hochkant|mini|George Clooney eröffnete das Festival mit seinem Film The Ides of March hochkant|mini|Länder, die im Wettbewerb um den Goldenen Löwen für den besten Spielfilm vertreten sind (inkl. Koproduktionsländer; gold eingefärbt: Russland) Die 68. Internationalen Filmfestspiele von Venedig () fanden vom 31. August bis zum 10. September 2011 statt. Sie zählen neben der Berlinale und den Internationalen Filmfestspielen von Cannes zu den drei bedeutendsten A-Festivals der Welt. Eröffnet wurden die Filmfestspiele mit George Clooneys im Wettbewerb laufenden Politdrama The Ides of March. Als Abschlussfilm wurde der US-amerikanische Beitrag Damsels in Distress von Whit Stillman benannt, der außer Konkurrenz gezeigt wird. Der internationalen Jury, die den Goldenen Löwen, den Hauptpreis des Festivals, an den russischen Beitrag Faust von Alexander Sokurow vergab, stand der US-Amerikaner Darren Aronofsky vor. Werke deutschsprachiger Filmemacher waren in Nebensektionen vertreten.

Im Rahmen der Filmfestspiele wird regelmäßig ein Goldener Löwe für das Lebenswerk eines Filmschaffenden vergeben. Bereits im Vorfeld des Festivals, Anfang April 2011, wurde dessen Gewinner bekanntgegeben: der Filmregisseur und Drehbuchautor Marco Bellocchio, der zu den einflussreichsten Vertretern des zeitgenössischen italienischen Kinos zählt. labiennale.org, 9. Mai 2011; abgerufen am 30. Juli 2011. Er war mit China ist nahe (1967, Großer Preis der Jury) und Buongiorno, notte – Der Fall Aldo Moro (2003) zweimal in den Wettbewerb der Filmfestspiele eingeladen worden. Die Ehrung fand am 9. September im restaurierten Sala Grande des am Lido gelegenen Palazzo del Cinema statt, bei der auch eine restaurierte Fassung von Bellocchios Im Namen des Vaters (1972) gezeigt wurde. Laudator war der ebenfalls vielfach preisgekrönte italienische Filmregisseur Bernardo Bertolucci. labiennale.org, 22. August 2011; abgerufen am 24. August 2011.

Die italienische Schauspielerin Vittoria Puccini moderierte die Eröffnungs- und Abschlusszeremonie. bei labiennale.org, 22. Juli 2011; abgerufen am 30. Juli 2011.

Offizielle Sektionen Wettbewerb Jury hochkant|mini|Mitglied der Festivaljury: der US-Amerikaner Todd Haynes Als Nachfolger des Jurypräsidenten von 2010 Quentin Tarantino wurde Ende April 2011 Darren Aronofsky präsentiert. Der US-amerikanische Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent konkurrierte zwischen 2006 und 2010 dreimal um den Hauptpreis des Filmfestivals und gewann diesen 2008 für The Wrestler.

Wie in den Vorjahren standen dem Jurypräsidenten sechs Jurymitglieder zur Seite. Es handelte sich überwiegend um Filmschaffende: labiennale.org, 8. Juli 2011 (englisch) abgerufen am 30. Juli 2011. Eija-Liisa Ahtila – finnische Filmemacherin und Videokünstlerin David Byrne – US-amerikanischer Sänger, Musiker, Komponist und Fotograf Todd Haynes – US-amerikanischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent (zweimaliger Teilnehmer am Wettbewerb, Großer Preis der Jury 2007) Mario Martone – italienischer Theater- und Filmregisseur (dreimaliger Teilnehmer am Wettbewerb, Großer Preis der Jury 1992) Alba Rohrwacher – italienische Schauspielerin André Téchiné – französischer Filmregisseur und Drehbuchautor (Teilnehmer am Wettbewerb 2001)

