Torpes [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Nord Intercom’. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ).
Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans
Lage und Struktur Die Gemeinde liegt im Nordosten des Arrondissement Louhans und grenzt im Süden an das Département Jura. Im Norden grenzt die Gemeinde an Mouthier-en-Bresse, an der Ostseite an Bellevesvre und im Süden an das jurassische Chapelle-Voland. Im Südwesten liegt Montjay, im Westen La Chapelle-Saint-Sauveur und im Nordwesten schließlich Authumes.
Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse bourguignonne.
Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «ländliche Gemeinde mit weit verstreuter Besiedlung». Nur etwa 20 % der Einwohner leben im Bourg, 80 % der Bevölkerung lebt in den elf Weilern und in Einzelsiedlungen.
Die Gemeinde weist 247 Hektar bewaldete Flächen auf, was 15,6 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 92 % Laubwald und 8 % zurzeit unbewaldete Flächen (Rodungs- oder Aufforstungsgebiet). Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Norden – Bois du Bas –, Westen – Bornel – und Süden – Bois Ladre, Les Baraques, Champ de la Puce, Le Champ Corbot –, dazu kommen große Flächen an Pappelplantagen.
In der Gemeinde werden 1014,6 Hektar (etwa 65 %) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wovon 28,1 Hektar für Bioanbau zugelassen sind (Stand 2024). Rund 61 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 2 % wird Raps, auf 8 % wird Weichweizen und auf rund 13 % Körner- und Silomais angebaut. Gewässer An stehenden Gewässern finden wir im Gemeindegebiet lediglich den Étang de Neuillon. Aufgrund der bestehenden Biefs und Flurnamen kann davon aqusgegangen werden, dass einst weitere Étangs bestanden, die in neuerer Zeit aufgelassen wurden.
Bei den fließenden Gewässern ist La BrenneLa Brenne, Länge 53,79 km, Zufluss zum Bras la Seillette Aval, Quelle bei in Miéry auf ca. 437 m, Mündung bei in Sens-sur-Seille auf ca. 181 m, La Brenne auf sandre.eaufrance.fr der prägende Fluss in der Gemeinde. Sie führt oft Hochwasser und oft ist die Straße zwischen Torpes und Les Laurences gesperrt. Die Brenne fließt von Bellevesvre her in das Gemeindegebiet, umfließt die Anhöhe des Bourg von Torpes nördlich und bewegt sich dann südwärts ins Gemeindegebiet von Montjay.
Von Norden her mündet in der Gegend des Weilers Les Tenaudins der Ruisseau des TenaudinsRuisseau des Tenaudins, Länge 13,43 km, Zufluss zur Brenne, Quelle bei in Mouthier-en-Bresse (als Bief Fourneau) auf ca. 212 m, Mündung bei in Torpes auf ca. 186 m, Ruisseau des Tenaudins auf sandre.eaufrance.fr in die Brenne. Er entwässert die gesamte Étangkette zwischen Mouthier-en-Bresse und Authumes. Von Westen fließt der Ruisseau des ArmetièresRuisseau des Armetières, Länge 6,1 km, Zufluss zur Brenne, Quelle bei in La Chaux auf ca. 195 m, Mündung bei in Torpes auf ca. 184 m, Ruisseau des Armetières auf sandre.eaufrance.fr in den Étang de Neuillon und anschließend in die Brenne.
Verkehrswege Im Norden der Gemeinde streift die Départementsstraße D73 die Gemeinde, bedient jedoch lediglich die nördlichen Weiler von Utre. Die Straße folgt teilweise dem Trassee der Römerstraße von Verdun-sur-le-Doubs nach Poligny.
Von Osten, von Bellevesvre her, kommt die D137, bedient den Bourg, biegt nach Südwesten ab und verlässt die Gemeinde bei Les Laurences, um letztlich Saint-Germain-du-Bois zu erreichen.
