mini|Luftkennung auf einem Geldtransporter Die Dachkennzeichnung (Luftkennung) von Fahrzeugen insbesondere der Feuerwehr, der Polizei, des Rettungsdienstes und von Hilfsorganisationen dient dem Ansprechen dieser Fahrzeuge über Sprechfunk aus der Luft. Viele Geldtransportfahrzeuge sind ebenfalls mit Luftkennungen gekennzeichnet. Es werden neben alphanumerische Kennzeichnungen auch Symbole verwendet.
Die Dachkennzeichnung besteht häufig aus dem Kfz-Kennzeichen. Sie kann v. a. bei rein regionalen Verwendungen auch aus dem (dann meist deutlich abgekürzten) Funkrufnamen (teilweise auch mit dem Funkkanal) oder einer internen Kodierung der jeweiligen Organisation bestehen.
Für Einsatzfahrzeuge mit wechselnden Funkrufnamen (z. B. wegen Zuordnung zu Verbänden mit eigenen Funkrufnamen, Stationierung an wechselnden Wachen oder überregionaler Verwendung mit unterschiedlichen Funksystematiken) funktioniert sinnvoll nur das Kennzeichen. Dies erschwert allerdings die direkte Kommunikation mit dem Fahrzeug, wenn der Besatzung das Kennzeichen nicht bekannt ist. Dieses sollte auch daher immer mit am Armaturenbrett jedes Fahrzeugs deutlich lesbar beschriftet sein.
Deutschland Feuerwehr Nach sehr schlechten Erfahrungen bei den Waldbränden in den 1970er Jahren mit keiner oder unterschiedlichen Kennzeichnungen ist in Deutschland seit 1981 die Dachkennzeichnung für Feuerwehrfahrzeuge in der DIN 14035 „Dachkennzeichnung für Feuerwehrfahrzeuge“ genormt. Daneben gibt es z. T. noch Vorgaben durch die zuständigen Landesministerien. Nach der Norm wird als Dachkennzeichnung ausschließlich das amtliche Kennzeichen verwendet.
In der Norm ist u. a. beschrieben, dass die Schrift mindestens 400 mm hoch und entweder in weißer Schrift auf rotem Grund oder in schwarzer Schrift auf weißem oder metallenem Grund ausgeführt sein soll.
Auch die allgemeine Farb-Beschreibung für Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, DIN 14502-3 (Feuerwehrfahrzeuge – Teil 3: Farbgebung und besondere Kennzeichnungen, zuletzt aktualisiert März 2022), beschreibt die Dachkennzeichnung nach DIN 14035 für die Einsatzfahrzeuge.
Polizei Bei der Polizei gibt es in einigen Ländern keine Dachkennzeichnung mehr. In der Regel wird aber hier der Funkrufname verwendet. In Baden-Württemberg wird der Rufname auf dem Dach (Kleinbusse) oder auf der Motorhaube (Personenkraftwagen) angebracht. Dabei wurde vor der Neuorganisation der Polizei das Kennwort des Rufnamens nur mit dem ersten Buchstaben wiedergegeben. Seit der Neuorganisation werden die Kennbuchstaben des Kreises verwendet, in dem das Polizeipräsidium seinen Sitz hat (zum Beispiel Polizeipräsidium Aalen: AA).
Vereinigtes Königreich Polizei alt=Letter and number markings on the roof of an emergency vehicle highlighted on a thermal camera|mini|hochkant=0.55|Dachkennzeichnung im Wärmebild
Die Dachkennzeichnung der Polizei im Vereinigten Königreich besteht aus einem Symbol für die Art des Fahrzeuges, einer in der Regel zweistelligen Kennzahl für die Behörde (Police National Computer force code) und einer alphanumerischen individuellen Fahrzeugkennung. Üblicherweise wird das Symbol und die Behördenkennzahl in einer Zeile und die Fahrzeugkennung in der nächsten Zeile dargestellt. 2004 wurde begonnen, an einer Beschriftung zu arbeiten, die die Erkennung bei Nacht erleichtert. QinetiQ entwickelte eine Beschriftung, die sich in einer Wärmebildkamera darstellen lässt. Die Beschriftung ist passiv im Wärmebild sichtbar, das bedeutet, weder der Fahrer noch die Besatzung eines Luftfahrzeuges müssen für die Sichtbarkeit etwas tun.
mini|hochkant=0.15 Das Symbol für die Art des Fahrzeuges bedeutet:
Stern Armed Response Vehicle (ARV, Streifenwagen mit bewaffneter Polizei) Kreis Traffic/Incident Response Vehicle (IRV, Verkehrspolizei/Unfallaufnahme) Dreieck Dog Support Unit (DSU, Diensthundekraftwagen) Quadrat Public Order (Bereitschaftspolizei)
Busse mini|Dachmarkierung eines Londoner Buses von Go Ahead (GAG) mit Elektroantrieb (rote Raute)
Seit etwa 2006 werden Busse in London mit einer Dachkennung aus einem dreistelligen Buchstabencode des Betreibers und einer individuellen Kennzeichnung des Fahrzeugs versehen. Der Individualcode des Fahrzeugs wird auch an der Vorder- und Rückseite des Busses angebracht. Seit 2023 verlangt Transport for London zusätzlich einen großformatigen farbigen Aufkleber in Rautenform mit einem Symbol unter der Dachkennung, der die Antriebsart des Busses kennzeichnet: grau mit Zapfsäule: Dieselmotor und milde Hybridantriebe orange mit Zapfsäule und Blitzpfeil: Hybridantrieb rot mit Blitzpfeil: Elektromotor blau mit Aufschrift „H2“ oder grün mit Aufschrift „H2 GAS“: Wasserstoffantrieb (teilweise sind beide Piktogramme angebracht)
Auch diese Aufkleber müssen zusätzlich an Vorder- und Rückseite angebracht werden. Im Notfall, zum Beispiel bei einem Brand, sollen Einsatzkräfte so Gefahren einfacher abschätzen können.
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Einzelnachweise
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