Beauvernois [] ist ein DorfVillage de Beauvernois bei annuaire-mairie.fr, abgerufen am 1. Juni 2026 und eine Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im französischen Département Saône-et-Loire. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Nord Intercom’. Sie hat Einwohner (Stand ), die Belvernoisiens bzw. Belvernoisiennes genannt werden. Es taucht aber auch die Bezeichnung Beauvénais resp. Beauvénaises auf.
Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans
Lage und Struktur Die Gemeinde liegt im Norden des Arrondissement Louhans. Sie ist nicht nur die östlichste Gemeinde des Arrondissements, sondern auch die östlichste Gemeinde des Département Saône-et-Loire und grenzt auf drei Seiten an das Département Jura. Im Norden grenzt die Gemeinde an Rye, östlich davon folgt La Chassagne und im Osten Chaumergy. Im Süden liegt Commenailles und im Südwesten ein kleines Stück gemeinsamer Grenze mit Chapelle-Voland. Lediglich im Osten liegt Mouthier-en-Bresse und damit der einzige Nachbarort im Département Saône-et-Loire. Als Besonderheit liegt innerhalb der Gemeindegrenzen die gesamte Gemeinde Chêne-Sec mit einer Fläche von 73 Hektar.Chêne-Sec gehört zum Département Jura und weist kurze gemeinsame Grenzen mit Rye und La Chassagne sowie drei Enklaven in der Gemeinde Beauvernois auf. 1833 wurde sie mit Beauvernois zusammengelegt, dies wurde jedoch im selben Jahr wieder rückgängig gemacht. Dieser Umstand führt zu einigen absurden Besonderheiten: Navigationsgeräte geraten durcheinander, Lieferanten sind hilflos. Denn die beiden Gemeinden gehören verschiedenen Départements an; so befindet sich links der Departementsstraße D 211 das Département Jura und rechts der Straße das Département Saône-et-Loire – und umgekehrt. Selbst die Einwohner wissen nicht immer genau, auf welchem Gemeindegebiet, bzw. in welchem Département, sie sich gerade befinden. So nutzt der jurassische Postbote dieselbe Straße wie derjenige von Saône-et-Loire, und zwei verschiedene Müllfahrzeuge – und natürlich auch unterschiedliche Schulbusse – fahren dort ihre Routen. Zwar funktioniere das recht ordentlich, ob aber die doppelten Ausgaben gerechtfertigt seien, fragt sich auch der Maire von Beauvernois. Immerhin wird für das gesamte Gebiet Strom und Wasser aus dem Jura geliefert, aber das Problem des Internets scheint noch nicht gelöst zu sein: Während Chêne-Sec und damit auch der Weiler Tillerey mit modernem ADSL bedient werden, müssen sich die Einwohner von Beauvernois und seinen Weilern mit 512 kB/sec zufriedengeben… oder haben gar keinen Internetempfang (Stand 2014).
Die Gemeinde liegt als östlichste Gemeinde in der Landschaft der Bresse bourguignonne, umgeben wird sie von der Bresse jurassienne.
Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «ländliche Gemeinde mit stark verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt zu rund einem Drittel Bourg, der Rest in den 5 Weilern und in weit verstreuten Einzelsiedlungen.
Die Gemeinde weist 212 Hektar bewaldete Flächen auf, was 23,8 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 75 % Laubwald und 19 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Südwesten – Bois de la Perche, Les Verneaux – und Osten der Gemeinde – Les Grandes Mares, Bois des Épinettes.
In der Gemeinde werden 562,2 Hektar (63 % des Gemeindegebietes) als landwirtschaftlich genutzt deklariert, wovon 27,3 Hektaren für Bioanbau zugelassen sind (Stand 2024). Rund 46 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 2 % wird Raps, auf 10 % wird Weichweizen und auf rund 22 % Körner- und Silomais angebaut.
Gewässer An stehenden Gewässern finden sich lediglich zwei benannte Étangs, die an der Ostseite der Gemeinde liegen, teilweise auf dem Gebiet von Chaumergy. Im Süden der Gemeinde findet sich noch der Étang Totoche, der sich für Spaziergänge anbietet. Bei weiteren Wasserflächen handelt es sich um Weiher oder sehr kleine, unbenannte Étangs.
