Die USS Waller (DD-466) war ein Zerstörer der United States Navy. Sie gehörte zur Fletcher-Klasse und war von 1942 bis 1969 im Dienst. USS Waller nahm am Zweiten Weltkrieg, am Koreakrieg und am Vietnamkrieg teil. 1970 wurde sie vor Rhode Island als Zielschiff versenkt.
Namensgeber Major General Littleton Waller (1856–1926) war Offizier des United States Marine Corps. Er diente im Spanisch-Amerikanischen Krieg, in der Karibik und in Asien. Es hieß, er habe an mehr Einsätzen teilgenommen als jeder andere Offizier des USMC dieser Zeit.
Technik
Rumpf und Antrieb Der Rumpf der USS Waller war 114,7 m lang und 12,2 m breit. Der Tiefgang betrug 5,4 m, die Verdrängung 2.100 ts. Der Antrieb des Schiffs erfolgte durch zwei Dampfturbinen von General Electric, der Dampf wurde in vier Kesseln von Babcock & Wilcox erzeugt. Die Leistung betrug 60.000 Wellen-PS, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 35 Knoten.
Bewaffnung und Elektronik Hauptbewaffnung der USS Waller waren bei Indienststellung ihre fünf 5-Zoll/127-mm-Mark-30-Einzeltürme. Dazu kamen diverse Flugabwehrkanonen, die im Laufe des Krieges immer weiter verstärkt wurde. 1948/49 wurde das Schiff dann zum U-Jagdzerstörer umgebaut und erhielt verstärkte Anti-U-Boot-Bewaffnung, unter anderem einen Mk.-108-U-Jagdraketenwerfer vor der Brücke.
Die USS Waller war mit Radar ausgerüstet. Am Mast über der Brücke waren ein SG- und ein SC-Radar montiert, mit denen Flugzeuge auf Entfernungen zwischen 15 und 30 Seemeilen und Schiffe in Entfernungen zwischen 10 und 22 Seemeilen geortet werden konnten.
Geschichte Die USS Waller wurde am 12. Februar 1942 bei Federal Shipbuilding and Drydock Company in Kearny, New Jersey auf Kiel gelegt. Sie lief am 15. August 1942 vom Stapel. Taufpatin war die Witwe des Namensgebers, Mrs. Littleton W. T. Waller. Der Zerstörer wurde am 1. Oktober 1942 unter dem Kommando von Lieutenant Commander Lawrence H. Frost in Dienst gestellt.
1942 Bis Herbst 1942 machte die USS Waller ihre Erprobungsfahrt und diente zeitweise als Geleitschutzfahrzeug für die Ausbildung von U-Booten des U-Boot-Stützpunktes New London, Connecticut. Im Spätherbst verließ der Zerstörer die Marinewerft in New York und verlegte durch den Panamakanal und Pearl Harbor ins pazifische Kampfgebiet.
1943 USS Waller erreichte Efate am 21. Januar 1943. Am 27. Februar verließ sie als Teil des Zerstörerschirms der Task Force 18 (TF 18) die Insel. TF 18 hatte die Aufgabe, einen Schiffsverband mit Nachschub und Verstärkungen für Guadalcanal zu treffen und zur Insel zu geleiten. Meldungen des Marinenachrichtendienstes, wonach die Japaner einen Verband mit großen Mengen an Nachschubgütern nach Guadalcanal brächten, erwiesen sich als falsch. Statt die Truppen zu verstärken, wurden die Schiffe zur Evakuierung der japanischen Soldaten eingesetzt.
Schlacht bei Rennell Island Am 29. Januar befand sich TF 18 50 NM nördlich der Insel Rennell, als in der Abenddämmerung japanische Mitsubishi G4M Betty-Torpedobomber unbemerkt in niedriger Höhe von Osten her den Verband anflogen. Die Waller fuhr an der Steuerbordseite des Flaggschiffes Wichita sowie der Kreuzer Chicago und Louisville, als sie von der führenden Betty mit Bordwaffen beschossen wurde. Die Schiffe erwiderten das Feuer und konnten ein Flugzeug abschießen. Die Flugzeuge beleuchteten den Schiffsverband mit Leuchtkugeln und um 19:31 Uhr griff eine weitere Gruppe Betties die Schiffe an. Der Angriff konzentrierte sich auf die Schweren Kreuzer. Ein Flugzeug konnte abgeschossen werden. Um 19:45 Uhr erhielt die Chicago einen Torpedotreffer im Vorschiff. Durch den Treffer fielen drei ihrer vier Antriebswellen aus. Durch einen zweiten Torpedotreffer liefen Kesselraum #3 und der vordere Maschinenraum voll Wasser. Die Chicago blieb antriebslos liegen. mini|Die Chicago liegt nach der Schlacht tief im Wasser
Nach Ende des Angriffes nahm die Louisville den angeschlagenen Kreuzer in Schlepp und am frühen Morgen des 30. Januar 1943 war der Verband mit einer Geschwindigkeit von 4 Kn auf dem Weg nach Espiritu Santo. Kurz nachdem die Louisville die Schlepptrosse an den Schlepper Navajo übergeben hatte, wurden zwölf „Betties“ südlich New Georgia mit Kurs auf Rennell gemeldet. Die F4F Wildcats der Combat Air Patrol vom Flugzeugträger Enterprise (CV-6) schossen drei Bomber ab. Die restlichen neun Betties setzten ihren Angriff auf die Chicago fort. Sieben Angreifer konnten von der Flugabwehr der Schiffe und den erneut eingreifenden Jagdflugzeugen abgeschossen werden. Die Waller beanspruchte einen Abschuss und zwei Beschädigungen.
