Hans Emil Ritter von Baeyer (* 28. Februar 1875 in Straßburg; † 21. Januar 1941 in DüsseldorfKarl Ludwig Hampe: Kriegstagebuch 1914–1919. Herausgegeben von Folker Reichert, Eike Wolgast. Oldenbourg, München 2004, ISBN 3-486-56756-X, S. 943.) war ein deutscher Orthopäde und Hochschullehrer.

Leben Sein Vater war der Chemiker und Nobelpreisträger Johann Friedrich Wilhelm Adolf von Baeyer (1835–1917), seine Mutter Adelheid Bendemann, Tochter des Oberbergrates Emil Bendemann und Nichte des Malers Eduard Bendemann.

Er studierte Medizin an der Thüringischen Landesuniversität Jena und der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er 1901 mit der Dissertationsschrift Über Chromsäurevergiftung promoviert wurde. 1908 habilitiert er sich mit der Habilitationsschrift Über Fremdkörper im Organismus an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1918 wurde er zum außerordentlichen Professor, 1919 zum ordentlichen Professor für Orthopädie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg berufen. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt war „Mechano-Pathologie“. Seit Juni 1918 trieb er den Aufbau der Stiftung Orthopädische Klinik in Schlierbach bei Heidelberg voran. mini|Das Grab von Hans Ritter von Baeyer und seiner Ehefrau Hildegard geborene Merkel im Familiengrab auf dem Waldfriedhof (München) Am 1. März 1933 wurde er als Nichtarier entlassen, da seine Großmutter väterlicherseits und sein Großvater mütterlicherseits jüdischer Herkunft waren.Reinhard Rürup: Schicksale und Karrieren. Gedenkbuch für die von den Nationalsozialisten aus der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft vertriebenen Forscherinnen und Forscher. Wallstein, Göttingen 2008, ISBN 978-3-89244-797-9, S. 150.Klaus-Peter Schroeder: „Eine Universität für Juristen und von Juristen“. Die Heidelberger Juristische Fakultät im 19. Und 20. Jahrhundert. Mohr Siebeck, Tübingen 2010, ISBN 978-3-16-150326-9, S. 427. Nachdem ihm Vorlesungstätigkeiten sowie Klinikleitung untersagt wurden, ließ er sich in Düsseldorf als Facharzt nieder und betrieb eine orthopädische Privatpraxis. Dort starb er 1941 an einem Herzinfarkt. Er wurde auf dem Münchner Waldfriedhof im Grab seiner Eltern beerdigt.Grab der Familie von Baeyer auf dem Münchner Waldfriedhof (Grabfeld 13, , Bilder)

Nach Baeyer wurde eine so genannte Fibularisfeder („Baeyer-Feder“) benannt, eine Metallschiene zur Behandlung des Spitzfußes bei Peroneuslähmung.Gerhard Paal, Petra Velho-Groneberg, Günter Wangerin: Hexal-Lexikon Neurologie. Urban und Schwarzenberg, München u. a. 1995, ISBN 3-541-16491-3, S. 50.

Er war Träger des Ordens Pour le Mérite für Wissenschaft.

Familie Baeyer heiratete 1903 Hildegard Merkel (1882–1958). Mit ihr bekam er insgesamt vier Kinder: Walter Johannes Adolf, Liselotte, Erich Otto und Hans Jakob Johann. Seine Tochter heiratete den Mediziner Karl Stern und emigrierte mit diesem nach England und Kanada.

Literatur Eintrag Prof. Dr. med. Hans Emil Ritter von Baeyer in:

Weblinks Abbildung von Hans Ritter von Baeyer mit seiner Ehefrau Hildegard Merkel auf merkelstiftung.de Anlässlich der Verlegung von 36 Stolpersteinen und 2 Stolperschwellen vor dem Chirurgischen Gebäude der Universität Leipzig am 30. November 2017, bei Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie

Einzelnachweise

Kategorie:Orthopäde, Unfallchirurg Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg) Kategorie:Person (Düsseldorf) Hans Kategorie:Absolvent der Ludwig-Maximilians-Universität München Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1875 Kategorie:Gestorben 1941 Kategorie:Mann