Boxau (fränkisch: Box-aabE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 53. Dort folgendermaßen transkribiert: „boksāb“.) ist ein Gemeindeteil der Marktes Flachslanden im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Boxau liegt in der Gemarkung Virnsberg.
Geografie Durch das Dorf fließt der Virnsberger Bach, ein rechter Zufluss des Kemmathbachs, der rechts in die Zenn fließt. Der Ort bildet mit dem südwestlich gelegenen Virnsberg eine geschlossene Siedlung. Die Kreisstraße AN 21 führt über Virnsberg zur Staatsstraße 2245 (0,5 km südlich) bzw. nach Sondernohe (1,6 km nördlich).
Geschichte In einer Schenkungsurkunde, mit der Burggraf Friedrich III. von Nürnberg Besitzungen dem Deutschen Orden zu Virnsberg überließ, wurde der Ort 1294 als „Bockaw“ erstmals schriftlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet Zu der Aue, die von den Böcken aufgesucht wird.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 53. Ähnlich: Boxbrunn (Lichtenau).
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Boxau zur Realgemeinde Virnsberg. In Boxau gab es sieben Anwesen (drei Höfe, einen Halbhof, einen Viertelhof, einen Sechstelhof und ein Tropfhaus). Das Hochgericht übte das Obervogteiamt Virnsberg des Deutschen Ordens aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Deutschordenskommende Virnsberg.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 83.
Mit dem Gemeindeedikt wurde Boxau dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Virnsberg und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Virnsberg zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Am 1. Mai 1978 wurde diese im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den Markt Flachslanden eingegliedert.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1013.
Baudenkmäler In Boxau gibt es vier Baudenkmäler: ehemaliges Siechenhaus des Deutschen Ordens; zweigeschossiger Bau mit Walmdach, zum Teil Fachwerk-Obergeschoss aus dem 18. Jahrhundert Bildstöcke: am Weg nach Sondernohe Sandsteinbildstock wohl des 16. Jahrhunderts; über runder Basis auf hohem Podest verwitterte Reliefs des Gekreuzigten, der heiligen Elisabeth und des heiligen Georg; verputzter Bildstock aus Ziegelsteinen des späten 18. oder frühen 19. Jahrhunderts mit Marienbild in der Nische Wegkapelle wohl des späten 18. Jahrhunderts aus Sandsteinquadern mit Gemälde der Marienkrönung (Öl auf Metall) und an der Rückseite Sandsteinrelief der Heiligen Dreieinigkeit
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2011 2017 2022Einwohner 36 36 50 39 49 44 48 50 41 47 49 51 51 53HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und von 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 7 6 8 8 8 8 8 11 Quelle
Religion Boxau ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Dionysius (Virnsberg) gepfarrt. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Laurentius (Flachslanden) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Flachslanden) Kategorie:Ersterwähnung 1294