Die Chicago erhielt zwei weitere Torpedotreffer und wurde kurze Zeit später von der Besatzung verlassen. Um 16:44 Uhr sank sie über das Heck. Navajo, Sands, Edwards und Waller retteten 1049 Überlebende. Während des Angriffes wurde auch die La Vallette beschädigt und verließ im Schlepp der Navajo das Gebiet. Auf dem Rückweg nach Espiritu Santo fasste die Waller ein U-Boot auf, verlor aber wieder den Kontakt.
Die Schlacht bei Rennell Island verzögerte den geordneten Rückzug der japanischen Truppen von Guadalcanal und erlaubte es, die amerikanischen Truppen zu verstärken und die letzte Phase der Schlacht um Guadalcanal einzuleiten.
Schlacht in der Blackett-Strait, März 1943 Anfang März 1943 setzte der Kommandeur der Zerstörerdivision 43 (ComDesDiv 43), Commander Arleigh Burke seinen Divisionsstander auf der Waller. Am 5. März führte sie Conway, Montpelier, Cleveland, Denver und Cony beim Angriff auf japanische Flugplätze bei Vila an der Südküste von New Georgia. Mit der Aufgabe betraut, die schweren Einheiten zu schützen, sollten die Zerstörer feindliche Küstenbatterien bekämpfen.
Kurz nach Mitternacht des 5. März entdeckte die USS Waller bei der Einfahrt in den Kula-Golf durch Radar die japanischen Zerstörer Murasame und Minegumo am östlichen Eingang der Straße von Blackett. Ohne vorher von den feindlichen Zerstörern bemerkt zu werden, eröffnete USS Waller gegen 01:00 Uhr aus dreieinhalb Seemeilen Entfernung das Gefecht mit einem Torpedofächer aus fünf Rohren. Eine Minute später eröffneten die 5"-Geschütze das Feuer.
Die überraschten japanischen Zerstörer antworteten mit ungenauem Feuer. Nach sechs Minuten explodierte die Murasame durch Torpedo- und Artillerietreffer der USS Waller und der anderen amerikanischen Zerstörer.
Die Minegumo wurde anschließend kampf- und manövrierunfähig geschossen. Die amerikanischen Schiffe drehten um 01:14 Uhr nach Westen ab, um den Beschuss von Vila durchzuführen, und ließen die Minegumo zurück. TF 68 beschoss die Flugplätze 16 Minuten lang. Anschließend erhielt USS Waller den Befehl, die Minegumo zu versenken, die allerdings bereits vor Ankunft des Zerstörers versank.
Den Angriff auf Vila und die Schlacht in der Straße von Blackett nannte Admiral Chester W. Nimitz in der ihm eigenen Untertreibung eine bemerkenswerte Leistung. Nimitz erwähnte die beispielhafte Art, mit der die TF 68 zwei feindliche Schiffe trotz ihrer Nähe zum Land mit Radar erfasste, sie in „sachlicher Weise“ versenkte und anschließend die geplante Beschießung nahezu im geplanten Zeitrahmen durchführte. „Die Operation wies die Präzision einer gut geprobten Übung durch kampferprobte Schiffe, die sie nicht waren, auf.“
Juni – Oktober 1943 Während der Nacht vom 29. auf den 30. Juni 1943 beschoss die USS Waller zusammen mit drei anderen Zerstörern die Vila-Stanmore-Plantage auf Kolombangara und die Shortland-Inseln. Aufgrund der vorherrschenden Wetterbedingungen konnte die Wirkung des Einsatzes nicht beobachtet werden.
Nach der Schlacht im Kula-Golf deckte die Waller am 6. Juli 1943 die Rettung von Überlebenden des in der Schlacht gesunkenen Kreuzers Helena durch die Zerstörer Woodworth und Gwin. Die Waller ortete mit dem Radar ein U-Boot und lief auf die Position zu. Nach einer dreistündigen Suche konnte der Kontakt eingegrenzt werden und der Zerstörer warf Wasserbomben. Obwohl kein sichtbarer Beweis der Vernichtung des U-Bootes gefunden werden konnte, wurde die Versenkung anerkannt.
