix de France) fand am 1. Juli auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet statt und war das achte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1973.
Berichte Hintergrund Nachdem die Teams wenige Wochen zuvor die weite Strecke von Monaco nach Schweden zurückgelegt hatten, erfolgte nach dem dortigen Grand Prix die nahezu ebenso lange Rückreise nach Südfrankreich. Es blieb dadurch nur wenig Zeit für technische Weiterentwicklungen an den Fahrzeugen.
Ferrari trat wieder mit zwei Wagen an, sodass Arturo Merzario ins Fahrerfeld zurückkehrte. Mit Andrea de Adamich im dritten Brabham war auch ein zweiter Italiener wieder am Start.
Mike Beuttler, der sich bei einem Formel-2-Rennen Verletzungen zugezogen hatte, wurde im privat eingesetzten March des Clarke-Mordaunt-Guthrie-Teams durch Reine Wisell vertreten, der bereits als Gaststarter in einem privaten March am Großen Preis von Schweden teilgenommen hatte, dort allerdings nicht startete. Das Team Hesketh Racing brachte erneut ebenfalls einen Kunden-March an den Start, der, wie bereits bei der Premiere beim Großen Preis von Monaco, von James Hunt pilotiert wurde.
Aufgrund von Verpflichtungen bei einem Rennen in den USA wurde Peter Revson bei McLaren zum wiederholten Mal durch Jody Scheckter ersetzt.
Das neue Team Ensign debütierte an diesem Wochenende mit dem Formel-1-Neuling Rikky von Opel als Fahrer.
Ursprünglich waren noch zwei weitere Meldungen geplant gewesen. John Watson wollte sein Grand-Prix-Debüt in einem vierten Werks-Brabham bestreiten. Der Einsatz sollte von de Adamichs Hauptsponsor finanziert werden. Aufgrund eines Beinbruchs konnte Watson jedoch nicht antreten. Zudem erschien das Team Tecno aufgrund von Differenzen mit dem Sponsor Martini nicht zum Rennwochenende.
Frank Williams gab Henri Pescarolo die Gelegenheit, seinen Heim-Grand-Prix im zweiten Iso-Ford neben Howden Ganley zu bestreiten.
In der Fahrerwertung führte Emerson Fittipaldi mit zwei Punkten vor Jackie Stewart und mit 16 Punkten vor François Cevert. In der Konstrukteurswertung führte Tyrrell mit zwei Punkten vor Lotus und mit 23 Punkten vor McLaren.
Mit Stewart (dreimal) und Jacky Ickx (einmal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training Die Pole-Position wurde von Stewart errungen. Daneben qualifizierten sich der erneut beeindruckende Jody Scheckter und Emerson Fittipaldi für die erste Startreihe. Die zweite Reihe wurde durch Cevert und Ronnie Peterson eingenommen.
Rennen Scheckter ging aus der ersten Reihe in Führung vor Peterson, dem ein guter Start aus der zweiten Reihe gelungen war. Es folgten Jackie Stewart, Denis Hulme und Emerson Fittipaldi. Diese fünf Kontrahenten blieben bis zur 16. Runde gemeinsam an der Spitze. Dann fiel Hulme wegen eines Reifenproblems zurück und musste einen Boxenstopp einlegen. Wenige Runden später musste Stewart wegen eines ähnlichen Problems ebenfalls stoppen.
Da der nun Zweitplatzierte Peterson nicht mit dem Führenden Scheckter mithalten konnte, winkte er seinen in der Weltmeisterschaft führenden Teamkollegen Emerson Fittipaldi durch, damit dieser versuchen konnte, um die Spitze zu kämpfen. Als Scheckter in Runde 42 während der Überrundung von Jean-Pierre Beltoise kurz in Schwierigkeiten geriet, sah Emerson Fittipaldi eine Chance, an ihm vorbeizuziehen. Da sich Scheckter jedoch verteidigte, kollidierten die beiden Duellanten. Emerson Fittipaldi konnte daraufhin nicht weiterfahren, sein Kontrahent schied zwei Runden später wegen eines Folgeschadens ebenfalls aus. Emerson Fittipaldi rannte zur McLaren-Box, was schließlich zu einem heftigen Wortwechsel zwischen den beiden Fahrern führte. Jahre später behauptete Scheckter, Emerson Fittipaldi habe ihn wegen seiner Rolle bei dem Vorfall als „jungen Rowdy“ beschimpft. Viele Fahrer forderten einen Ausschluss Scheckters aus der Formel 1, doch McLaren entschied sich stattdessen, ihn für einige Rennen zu suspendieren.
Peterson errang durch den Ausfall der beiden Streithähne so seinen ersten Grand-Prix-Sieg.
Hunt erzielte nach einer erneut starken Leistung seinen ersten WM-Punkt.