Schließlich verläuft noch die D23 von Bellevesvre her in südwestlicher Richtung durch die Gemeinde. Diese Straße folgt der Trasse der alten Römerstraße, die Louhans mit Bellevesvre und Tavaux verband. Die Trasse war so geschickt angelegt, dass das Überschwemmungsgebiet von Les Laurances umgangen wurde.
Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Les Baraques, Charnay, Cretey, La Dombe, Le Duchault, Ecoley, La Giroflée, Les Laurences, Les Monnots, Moulin-des-Prés, Le Neuillon, Le Portail, Les Tenaudins, Utre, Les Valliers. Höhenprofil mini|400px Das Höhenprofil beginnt an der Départementsstraße D73 von Pierre-de-Bresse nach Bellevesvre, in der Gegend von Utre. Nach kurzer Distanz zeigt sich das Tal der Brenne, die hier auf etwa 186 Metern fließt. Auf der Südseite steigt das Gelände an und auf etwas über 200 Metern liegen die Kirche und der Bourg von Torpes. Erneut öffnet sich eine ausgeprägte Senke Le Pré Neuf und westlich davon La Grande Brenne, die bei starkem Regen regelmäßig überflutet werden und die Départementsstraße 137 unpassierbar machen. Erneut steigt das Gelände leicht an, am Fuß des Anstiegs verläuft die Départementsstraße D23, die schon als Römerstraße Bellevesvre mit Louhans verband. La Giroflée ist der südlichste Weiler der Gemeinde und liegt an der Grenze zu Chapelle-Voland.
Klima Das Klima in Torpes ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,9 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,1 °C, der kälteste der Januar mit 3,2 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1081 mm, dabei ist der November mit 117 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 72 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2764 Sonnenstunden gezählt.
Toponymie Eine erste Erwähnung findet sich im 12. Jahrhundert in den Verzeichnissen des Klosters Baume-les-Messieurs, wo Ecclesia de Torpa genannt und das Bestehen einer Kirche belegt wird. Der Name des Ortes scheint keltischen UrsprungsLucien Guillemaut: Histoire de la Bresse Louhannaise, Bd. 1, S. 191 Louhans 1897. zu sein. Ernest Nègre führt den Ortsnamen auf torp zurück, im Langues d’oïl der Begriff für taupe (Maulwurf), womit insbesondere die recht markante Anhöhe bezeichnet werden könnte, auf der die Siedlung Torpes liegt.
Geschichte Torpes besaß 1111 eine Kirche, die dem hl. Veranus von Cavaillon geweiht ist.
Torpes war lange Bestandteil der Herrschaft Bellevesvre, zu der ebenfalls Mouthier-en-Bresse gehörte. Im 14. Jahrhundert erscheint eine Familie de Torpes als Herren des Ortes. Im 15. Jahrhundert gelangte die Herrschaft an Philippe Pot, der den Bewohnern im 15. Jahrhundert einen Freibrief ausstellte. 1554 gehörte Torpes Alexandre de Saulx und im 18. Jahrhundert schließlich gelangte es als Teil der Grafschaft Bellevesvre in den Besitz der Montessus. Der Weiler Le Portail gehörte jedoch zur Franche-Comté.
Nachdem das Haus Burgund 1477 in männlicher Linie ausgestorben war, ging das Herzogtum Burgund an Frankreich, die Freigrafschaft jedoch an den Burgundischen Reichskreis. Die Kriege im 16. und 17. Jahrhundert (Krieg gegen den savoyardischen Herzog Karl Emanuel I., Dreißigjähriger Krieg und Devolutionskrieg) bescherten dem Ort am äußeren Rand des Herzogtums Burgund schreckliche Katastrophen, die ganze Gegend war weitgehend entvölkert und erholte sich nur sehr langsam.