Den restlichen Juli eskortierte USS Waller Truppen- und Nachschubtransporte. Während der Fahrt der aus vier Zerstörern und vier Schnellen Transportschiffen (APD) bestehenden Task Group 31.2 nach Enogai Inlet auf New Georgia wurden von einem Flugzeug vier feindliche Schiffe in der Nähe von Kolombangara gemeldet. USS Waller scherte aus dem Verband aus, um die feindlichen Schiffe abzufangen und sichtete drei Fahrzeuge, die dicht unter der Küste fuhren. Nicht wissend, dass es sich bei den vermeintlichen Feinden um die amerikanischen PT-Boote USS PT-157, USS PT-159, und USS PT-160 handelte, die sich versehentlich nördlich ihres zugewiesenen Einsatzgebietes befanden, eröffnete der Zerstörer aus 20.000 yards Entfernung das Feuer. USS Waller erzielte keinen Treffer. Die PT-Boote, die sich jetzt in einer ungünstigen Lage befanden, schossen Torpedos auf den angreifenden „Feind“ und liefen südwärts ab. Die Zerstörer verfolgten die fliehenden Boote nicht, sondern kehrten wieder zum Verband zurück. Im späteren Gefechtsbericht schrieb der Kommandant der USS Waller, dass es sich inzwischen herausgestellt habe, dass die Schiffe wahrscheinlich eigene PT-Boote waren.
Während der Landungen auf Vella Lavella wurden am 15. August um 08:00 Uhr zehn japanische Aichi D3A Val-Sturzkampfflugzeuge durch Radar geortet. Der Zerstörer bekämpfte die Flugzeuge und beanspruchte den Abschuss von zwei Maschinen. Im weiteren Verlauf des Tages entdeckte sie acht Torpedobomber in niedriger Höhe. Trotz Einsatzes der 5"-Geschütze wurde keine der anfliegenden Nakajima B5N Kate abgeschossen. Am Abend des 17. August kollidierten USS Waller und USS Philip bei Ausweichmanövern während eines Luftangriffs. USS Waller verließ das Kampfgebiet, um die notwendigen Reparaturen durchzuführen. Im Oktober kehrte sie wieder zurück.
In der Nacht vom 1. auf den 2. Oktober befand sich die USS Waller in den Gewässern vor Vella Lavella um die Evakuierung japanischer Truppen von der Insel zu unterbinden. In dieser Nacht versenkte sie sechs Fährprahme und weitere vier in der darauffolgenden. Anschließend wurde USS Waller im Geleitdienst eingesetzt. Beim Vormarsch auf Bougainville eskortierte einen Konvoi. Der Verband, bestehend aus sechs Zerstörern, acht Schnellen Transportern, einem Hochseeschlepper und acht LST, querte die Kaiserin-Augusta-Bucht, als sie von zehn japanischen Torpedobombern angegriffen wurden. Der Verband konnte zwei Betties abschießen. Der Schnelle Transporter USS McKean, ein Schiff der Wickes-Klasse, wurde durch einen Torpedotreffer versenkt. USS Waller rettete acht abgeschossene Japaner.
1944 Zusammen mit ihren Schwesterschiffen beschoss USS Waller am 1. Februar 1944 feindliche Stellungen auf Buka sowie in der Umgebung der Bucht von Choiseul und am 13. Februar eine japanische Radar-Stellung am Kap St. George auf Buka sowie die Flugplätze Borpop und Namatanai.
USS Waller kehrte nach Pearl Harbor zurück und lief im Juni wieder aus. Sie eskortierte TG 51.18 über Kwajalein nach Saipan. Aufgabe der TG 51.18 war, die Besetzung der Marianen zu unterstützen und, je nach Situation, Landungen auf Saipan, Guam oder Tinian durchzuführen.
Schließlich wurde Saipan als Ziel festgesetzt und die Waller begann, japanische Stellungen auf der Insel zu bekämpfen. Am Abend des 18. Juni erhielt sie den Befehl, zusammen mit der Pringle an zwei Landungsabschnitten die US Marines bei der Abwehr eines feindlichen Panzerangriffes zu unterstützen.
Am 21. Juli begann die Schlacht um Guam und USS Waller deckte die anlandenden Truppen. Anschließend wurde sie zur Feuerunterstützung während der Landung auf Tinian eingesetzt. USS Waller nahm nach diesen Einsätzen Kurs auf die Westküste der Vereinigten Staaten, wo sie bis Herbst 1944 überholt wurde.