Konkurrenten um den Goldenen Löwen + Statistik (Stand: 2011) Regisseur/-in Einladungen Philippe Garrel 5 Abel Ferrara 4 Todd Solondz, Johnnie To 3 George Clooney, Cristina Comencini, Emanuele Crialese, Roman Polański 2 Tomas Alfredson, Andrea Arnold, Cai Shangjun, David Cronenberg, William Friedkin, Gipi, Ann Hui, Eran Kolirin, Giorgos Lanthimos, Ami Canaan Mann, Steve McQueen, Vincent Paronnaud/Marjane Satrapi, Alexander Sokurow, Sion Sono, Wei Te-Sheng 1

hochkant|mini|links|Der italienische Filmproduzent Marco Müller, von 2004 bis 2011 künstlerischer Direktor des Filmfestivals hochkant|mini|links|David Cronenberg (A Dangerous Method) Das offizielle Programm wurde am 28. Juli 2011 in Rom von Biennale-Präsident Paolo Baratta und dem künstlerischen Festivaldirektor Marco Müller vorgestellt. 23 Produktionen aus 16 Ländern (inklusive ein „Überraschungsfilm“, der im Verlauf des Filmfestivals vorgestellt wurde) konkurrieren um den Goldenen Löwen, den Hauptpreis des Festivals. Es handelt sich bei allen Filmen ausschließlich um Weltpremieren.Venezia, la mostra con il buco intorno. Interview mit dem künstlerischen Direktor Marco Müller, mymovies.it, 28. Juli 2011; abgerufen am 30. Juli 2011. Müller, der 2011 zum letzten Mal das Programm zusammenstellte, tagesschau.sf.tv, 8. September 2011; abgerufen am 10. September 2011. lobte den Wettbewerb als die seinen Vorstellungen am nächsten kommende Auswahl in seiner achtjährigen Dienstzeit. Wie bei der Auflage im Vorjahr kamen die meisten eingeladenen Regisseure aus Europa (10), gefolgt von ihren Kollegen aus Asien (7) und Nordamerika (6). Keiner von diesen hatte in der Vergangenheit den Hauptpreis in Venedig gewinnen können. Nachdem im letzten Jahr der Deutsche Tom Tykwer mit Drei um den Goldenen Löwen konkurriert hatte, erhielt 2011 kein Filmemacher aus dem deutschsprachigen Raum eine Einladung in den Wettbewerb. Auch Filme aus Afrika, Südamerika oder Ozeanien blieben unberücksichtigt.

Mit fünf Beiträgen waren US-amerikanische Filmemacher wie schon im Jahr 2010 am häufigsten vertreten. Dazu zählten Abel Ferraras 4:44 Last Day on Earth, William Friedkins schwarze Komödie Killer Joe mit Matthew McConaughey und Emile Hirsch in den Hauptrollen 22 Filme rittern in Venedig um den „Goldenen Löwen“. SDA – Basisdienst Deutsch, 28. Juli 2011 (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft). sowie Todd Solondz’ Dark Horse. Ami Canaan Mann, Tochter des bekannten Regisseurs Michael Mann, zeigte ihr Regiedebüt Texas Killing Fields, in dem Sam Worthington als texanischer Polizist zu sehen ist, der versucht, eine Mordserie an Frauen aufzuklären. Eröffnet wurde das Festival mit The Ides of March von George Clooney. Clooney, nach Good Night, and Good Luck (2005) erneut im Wettbewerb vertreten, führte nicht nur Regie, sondern produzierte auch den Film, wirkte am Drehbuch mit und übernahm eine der Hauptrollen. Die Verfilmung von Beau Willimons Theaterstück Farragut North stellt einen jungen idealistischen Pressesekretär (gespielt von Ryan Gosling) in den Mittelpunkt, der als Angestellter eines Präsidentschaftskandidaten (Clooney) bei den Vorwahlen in Ohio mit Betrug und Korruption konfrontiert wird. Der Kanadier David Cronenberg nahm sich in der deutschen Koproduktion A Dangerous Method dem Psychiater Carl Gustav Jung (gespielt von Michael Fassbender) an sowie dessen Beziehung zu Sigmund Freud (Viggo Mortensen) und der Patientin Sabina Spielrein (Keira Knightley). Das Psychodrama basiert auf Christopher Hamptons Theaterstück The Talking Cure.

