mini|Brigitte Bardot, 1958rahmenlos|klasse=skin-invert-image Brigitte Anne-Marie Bardot [] (oft abgekürzt zu BB, * 28. September 1934 in Paris; † 28. Dezember 2025 in Saint-Tropez) war eine französische Filmschauspielerin und Sängerin, die in den Anfangsjahren ihrer Laufbahn auch als Fotomodell in Erscheinung trat.

Bardot galt besonders in den 1950er und 1960er Jahren als internationales Sexsymbol. Meistens wurde sie als hedonistische, sexuell freizügige und selbstbewusste Schönheit besetzt und prägte damit im Kino einen neuen Frauentyp in der Anfangszeit der Sexuellen Revolution. Zu ihren bekanntesten Filmen zählen Und immer lockt das Weib, Die Wahrheit, Die Verachtung und Viva Maria!. Als Sängerin veröffentlichte sie mehrere Alben und zahlreiche Singles. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere 1973/1974 zog sich Bardot 40-jährig aus dem Showgeschäft zurück und widmete sich vor allem dem Tierschutz.

Leben Bardots Eltern waren Anne-Marie „Toti“ Mucel (1912–1978) und Louis „Pilou“ Bardot (1896–1975), ein lothringischer Industrieller. Ihre Schwester, Mijanou Bardot, war ebenfalls Schauspielerin. Während des Zweiten Weltkriegs bezog die katholisch geprägte Familie ein Appartement in der Rue de la Pompe im 16. Arrondissement von Paris.Barnett Singer: Brigitte Bardot: A Biography. McFarland & Co., 2006, ISBN 0-7864-2515-6, S. 9. Bardot begann 1947 eine Ausbildung in klassischem Ballett. Mit 15 Jahren wurde sie als Fotomodell entdeckt. Ihre natürliche Haarfarbe war brünett, dennoch wurde sie später zu einer der berühmtesten Blondinen der Mediengeschichte.Anne Verlahac: Blondinen. ISBN 978-3-89904-337-2. In kürzester Zeit gehörte Bardot zu den gefragtesten Mannequins von Paris. Dem Regisseur Marc Allégret fiel ihre sinnliche Schönheit, gepaart mit mädchenhafter Unschuld, auf. Mit Allégrets Mitarbeiter Roger Vadim, der später selbst als Regisseur in Erscheinung trat, begann Bardot eine Liebesaffäre; am 21. Dezember 1952 heirateten sie.Ernst Probst: „B.B.“ – Das Sexsymbol der 1950-er Jahre, Grin-Verlag, S. 10. Bardot wurde zu Vadims Lieblingsschauspielerin, und ihre Karriere erhielt durch ihn wesentliche Impulse.

Nach der Scheidung von Vadim im Jahr 1957 heiratete Bardot 1959 den Schauspieler Jacques Charrier. 1960 wurde ihr Sohn, Nicolas-Jacques Charrier, geboren, der beim Vater und den Großeltern aufwuchs. 1963 ließ sich das Paar scheiden. Von 1966 bis 1969 war Bardot mit dem als Playboy bekannten Gunter Sachs verheiratet. Bardot führte bis zum Ende ihrer Filmkarriere ein glamouröses Jetset-Leben, insbesondere an der Côte d’Azur, zu deren internationaler Berühmtheit sie beitrug.

Zuletzt lebte sie zurückgezogen in Saint-Tropez und meldete sich gelegentlich zu Tierschutzfragen zu Wort, denen sie durch ihre Bekanntheit zu Aufmerksamkeit zu verhelfen suchte. Mit Hilfe ihrer 1986 gegründeten, dem Tierschutz verschriebenen Stiftung, der Fondation Brigitte Bardot, unterhielt sie am Rande des Ortes eine Farm, auf der sie sich um gerettete Tiere kümmerte. Ab 1992 war sie mit dem Industriellen Bernard d’Ormale (* 1941) verheiratet. Ihre oft impulsiven Äußerungen zum rituellen Schlachten und der Einwanderungspolitik Frankreichs führten dazu, dass sie mehrmals zu Geldstrafen wegen Volksverhetzung verurteilt wurde. Unter dem Label Brigitte Bardot Lingerie ließ sie von historischen Modellen inspirierte Dessous, Bademoden und Nachtwäsche herstellen und vertreiben.„Ich hätte es nur denken, aber nicht aussprechen sollen“. In: Welt, 25. September 2018.

