miniatur|Jörg Steinert (l.) mit Klaus Wowereit (2012)
Jörg Steinert (* 10. Februar 1982 in Zwickaufreiepresse.de) ist ein deutscher Bürgerrechtler. Er war der langjährige Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD). Aktuell engagiert er sich als 2. Vorsitzender des Infrastrukturvereins infrest., Vorstand infrest
Leben Steinert ist Diplom-Politologe. Von 2008 bis 2011 war er Bundesjugendbeauftragter des LSVD und von 2012 bis 2014 Mitglied im Aufsichtsrat des Fußballvereins Türkiyemspor Berlin.LSVD kündigt Partnerschaft mit Türkiyemspor Homophobe Signale in türkischem Fußballclub, Bericht vom 8. Oktober 2014, abgerufen am 5. August 2016 Jörg Steinert unterstützt verschiedene gesellschaftspolitische Initiativen, er ist u. a. Botschafter der Initiative „We save TeBe“, engagiert sich im Beirat des Projektes „Heroes – gegen Unterdrückung im Namen der Ehre“ und bewirkte die Beteiligung des LSVD Berlin-Brandenburg an der europäischen Bürgerinitiative „Stop Extremism“ der Frauenrechtlerin Seyran Ates, die sich gegen jede Form von politischem und religiösem Extremismus wendet., abgerufen am 18. März 2018LSVD unterstützt "Stop Extremism", Bericht von queer.de vom 19. Dezember 2017, abgerufen am 18. März 2017
Unter seiner Leitung baute der LSVD Berlin-Brandenburg eine Kooperation mit dem Berliner Fußball-Verband auf.Kooperation mit dem Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg. berliner-fussball.de, 2011. Abgerufen am 23. März 2016 Steinert hat unter anderem die Projekte «Respect Gaymes»5. Respect Gaymes am 5. Juni 2010 im Jahn-Sportpark in Berlin., Website buendnis-toleranz.de, abgerufen am 23. März 2016 und «Community Gaymes» aufgebaut und sich erfolgreich für die Eröffnung von Europas erstem Regenbogenfamilienzentrum eingesetzt.Beratungsstelle in Schöneberg: Babyboom unterm Regenbogen, Bericht der Berliner Zeitung vom 15. März 2014, abgerufen am 5. August 2016 Er initiierte des Weiteren die Entstehung eines Denkmals für die weltweit erste Homosexuellenbewegung am Magnus-Hirschfeld-Ufer gegenüber dem Bundeskanzleramt."Was sind das für schwule Blumen?", Interview in der taz vom 7. September 2017, abgerufen am 18. März 2018Bericht des Jüdischen Forums mit Eröffnungsrede von Jörg Steinert am 7. September 2017, abgerufen am 13. März 2018Jury hat entschieden: Denkmal "Calla" für Homosexuellenbewegung, Bericht der Berliner Woche vom 19. November 2015
Weitere Themen bzw. Projekte seiner Tätigkeiten sind die Zusammenarbeit mit dem Türkischen Bund in Berlin-Brandenburg (TBB) und anderen Migrantenselbstorganisationen bei der Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit zum Thema Homosexualität in Migrantencommunitys, berlin.lsvd.de 2010. Archivierte Version.„Schwul“ ist kein Schimpfwort Schulen klären muslimische Eltern auf. tagesspiegel.de vom 15. August 2011 Unterstützung von Zwangsverheiratung betroffener Menschensiegessaeule.de sowie homosexuelle und transgeschlechtliche Flüchtlinge.