Stewart erreichte den vierten Rang und übernahm damit die Führung in der Fahrer-Weltmeisterschaft. Im Gegenzug gelangte Lotus durch Petersons Sieg in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft an Tyrrell vorbei auf den ersten Platz.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Lotus 72E Ford Cosworth DFV 3.0 V8 2 3 Ferrari 312B3 Ferrari 001/11 3.0 F12 4 5 Tyrrell 006 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 6 7 McLaren M23 8 9 Brabham BT37 10 Brabham BT42 11 12 Shadow DN1 14 March 731 Clarke-Mordaunt-Guthrie Racing 15 16 Shadow DN1 17 19 BRM P160E BRM P142 3.0 V12 20 21 23 Surtees TS14A Ford Cosworth DFV 3.0 V8 24 25 Iso-Marlboro IR2 26 Iso-Marlboro IR1 27 March 731 29 Ensign N173
Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:48,37 193,005 km/h 1 2 1:49,18 191,574 km/h 2 3 1:49,36 191,258 km/h 3 4 1:49,39 191,206 km/h 4 5 1:49,45 191,101 km/h 5 6 1:49,68 190,700 km/h 6 7 1:50,69 188,960 km/h 7 8 1:50,75 188,858 km/h 8 9 1:50,99 188,449 km/h 9 10 1:51,17 188,144 km/h 10 11 1:51,17 188,144 km/h 11 12 1:51,44 187,688 km/h 12 13 1:51,53 187,537 km/h 13 14 1:51,63 187,369 km/h 14 15 1:51,67 187,302 km/h 15 16 1:51,70 187,252 km/h 16 17 1:51,78 187,118 km/h 17 18 1:51,88 186,950 km/h 18 19 1:52,07 186,633 km/h 19 20 1:52,30 186,251 km/h 20 21 1:52,94 185,196 km/h 21 22 1:53,20 184,770 km/h 22 23 1:53,56 184,185 km/h 23 24 1:53,87 183,683 km/h 24 25 1:55,55 181,013 km/h 25
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 54 0 1:41:36,52 5 1:51,65 2 54 0 + 40,92 4 1:52,06 3 54 0 + 46,48 8 1:52,15 4 54 1 + 46,93 1 1:51,00 5 54 0 + 48,90 12 1:52,85 6 54 0 + 1:22,54 14 1:53,42 7 54 0 + 1:29,19 10 1:53,33 8 54 1 + 1:29,53 6 1:50,99 (52.) 9 54 0 + 1:45,76 17 1:53,18 10 53 0 + 1 Runde 16 1:54,27 11 53 0 + 1 Runde 15 1:54,36 12 53 0 + 1 Runde 9 1:54,58 13 51 0 + 3 Runden 18 1:54,39 14 51 0 + 3 Runden 24 1:54,20 15 51 0 + 3 Runden 25 1:58,00 16 50 0 DNF 19 1:53,24 – 43 0 DNF 2 1:52,03 – 41 0 DNF 3 1:51,58 – 29 0 DNF 11 1:54,62 – 28 0 DNF 13 1:54,20 – 20 1 DNF 22 1:54,39 – 16 0 DNF 20 1:53,71 – 16 0 DNF 23 1:54,97 – 7 0 DNF 7 1:52,87 – 0 0 DNF 21 –
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). In der Konstrukteurswertung zählten nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams. Es zählten nur die besten sieben Ergebnisse aus den ersten acht Rennen und die besten sechs aus den letzten sieben Rennen. Streichresultate sind in Klammern gesetzt.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Tyrrell-Ford 42 2 Lotus-Ford 41 3 Tyrrell-Ford 31 4 McLaren-Ford 19 5 Lotus-Ford 19 6 McLaren-Ford 11 7 Ferrari 8 8 Brabham-Ford 7 9 Ferrari 6 10 Shadow-Ford 511Surtees-Ford / Brabham-Ford 312B.R.M. 213B.R.M. 214Tecno 115B.R.M. 116Brabham-Ford 117March-Ford 1 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 18 March-Ford 0 19 Iso-Ford 0 20 March-Ford 021Surtees-Ford 0 22 Surtees-Ford 0 23 Iso-Ford 0 24 McLaren-Ford 025Shadow-Ford 026Shadow-Ford 027Surtees-Ford 028Ensign-Ford 0 – March-Ford 0 – Tyrrell-Ford 0 – Iso-Ford 0–Lotus-Ford 0–March-Ford 0–March-Ford 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 52 (56) 2 51 (55) 3 26 4 125 116 5 Pos. Konstrukteur Punkte 7 5 8 19 1 10 011 012 0 Einzelnachweise
Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1
#1973 Frankreich Kategorie:Sportveranstaltung in Le Castellet (Var) Kategorie:Circuit Paul Ricard