Im Sommer 2023 wurde sie mit Atemproblemen in ein Krankenhaus eingeliefert. Im Oktober und November 2025 hatte sie mehrere Krankenhausaufenthalte und einen chirurgischen Eingriff. Am 28. Dezember 2025 starb sie im Alter von 91 Jahren an ihrem Wohnort Saint-Tropez an einer Krebserkrankung. Im Anschluss an einen Trauergottesdienst in der Kirche Notre-Dame de l’Assomption wurde sie am 7. Januar 2026 an der Seite ihrer Eltern auf dem Cimetière marin von Saint-Tropez, einem Friedhof mit Blick auf das Mittelmeer, bestattet. Der Élysée-Palast, das französische Präsidialamt, hatte eine nationale Ehrung Bardots angeboten, ähnlich der Zeremonie für Jean-Paul Belmondo im Jahr 2021, doch wurde dies von ihren Angehörigen abgelehnt.Focus-Artikel über Bardots Beerdigung, abgerufen am 8. Januar 2026. Die französische Regierung wurde bei der Trauerfeier durch die amtierende Ministerin für Gleichstellung, Aurore Bergé, vertreten. Außerdem waren neben Angehörigen Bardots, ihrem Sohn und ihrem Ehemann, Marine Le Pen und Mireille Mathieu zugegen, die in der Kirche einen lateinischen Choral sang.

In einem Nachruf der französischen Kulturministerin, Rachida Dati, heißt es: „Ni simplement actrice, ni seulement militante, Brigitte Bardot laisse derrière elle le souvenir éternel d’une légende française qui aura si passionnément contribué à façonner nos imaginaires.“ (Weder nur Schauspielerin noch nur Aktivistin, hinterlässt Brigitte Bardot die ewige Erinnerung an eine französische Legende, die so leidenschaftlich dazu beigetragen haben wird, unsere Vorstellungswelt zu gestalten.)Nachruf von Ministerin Rachida Dati, abgerufen am 8. Januar 2026.

Bedeutung mini|Brigitte Bardot, 1968 Dass sie nicht nur ein Sexsymbol war, sondern auch den Wandel des Rollenbilds der Frau in einer noch eher prüden, familienorientierten Epoche vorantrieb, beschrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung 2014 anlässlich von Bardots 80. Geburtstag im Kontext eines von Emotionalität und Individualismus geprägten Charakters:. In: Deutsche Presse-Agentur, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. September 2014.

„Mit Filmen wie ‚Die Wahrheit‘, ‚Die Verachtung‘ und ‚Viva Maria!‘ schrieb BB nicht nur Filmgeschichte. Sie hat mit ihrer Sinnlichkeit, selbstbestimmten Weiblichkeit und Erotik der sexuellen Revolution den Weg bereitet. Sie schuf ein neues Frauenbild. Weibliche Schönheit durfte sexy und selbstbewusst sein. Ungeniert offenbarte sie ihren Traumkörper den gierigen Objekten (sic! statt: Objektiven) der Fotografen. Aus ihren Affären machte sie keinen Hehl. Während ihr Ehemann Vadim mit ihr ‚Und immer lockt das Weib‘ drehte, begann sie mit Filmpartner Jean-Louis Trintignant eine Beziehung […]. ‚Ich habe viel und leidenschaftlich geliebt. Das liegt in meiner Natur‘, sagte BB in einem Interview […].“

Die Philosophin und Frauenrechtlerin Simone de Beauvoir beschrieb Bardot 1959 wegen ihrer Freiheitsliebe und Modernität als „Lokomotive des Feminismus“, und die Roman-, Theater- und Drehbuchautorin Marguerite Duras verehrte sie als „la Reine Bardot“ – in Anspielung auf eine andere freigeistige Frau der französischen Geschichte, die als „la Reine Margot“ bekannte Margarete von Valois. Bardot selbst sprach lieber von Weiblichkeit als von Feminismus und identifizierte sich nicht mit der militanten, von ihr als oft männerfeindlich wahrgenommenen feministischen Emanzipationsbewegung. Gleichwohl unterstützte sie das Recht auf Abtreibung und zahlreiche andere im 20. Jahrhundert erkämpften Frauenrechte.

In den 1950er und 1960er Jahren war Bardot eine der meistfotografierten Frauen der Welt. Sie trug zur Popularisierung des Bikinis, lasziv verwuschelter Beehive-Frisuren sowie von Kleiderstoffen mit Vichy-Karo bei und war eine Stilikone ihrer Zeit.

1968 durfte Bardot als Zeichen der Anerkennung ihrer Verdienste um Frankreich als erste Schauspielerin Modell für die Marianne stehen, eine Büste, die als Symbol der französischen Republik die Rathäuser des Landes schmückt und auf Briefmarken der französischen Post abgebildet ist. Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron bezeichnete Bardot in einem Nachruf als „Legende des Jahrhunderts“.