Jörg Steinert war beteiligt an der Gründung der Protestbewegung «Der Papst kommt» anlässlich des Besuchs von Papst Benedikt XVI. in Berlin. Er rief 2011 zum friedlichen Protest gegen die „menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik“ des Papstes auf."Wir ermuntern nicht zu Eierwürfen" . taz.de vom 24. April 2011 Bündnis kontra Papstbesuch?. Neues Deutschland, 16. März 2011 Zugleich setzt er sich seit vielen Jahren für den Dialog mit und zwischen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften ein.Humanisten und Gläubige fordern Respekt und gleiche Rechte für Lesben, Schwule und Transgender, Bericht von diesseits.de am 22. Juli 2016
Nach der gesetzlichen Einführung der „Ehe für alle“ 2017 durch den Deutschen Bundestag war er Organisator und Trauzeuge für die bundesweit erste gleichgeschlechtliche Eheschließung am 1. Oktober 2017.Erstes schwules Paar hat in Berlin geheiratet, Bericht im Berliner Tagesspiegel vom 1. Oktober 2017, abgerufen am 18. März 2018First same-sex weddings held in Germany, Bericht von CBC News am 1. Oktober 2017, abgerufen am 18. März 2018Germany celebrates first gay wedding after historic parliamentary vote, Bericht von The Independent am 2. Oktober 2017, abgerufen am 18. März 2018
Seit der Übernahme der Geschäftsführung durch Jörg Steinert hat der LSVD in Berlin und Brandenburg vermehrt und vielfach seine Stimme gegen Rassismus erhoben.Online-Plattform gegen Rechtsextremismus: Berlin gegen Nazis, Bericht der Berliner Zeitung vom 5. März 2014, abgerufen am 5. August 2016 Der ansonsten überparteilich agierende Bürgerrechtsverband grenzt sich auch deutlich von der rechtspopulistischen AfD ab.AfD hetzt mit Schwulen gegen Muslime, Bericht von queer.de, abgerufen am 5. August 2016 Bei einer Initiative zur Änderung des Grundgesetzartikels 3 unterstützte er die Formulierung des Berliner Justizsenators und hatte damit eine abweichende Meinung gegenüber der Berliner Linkspartei und des Bundesverbandes LSVD.Schutz vor Diskriminierung: Streit im Berliner Senat: Soll "sexuelle Identität" ins Grundgesetz?, queer.de, 20. März 2018
Am 26. Juni 2019 fragte Juliane Fischer, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten des Bezirks Spandau, in einer E-Mail an Steinert vor dem Hintergrund eines gemeinsamen Fotos auf dem lesbisch-schwulen Stadtfest mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und US-Botschafter Richard Grenell aus dem Jahr 2018, wie dieser zu den Werten "Vielfalt, Toleranz und Respekt" stünde, da Grenell laut Fischer "selbst unter den Republikanern noch weit rechts" stünde. Jörg Steinert leitete diese E-Mail an das Bezirksamt weiter, darunter der Spandauer AfD-Bezirksstadtrat Andreas Otti. In der Folge distanzierte sich der LSVD Bundesvorstand von Steinert, der Landesvorstand stärkte ihm hingegen den Rücken. Der Streit mit dem Bezirksamt konnte in einem persönlichen Gespräch beigelegt werden. Streit um Regenbogenfahne beigelegt, Tagesspiegel, 15. August 2019
Im Herbst 2019 startete Steinert die Initiative zur Ausschilderung des Jakobsweges durch Berlin als Europäischen Kulturweg. Das Anliegen wurde von SPD, Grünen und CDU aufgegriffen und einstimmig in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg beschlossen.Auf dem Jakobsweg von Schöneberg nach Marienfelde, Tagesspiegel, abgerufen am 17. Januar 2020Berliner Woche: Der Jakobsweg im Bezirk: Jörg Steinert hat seine Kennzeichnung initiiert, abgerufen am 17. Januar 2020
Im Januar 2020 wurde der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg mit der höchsten Auszeichnung des Berliner Fußball-Verbandes, dem Goldenen Fußball, ausgezeichnet, die u. a. Jörg Steinert entgegennahm.Berliner Fußball: „Goldener Fußball“ für den LSVD, Bericht am 18. Januar 2020, abgerufen am 12. Juli 2018
Im August 2020 gab Steinert bekannt, seinen Posten als Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg zum Jahresende aufzugeben, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Seitdem arbeitet er in der Energiewirtschaft und engagiert sich als Berater für die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee.
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Einzelnachweise
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