An fließenden Gewässern finden wir als Hauptfluss La BrenneLa Brenne, Länge 53,79 km, Zufluss zum Bras la Seillette Aval, Quelle bei in Miéry auf ca. 437 m, Mündung bei in Sens-sur-Seille auf ca. 181 m, La Brenne auf sandre.eaufrance.fr, die sich in diesem Gebiet in mehrere Arme verzweigt und entlang des nördlichen Gemeindegebiets fließt. Die Arme der Brenne wurden teilweise künstlich angelegt, um Mühlen zu betreiben. Durch die Gemeinde fließt ein Arm namens Le Grand Fossé.
Von Südosten zieht sich La ChauxLa Chaux, Länge 12,14 km, Zufluss zur Brenne, Quelle bei in Commenailles auf ca. 214 m, Mündung bei in Mouthier-en-Bresse auf ca. 191 m, La Chaux auf sandre.eaufrance.fr in der Nähe des Bourg vorbei nach Nordwesten, bildet auf 1,2 Kilometer die Grenze zu Mouthier-en-Bresse und mündet in die Brenne. Eine groß Zahl von Biefs münden in die Chaux, die die verstreuten Étangs entwässern.
Verkehrswege In West-Ost-Richtung wird die Gemeinde von den Departementsstraßen D211 und D323 erschlossen. Die D323 liegt in ihrem westlichen Abschnitt auf der Trasse einer Römerstraße, die von Bellevesvre nach Sellières und Poligny führte und im östlich angrenzenden Département Jura als D1 bezeichnet wird. Weiler und Fluren Historisch gehören zur Gemeinde folgende Weiler und Fluren: Les Bas, Les Bigueures, La Champagne, Les Charmettes, Les Fouilles, La Perode, La Quemine, Tilleret. Höhenprofil mini|400pxDas Höhenprofil zeigt Höhendifferenzen von rund 22 Metern, der tiefste Punkt liegt bei Le Grand Fossé einem Entlastungskanal der Brenne. Es folgt ein leichter Anstieg nach Süden und der Bourg von Chêne-Sec am Südhang. In der Senke liegt La Chaux, die kurze Zeit später in die Brenne mündet. Weiter südlich liegt der Bourg von Beauvernois, der von der Départementsstraße D323 durchzogen wird. Noch weiter südlich streift die alte Römerstrasse, die heutige Départementsstraße D1 (39) das Gemeindegebiet. Markant sind die Aufschüttungen der Straßentrassen.
Klima Das Klima in Beauvernois ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,9 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 20,9 °C, der kälteste der Januar mit 3,2 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1173 mm, dabei ist der November mit 128 mm der niederschlagsreichste, während Juli und August als trockenste Monate 73 mm aufweisen. Über das ganze Jahr werden etwa 2786 Sonnenstunden gezählt.
Toponymie Beauvernois wird erstmals 1473 urkundlich erwähnt als Belvernay. Der Name des Ortes leitet sich ab von Vernos, der keltischen Bezeichnung für die Schwarzerle. Insbesondere die Bezeichnung Vernacum für einen Erlenwald lässt die Entwicklung zum –vernay erschließen. Dabei bedeutet der Ortsname so viel wie Schöner Erlenbruch. Da Erlen gerne in sumpfigen und unwegsamen Gegenden gedeihen, wurde ihnen im Mittelalter eine unheimliche Wirkung zugesprochen und sie wurden gerne mit Hexen oder Fabelwesen in Verbindung gebracht. Es ist davon auszugehen, dass die heute noch bestehenden Waldgebiete einst viel umfangreicher waren und es sich bei Beauvernois eigentlich um ein Rodungsgebiet in einer riesigen Waldfläche im näheren und weiteren Flusstal der Brenne handelte.