Film- und Chansonkarriere 1952 drehte Bardot unter der Regie von Jean Boyer ihren ersten Spielfilm, Le Trou Normand. Darin spielt sie Javotte, ein junges Mädchen, das von seiner Mutter benutzt wird, um zu verhindern, dass der Besitz von deren verstorbenem Liebhaber, der Landgasthof Trou Normand, an seinen Sohn fällt. Javotte soll dem Sohn den Kopf verdrehen, damit er seine Ausbildung vernachlässigt, deren Abschluss laut Testament die Voraussetzung für den Antritt des väterlichen Erbes ist. Die Dorfbewohner, darunter der Lehrer und dessen Tochter, die ebenfalls Lehrerin ist, unterstützen den jungen Mann, um den bösen Plan von Javottes Mutter zu vereiteln. Bereits hier spielt Bardot das frivole junge Mädchen, das sich zum Vergnügen und ohne schlechtes Gewissen auf die Intrige einlässt. Am Ende siegt jedoch die Moral: Der junge Mann verliebt sich in das brave Mädchen, die Lehrerstochter, und die Ordnung im Dorf ist wiederhergestellt.

Bardots erster im Ausland vielbeachteter Film war 1956 zugleich Roger Vadims Debüt als Regisseur, Und immer lockt das Weib, in dem sich die von Bardot dargestellte junge Frau zwischen drei Männern entscheiden muss, die von ihrer freizügigen, ungestümen Art fasziniert sind. Der Film wurde auch in Amerika ein großer Erfolg, da er die Grenzen dessen hinterfragt, was damals in der Darstellung von Erotik erlaubt war. Die meisten Kopien des Films waren um mehrere Szenen gekürzt, damit sie den Vorgaben der Zensur genügten. Dennoch gelang Bardot mit Und immer lockt das Weib der internationale Durchbruch. An ihrer Seite spielten der bereits zum Leinwandstar gereifte Curd Jürgens und Jean-Louis Trintignant, der wie Bardot am Anfang seiner Schauspielkarriere stand.

mini|Bardot in einem Riva-Boot mit Sami Frey in Saint-Tropez, 1963 In den 1960er Jahren folgten mit Die Wahrheit (1960), Die Verachtung (1963) und Viva Maria (1965) weitere große Erfolge für sie. Insbesondere Die Verachtung nach dem gleichnamigen Roman von Alberto Moravia und unter der Regie von Jean-Luc Godard gilt heute als Meisterwerk. Die Ehe des Drehbuchautors Paul (dargestellt von Michel Piccoli) zerbricht während seiner Arbeit an einem Film über die Irrfahrten des Odysseus. Obwohl der Film kommerziell nur mäßig erfolgreich war, zeigt sich seine nachhaltige Bedeutung darin, dass eine Auswahl der Standbilder noch 2016 für das offizielle Plakat der Filmfestspiele von Cannes Verwendung fand. Bardot spielt hier nicht die gewissenlose Sirene, die sie sonst oft verkörperte, sondern spiegelt das Bild der verführerischen Frau, das Risse bekommt; sie ist auch das Opfer der Männer – und des männlichen Blicks der Medienindustrie.

Neben der Filmarbeit betätigte sich Bardot als Sängerin teils romantischer, teils frecher Chansons, die auf ihr provokantes Wesen zugeschnitten waren. Bekannt ist vor allem Harley Davidson (1967) aus der Feder von Serge Gainsbourg; im Filmclip zu diesem Song besteigt Bardot in ultrakurzem Lederrock und oberschenkellangen Stiefeln das besungene Motorrad. Zunächst sollte auch Gainsbourgs Je t’aime … moi non plus mit ihr als Sängerin erscheinen. Sie zog jedoch aus privaten Gründen ihre Zustimmung zur Veröffentlichung der bereits fertig produzierten Aufnahme zurück, sodass der Titel 1969 zunächst in einer Neuaufnahme mit Jane Birkin herauskam. Die Fassung mit Bardot wurde erst 1986 veröffentlicht.

mini|Bardot während der Dreharbeiten zum Film Privatleben, 1961 Bei ihrem ersten Aufenthalt in Rio de Janeiro lernte Bardot 1964 auf der Flucht vor aufdringlichen Fotografen und Journalisten das brasilianische Fischerdorf Búzios kennen. Mehrmals kam sie für längere Aufenthalte dorthin zurück. Bereits Privatleben (1962) griff einige Aspekte auf, insbesondere auch die Nachteile ihres großen Ruhms, die sie im wahren Leben an Orten wie Búzios zu vergessen suchte. Im Film erlöst hingegen ein unbeabsichtigter, doch offenbar als glücklich erlebter Sturz in den Tod die von Bardot gespielte Frauenfigur Jill. Bardot selbst unternahm in jungen Jahren mehrere Suizidversuche.

1973 beendete Brigitte Bardot ihre Schauspielkarriere. Danach drehte sie keinen Spielfilm mehr, es folgten auch keine weiteren Musikaufnahmen. 1982 porträtierte der französische Journalist Allain Bougrain-Dubourg Bardot und ihr Leben in der dreiteiligen Fernsehdokumentation Brigitte Bardot – So wie sie ist.