Das Schloss war schon im 18. Jahrhundert abgerissen worden; die heutige Kirche stammt aus dem 19. Jahrhundert, und das Schulhaus wurde 1956 fertiggestellt. 1988 bestanden in der Gemeinde noch 43 Landwirtschaftsbetriebe.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten in Torpes gegen 1500 Einwohner, die jedoch allesamt sehr arm waren. So gingen fast alle dazu über, Gänse zu halten. Pro Familie waren 27 Stück erlaubt. Sie hielten die Gänse nicht zu ihrem Vergnügen, sondern um sie zu verkaufen, denn das war fast das einzige Einkommen der Familien. So erhielt der Ort den Übernamen Torpes les oies (Gänsetorpes), worauf die Einwohner aber durchaus nicht stolz waren... teilweise wagten sie es gar nicht mehr, ihre Herkunft zu verraten. Um die Gänse wurde viele Geschichten erzählt, beispielsweise, der Briefträger sei von Gänsen gefressen worden oder der Kirchturm sei mit Gänseschnäbeln gedeckt, nicht mit Ziegeln.
Die Herren von Torpes mini|Wappen von Philippe Pot Nach der Ortschaft benannte sich eine alte Familie, 1402 beispielsweise Jean de Torpes. Im 15. Jahrhundert gehörte das Lehen Philippe Pot (* 1428, † 16. September 1493). Er war Chambellan von Philipp dem Guten und Großseneschall von Burgund unter König Ludwig dem Klugen. Seiner Beredsamkeit wegen wurde er auch Ciceros Mund genannt. Er komponierte Lieder und Balladen und war ein brillanter Geschichtenerzähler. Als Herr von Torpes, schenkte er den Einwohnern einen Freibrief.Gegen 1550 ging das Lehen Torpes über an Alexandre de Saulx, Gouverneur von Auxonne. Im 18. Jahrhundert schließlich war das Lehen im Besitz der Montessus, zusammen mit Bellevesvre.
Bevölkerung mini|Westfassade der Kirche mini|Kirche Saint-Vérand von Torpes von Osten mini|Kirche über das Tal der Brenne mini|Mühle Lambey
+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %376206170328,5
Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen weist einen starken Überhang zugunsten der Männer auf, sie machen 54,8 % der Bevölkerung aus. Dabei sind 43 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre. Demgegenüber sind 37 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter. Wohnstruktur Anzahl Wohneinheiten davon Häuser Wohnungen Sonstige Zu-/Abnahme seit 199928727755+13,9 % = 35 WE davon Hauptwohnsitz 178Zweit- oder Ferienwohnsitz72vakant37
Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen
In der Gemeinde gibt es nebst Kirche und Mairie (Gemeindehaus) folgende Unternehmen nach Branchen: +Wirtschaftlich aktive Betriebe in der Gemeinde nach Branchen (31.12.2023) Branche Anzahl BetriebeIndustrie und verarbeitendes Gewerbe6Baugewerbe5Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie3Information und Kommunikation2Finanz- und VersicherungsdienstleistungenGrundstücks- und Wohnungswesen1Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen2Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und SozialwesenSonstige Dienstleistungen2Land- und Forstwirtschaftsbetriebe15 In der Gemeinde befinden sich eine Immobilienagentur, ein Schönheitssalon, drei Schreinerei-/Zimmereien und ein Installateurbetrieb. Im Ort befindet sich ein Pétanqueplatz. Mit den Gütern des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner in Pierre-de-Bresse oder in Saint-Germain-du-Bois.
Geschützte Produkte in der Gemeinde Als AOC-Produkte sind in Torpes Comté und Morbier zugelassen, ferner Volaille de Bresse und Dinde de Bresse.
Bildungseinrichtungen In der Gemeinde besteht eine École primaire (École maternelle und École élémentaire), die der Académie de Dijon untersteht und von 27 Schulpflichtigen in einer Klasse besucht wird (Schuljahr 2024–2025). Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A.
Öffentlicher Verkehr Es besteht keinerlei Anbindung an den Öffentlichen Verkehr in der Gemeinde.
Literatur
Weblinks
Siehe auch Geschichte der Bresse Römerstraßen in der Bresse Bresse, Geografie, Geomorphologie, Wirtschaft Bresse bourguignonne, Beschreibung der Bresse als Naturlandschaft Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Bourgogne-Franche-Comté