hochkant|mini|Roman Polański ist mit der Theater-Adaption Carnage im Wettbewerb vertreten 15 der 23 Regisseure (Tomas Alfredson, Andrea Arnold, Cai Shangjun, Cronenberg, Friedkin, Gipi, Ann Hui, Eran Kolirin, Giorgos Lanthimos, Mann, Steve McQueen, Vincent Paronnaud und Marjane Satrapi, Alexander Sokurow, Sion Sono und Wei Te-Sheng) debütierten im Wettbewerb von Venedig, während der französische Filmregisseur Philippe Garrel bereits zum fünften Mal um den Hauptpreis konkurrierte. In seinem tragischen Liebesdrama Un été brulant über einen Maler,Venice line-up shows UK strength. In: Screen International, 28. Juli 2011 (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft). der von seiner Lebensgefährtin verlassen wird, vertraute er einmal mehr seinem Sohn Louis Garrel die männliche Hauptrolle neben Monica Bellucci an. Garrels Landsmann Vincent Paronnaud und die Iranerin Marjane Satrapi verfilmten nach ihrem erfolgreichen Regiedebüt Persepolis (2007) mit Poulet aux prunes erneut eine Comic-Adaption Satrapis (in Deutschland unter dem Titel Huhn mit Pflaumen erschienen). Erzählt wird die Geschichte von Satrapis Großonkel Nasser Ali Khan, der in Teheran des Jahres 1958 beschließt auf den Tod zu warten, nachdem seine Ehefrau im Streit seine Laute zerbrochen hat. Der polnisch-französische Regisseur Roman Polański verfilmte mit Carnage Yasmina Rezas erfolgreiches Vier-Personen-Stück Der Gott des Gemetzels. Jodie Foster, Kate Winslet, John C. Reilly und Christoph Waltz sind als Elternpaare zu sehen, die zusammenkommen um über eine gewalttätige Auseinandersetzung ihrer Kinder zu diskutieren. Dabei eskaliert die Situation. Der Handlungsort wurde für die englischsprachige Verfilmung wie bereits bei der preisgekrönten Broadway-Produktion nach Brooklyn verlegt.Polanski’s `Carnage' to open New York Film Fest. AP, 29. Juli 2011, New York.

Großbritannien war mit drei Filmen im Wettbewerb vertreten. Neben dem Künstler Steve McQueen, der nach seinem erfolgreichen Debütfilm Hunger (2008) das über Sexsucht handelnde Drama ShameAndrew Pulver: British Lion? Mulligan film in competition at Venice. In: The Guardian. 29. Juli 2011, S. 25. mit Michael Fassbender und Carey Mulligan vorlegt, präsentierte Andrea Arnold mit Wuthering Heights – Emily Brontës Sturmhöhe eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Emily Brontë. An der Seite von Kaya Scodelario (Cathy) war James Howson der erste schwarze Heathcliff-Darsteller in einer Filmversion von Wuthering Heights sein.Ben Child: James Howson to be first black actor to play Heathcliff in film. guardian.co.uk, 23. November 2010; abgerufen am 31. Juli 2011. Der Schwede Tomas Alfredson verfilmte mit der deutsch-britischen Koproduktion Tinker, Tailor, Soldier, Spy einen Thriller von John le Carré aus der Zeit des Kalten Kriegs. Gary Oldman schlüpfte in die Rolle des britischen Geheimdienstchefs George Smiley, der sich nach einer gescheiterten Operation auf die Suche nach einem Doppelagenten in den eigenen Reihen macht.

Gastgeber Italien kam ebenfalls auf drei Wettbewerbsbeiträge. Cristina Comencinis in den italienischen Alpen angesiedeltes Liebesdrama Quando la notte erzählt von einer Frau, die sich in ihre Mutterrolle zurechtfinden muss und sich in einen neuen Mann verliebt. Neben dem Debütfilm L’Ultimo Terrestre des Comic-Autors Gipis über eine Alien-Invasion erhielt auch Emanuele Crialese seine zweite Einladung nach Venedig. In Terraferma stellt er eine Fischerfamilie in den Mittelpunkt, die afrikanischen Flüchtlingen Obdach gewährt. bei labiennale.org (englisch; abgerufen am 31. August 2011).