Voggendorf ist ein Gemeindeteil des Marktes Bechhofen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Voggendorf liegt in der Gemarkung Wiesethbruck.
Geografie Durch das Dorf fließt der Bronnenwasengraben, der unmittelbar südlich als linker Zufluss in die Wieseth mündet. Der Ort liegt in einer flachhügeligen Ebene bestehend aus Grünland mit vereinzeltem Baumbestand und Ackerland. Im Nordwesten wird die Flur Langer Morgen genannt, im Nordosten Heide und im Osten Lämmerwasen. Im Süden jenseits der Wiese befindet sich ein Naturschutzgebiet.
Durch den Ort verläuft die Kreisstraße AN 57, die nach Wiesethbruck (1,1 km östlich) bzw. nach Fröschau zur Staatsstraße 2220 führt (1,6 km westlich). Gemeindeverbindungsstraßen verlaufen nach Großenried (2,5 km nördlich) und zur Burgstallmühle (0,5 km südlich).
Geschichte Voggendorf lag im Fraischbezirk des ansbachischen Oberamtes Feuchtwangen. 1732 bestand der Ort aus neun Anwesen mit zehn Mannschaften und einem Gemeindehirtenhaus. Grundherren waren das eichstättische Kastenamt Arberg-Ornbau (ein Schafhof mit doppelter Mannschaft, ein Gütlein) und das Rittergut Wiesethbruck der Schenken zu Geyern zu Syburg (ein Hof, sechs Gütlein).Nach der Vetterischen Beschreibung des Oberamtes Feuchtwangen von 1732 (s. a. Voggendorf (Grundherrschaft) auf der Website geschichte-feuchtwangen.de). An diesen Verhältnissen änderte sich bis zum Ende des Alten Reiches nichts.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 35. Dort wird bei den zwei eichstättischen Untertansfamilien genauer differenziert: eine unterstand dem Kastenamt Arberg-Ornbau, eine dem selbigen Amte inkorporierten Vogteiamt Königshofen. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Feuchtwangen.
Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde Voggendorf dem Steuerdistrikt Bechhofen und der Ruralgemeinde Wiesethbruck zugeordnet. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Voggendorf am 1. Oktober 1971 nach Bechhofen eingemeindet.
Im Ort gab es von 1945 bis 1957 auf einem ehemaligen Wehrmachtsgelände (Flugplatz) ein Lager für Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten und später auch aus Ungarn, die in neun Großraumbaracken, zwei Mehrzweckbaracken und einer provisorischen Kirche lebten. Zeitweise waren es bis zu 1200 Personen. Mit der damaligen Bevölkerung von Voggendorf – nur ca. 80 Einwohner – waren Konflikte an der Tagesordnung. Heute erinnert eine große Infowand in der Ortsmitte an das Lager Voggendorf. Von den über 1000 Flüchtlingen haben ca. 70 % in Bechhofen und Umgebung eine neue Heimat gefunden. Alle drei Jahre wird in Voggendorf das große Lagerfest gefeiert. Dann treffen sich die ehemaligen Bewohner aus ganz Deutschland wieder.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2001 2011 2017 2023Einwohner 92 87 88 78 105 96 127 183 133 153 148 151 171 170 188HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als „Feuerstellen“ bezeichnet, 1840 als „Häuser“, 1871 bis 1987 als „Wohngebäude“. 17 16 23 26 27 27 31 44 Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation gemischt konfessionell. Die Katholiken sind nach St. Blasius (Arberg) gepfarrt, die Protestanten waren ursprünglich nach St. Maria (Königshofen an der Heide) gepfarrt, seit 1902 ist die Pfarrei St. Johannis (Bechhofen) zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Bechhofen, Mittelfranken)