Geschichte Auf einer drei Meter hohen Motte stand einst eine Burg in einem Weiler genannt Fournus, die jedoch bereits Mitte des 16. Jahrhunderts nicht mehr existierte. Angeblich bestand ein Rundturm, umgeben von einem doppelten Graben, noch früher bestand dort eine kleine Festung, wo Lanzenspitzen und andere Artefakte gefunden wurden. Neben dieser Burg wurde im 16. Jahrhundert eine Kapelle erbaut, damit die Gläubigen für den Gottesdienst nicht immer bis Commenailles gehen mussten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die heutige Kirche erbaut, die Johannes dem Täufer geweiht ist. Sie war lange Zeit ein Kirchensprengel von Mouthier-en-Bresse. Im Spätmittelalter befand sich die Gemeinde nahe der Grenze zwischen der Freigrafschaft und dem Herzogtum Burgund.
Nachdem das Haus Burgund 1477 in männlicher Linie ausgestorben war, ging das Herzogtum Burgund an Frankreich, die Freigrafschaft jedoch an den Burgundischen Reichskreis. Die Kriege im 16. und 17. Jahrhundert (Krieg gegen den savoyardischen Herzog Karl Emanuel I., Dreißigjähriger Krieg und Devolutionskrieg) bescherten dem Ort am äußersten Grenzpunkt des Herzogtums Burgund schreckliche Katastrophen. Die ganze Gegend war weitgehend entvölkert und erholte sich nur sehr langsam. Vor den Kriegen des 17. Jahrhunderts wurden noch 50 bis 60 Haushalte gezählt (rund 300 Einwohner), 1659 bestanden gerade noch 17 Haushalte (rund 80–90 Einwohner).
1880 wurde die Mairie-École erbaut, die Schule wurde 1974 aufgehoben. 1980 existierte noch ein Hersteller von Sabots (Holzschuhen) und 1988 bestanden noch 13 Landwirtschaftsbetriebe.
1563 gehörte die Herrschaft Claude-François de Neufchâtel und seiner Gemahlin Dame Françoise von Rye, Rahon und Beauvernois. Die Burg bestand damals schon nicht mehr, die Herrschaft behielt sich aber den Wiederaufbau ausdrücklich vor. Anschließend ging die Herrschaft über an Marguerite de Chabot, Herzogin von Eibcouf, 1660 war es Henri de Lorraine, Graf von Harcourt und 1680 Louis de Lorraine, Graf von Armagnac. Durch häufige Besitzwechsel wurde die Herrschaft zersplittert, gehörte der Familie Noyrot, von denen ein Mitglied zu Beginn des 18. Jahrhunderts Herr von Beauvernois und ewiger Maire von Chalon war. Dann gehörte die Herrschaft den Quarré, durch Verkauf gelangte sie 1721 an die Ryard, von denen einige Familienangehörige Marktvögte von Chalon waren und Herren bis zur Revolution blieben. Die herrschaftlichen Rechte, die unter Louis XVI bestätigt wurden, waren für die Bevölkerung erdrückend. Die Herren hatten das Recht der Toten Hand und das Droit d’indire (Verdoppelung der Steuern und Abgaben, wenn * der Herr zum Kreuzzug aufbrach * der Herr zum Ritter geschlagen wurde * Lösegeld für den Herrn bezahlt werden musste * die Tochter des Herren heiratete), Heimfall auf den größten Teil der Lehen, so wie die hohe, mittlere und niedrige Gerichtsbarkeit. Daneben bestand das Recht zur Konfiskation, zur Waffeninspektion, auf Frondienste, Abgaben für das Mahlen von Getreiden, die Benutzung des Backhauses, Wegzoll, Zinshühner, Zinsen… Es bestanden Abgabepflichten für Spiele und Unterhaltungen, Steuern auf das Fluchen, Ledigen- und Verheiratetensteuern. «Die Leute dieser Gegend sind sehr arm, die Herrschaften und der Pfarren von Mouthier besitzen alles und ein großer Teil der Bauern muss sich auf die Güter der Herrschaft verdingen, um das Lebensnotwendige zu verdienen», schreibt der Anwalt Masuyer im Jahr 1788. Die Herren von Beauvernois